Die Wirkung von Baldrian

Schäfchenzählen, Lesen oder Entspannungsübungen – bestimmte Rituale vor dem Schlafengehen kennen wir noch aus Kindertagen. Und manchmal erfüllen sie auch heute noch ihren Zweck. Um nicht stundenlang wach zu liegen, greifen wir gerne auf Erprobtes zurück. Und auf Heilpflanzen, die für ihre beruhigende und schlaffördernde Wirkung bekannt sind.

Der Klassiker unter den Einschlafhilfen ist Baldrian. Seit Generationen ist er fester Bestandteil jeder Hausapotheke. Im antiken Griechenland galt er als Allheilmittel und Sebastian Kneipp empfahl ihn „für alle Formen von nervösen Zuständen“. Die auf feuchten Wiesen, an Flussufern und in Waldlichtungen wild wachsende Pflanze hat die Fähigkeit, einerseits bei Lampenfieber und Prüfungsangst zu helfen, ohne müde zu machen. Andererseits leistet Baldrian gute Dienste bei Einschlafproblemen und leichten Schlafstörungen.

Das Geheimnis dieses erstaunlichen Wirkungsspektrums liegt in den Wurzeln. Deren Inhaltsstoffe greifen hemmend auf bestimmte Botenstoffe in unserem Zentralnervensystem ein und wirken dadurch beruhigend, aber auch förderlich für das Ein- und Durchschlafen. Baldrian kann als Tee, Tinktur oder Dragee auch bei Wetterfühligkeit, Erschöpfung und nervös bedingter Konzentrationsschwäche helfen. Selbst bei längerfristiger Anwendung besteht kaum die Gefahr einer Abhängigkeit – im Gegensatz zu chemischen Schlafmitteln.
 

Unser Tipp
Baldrian: Schlummertrunk mit Baldrian

Schlummertrunk mit Baldrian

Baldrian: Schlummertrunk mit Baldrian

Ein Trunk, der beruhigend und stressreduzierend wirken kann: Unser Schlummertrunk mit Baldrian ist eine tolle, natürliche Einschlafhilfe, die im Handumdrehen zubereitet ist.

"Schlafkräuter" aus dem Garten

Hopfen (Humulus lupulus) gibt nicht nur dem Bier seine besondere Würze, er wirkt auch beruhigend und schlaffördernd. (Bild 1)

Baldrian (Valeriana officinalis) blickt auf eine lange Tradition als Heilmittel zurück. Er hilft bei Schlafstörungen wie auch bei Prüfungsangst sowie Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten. (Bild 2)

Johanniskraut (Hypericum perforatum) kann depressive Stimmungen aufhellen, Ängste und nervöse Unruhe abschwächen. (Bild 3)

Die Passionsblume (Passiflora incarnata) ist besonders in Kombination mit Hopfen und Baldrian ein verlässliches Mittel bei Einschlafstörungen und nervöser Unruhe. (Bild 4)

Lavendel (Lavandula angustifolia) besitzt wohlriechende ätherische Öle, die bei Ein- und Durchschlafproblemen nützlich sein können. (Bild 5)

Zitronen-Melisse (Melissa officinalis) hat angstlösende und beruhigende Eigenschaften. (Bild 6)

Kräutertee selber machen

Um die Naturmedizin aromatisch etwas aufzuwerten, kann man für den eigenen Schlaf- und Beruhigungstee Baldrian mit Zitronen-Melisse, Passionsblume, Hopfen und Lavendel mischen. Das Zusammenspiel mit anderen „Schlafkräutern“ bringt nicht nur geschmacklich einen Vorteil. Sie ergänzen sich gegenseitig und steigern dadurch ihre Wirkung. Die Zutaten für eine Teemischung nach Wahl kann jede Apotheke besorgen. Das hat zudem den Vorteil, dass die Qualität vorgegebenen Standards entspricht.
 

Unser Tipp
Kräutertee selber machen

Für eine ruhige Nacht

Kräutertee selber machen

Dieser aromatische Kräutertee mit Lavendel und weiteren Kräutern besitzt eine beruhigende Wirkung, die für eine ungestörte Nachtruhe sorgen kann.

Kräuter selbst anpflanzen

Andererseits macht es natürlich ungleich mehr Freude, im eigenen Garten, auf Balkon oder Terrasse seine Lieblingskräuter zu kultivieren. Sowohl Lavendel, als auch Baldrian, Zitronen-Melisse und Hopfen wachsen bei uns problemlos. Selbst Passionsbumen können an einem warmen, geschützten Standort im Garten gut gedeihen. Besonders frostfest ist die Art Passiflora incarnata. Sie kann Temperaturen bis minus 15 °C verkraften und ist die einzige Art, die medizinisch genutzt wird. Als mildes Beruhigungs- und Schlafmittel eignet sie sich sogar für Kinder. Unverträglichkeiten sind bislang nicht bekannt. Passionsblume und Hopfen sind zudem attraktive Kletterpflanzen, die durch ihr rasches Wachstum für blickdichten Sichtschutz sorgen. Anspruchslos bezüglich Boden und Standort ist die Zitronen-Melisse (Melissa officinalis). Sie stammt aus dem Mittelmeerraum und liebt naturgemäß sonnige Plätze.

Milch als Einschlafhilfe?

Wer kennt nicht aus Kindertagen das abendliche Glas Milch mit Honig? Ein vertrautes Ritual, aber bringt es auch die erhoffte Wirkung? Fest steht, dass Milch die Aminosäure (Eiweißbaustein) Tryptophan enthält, die am Aufbau der Hormone Melatonin und Serotonin beteiligt ist. Beide Botenstoffe bestimmen unseren Schlaf-WachRhythmus. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass die Milch von Kühen in Freilandhaltung, die nachts gemolken werden, 25-mal mehr Melatonin enthält als normale Milch. In der industriellen Landwirtschaft geht dieser Effekt größtenteils verloren. Nicht zu unterschätzen ist dagegen das wohlige, sättigende Gefühl der abendlichen Honigmilch, das uns sanft ins Reich der Träume geleitet.

Kräuterkissen

Die ätherischen Öle von Hopfen, Lavendel, Melisse und Rose wirken auch über Nase und Atemluft. Zum Füllen eines Duftkissens werden ausschließlich gut getrocknete Kräuter verwendet. Neben dem Kopfkissen platziert, gibt es durch den warmen Atem seine feinen Aromen preis. Die Duftstoffe gelangen beim Einatmen in das zentrale Nervensystem und beeinflussen positiv sowohl die Psyche wie auch den Stoffwechsel und das hormonelle Geschehen im Körper.

Unsere Empfehlung

Getrocknete Lavendelblüten

Zum Befüllen des Kräuterkissens eignen sich getrocknete Lavendelblüten perfekt, denn sie verbreiten einen angenehmen, beruhigenden Duft. 

Die Wirkung von Melisse

Melisse, die wegen ihres frischen zitronigen Aromas Zitronen-Melisse genannt wird, wurde schon in der Antike als Heilkraut geschätzt. Auch Karl der Große erkannte ihren Reichtum als Heilpflanze und ordnete um 800 n. Chr. in seiner LandgüterVerordnung an, dass sie in allen kaiserlichen Gütern anzubauen ist. Richtig Karriere machte das Heilkraut aber erst ein Jahrtausend später, mithilfe der Ordensfrau Maria Clementine Martin. Die in der Herstellung von Naturheilmitteln bewanderte Nonne entwickelte nach einem Geheimrezept den „Karmelitergeist“.

Für die Mixtur verwendete sie neben Zitronen-Melisse die ätherischen Öle von dreizehn weiteren Kräutern und Gewürzen. Das nervenberuhigende und schlaffördernde Elixier ist heute allgemein bekannt unter dem Namen „Klosterfrau Melissengeist“. Am gehaltvollsten ist Zitronen-Melisse, wenn sie vor der Blüte geerntet wird. Schneidet man die Stängel zehn Zentimeter über dem Boden ab, treibt sie erneut aus und kann nochmals geerntet werden.

Unser Tipp
Melissengeist selber machen

Melissengeist selber machen

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Bei Unwohlsein ist es toll, ein symptomlinderndes Mittel im Haus zu haben. Unser Melissengeist zum selber machen ist da genau das Richtige!

Die Wirkung der Rosenwurz

Die Rosenwurz (Rhodiola rosea) ist eine hochwirksame Heilpflanze, die in Zeiten außergewöhnlicher körperlicher oder seelischer Belastung gute Dienste leistet. Im Garten begnügt sich das winterharte Dickblattgewächs mit einem sonnigen Standort und nährstoffarmen, durchlässigen Böden. Besonders wirkstoffreich sind die ineinander verschlungenen Wurzeln.

Unser Tipp
Rosenwurz-Extrakt

Rosenwurz-Extrakt

Rosenwurz-Extrakt

Zur Förderung der Konzentration und zur Stabilisierung unseres seelischen Gleichgewichtes ist der Rosenwurz-Extrakt eine tolle Unterstützung.

Harntreibende Kräuter: Der Zeitpunkt entscheidet

Wer spät am Abend noch einen Goldruten- oder Birkentee trinkt oder einen Wildkräutersalat mit Löwenzahn isst, wird früher oder später das stille Örtchen aufsuchen müssen. Um ungestört durchschlafen zu können, sollten Sie Tee, Extrakte oder Frischpflanzensäfte folgender Kräuter nicht nach 17 Uhr konsumieren.

Löwenzahn regelt die Verdauung, pflegt Leber und Galle und hilft bei Rheuma. Durch den hohen Kalium-Gehalt seiner Blätter wirkt er aber auch harntreibend.

Die Goldrute ist allererste Wahl bei entzündlichen Harnwegserkrankungen. Durch ihre ausschwemmende, entzündungshemmende und krampflösende Wirkung wird sie auch vorbeugend bei Harnsteinen und Nierengrieß verwendet.

Die Birke regt ebenfalls die Nierenfunktion an und führt zu vermehrter Harnausscheidung. Birkenblätter kommen häufig bei Harnwegsinfekten und Blasenentzündungen zum Einsatz.

Die Wirkung von Lavendel

Ein echter Alleskönner ist der Lavendel. Er hat hübsche, wundervoll duftende Blüten und besitzt neben antibiotischen und antiseptischen Eigenschaften auch die Gabe, stressbedingte Unruhezustände und Schlafstörungen zu lindern. Die in den Blüten enthaltenen Substanzen Linalylacetat und Linalool entfalten ihre entspannende, stimmungsaufhellende Wirkung im limbischen System, unserem Gefühlszentrum. Eine wahre Wonne ist nach einem langen, anstrengenden Arbeitstag ein Fußoder Vollbad mit Lavendelduft. Dazu in ein Glas Milch 20–30 Tropfen ätherisches Lavendelöl träufeln, im Badewasser verteilen – und genießen. Wer so entspannt einschläft, träumt vermutlich eher von blühenden Lavendelfeldern als von weißen Schäfchen.
 

Unser Tipp
Lavendel-Sirup: Lavendel-Sirup selber machen

Lavendel-Sirup selber machen

Lavendel-Sirup: Lavendel-Sirup selber machen

Erfrischend und belebend wirkt unser leckerer Lavendel-Sirup. Mit diesem Rezept gelingt der feine Sirup im Handumdrehen.

Unser Tipp
Lavendel-Öl: Lavendel-Öl selber machen

Lavendel-Öl selber machen

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Unser fein-duftendes Lavendel-Öl pflegt die Haut und macht sie weich und geschmeidig. Mit dieser Anleitung können Sie das pflegende Haut-Öl ganz einfach selbst herstellen!

Schlafprobleme durch Eisenmangel

Eisenmangel ist in vielen Fällen der Grund für Ein- und Durchschlafprobleme. Klarheit bringt ein Bluttest, bei dem der Hämoglobinwert (Hb-Wert) bestimmt wird. Ist er zu niedrig, helfen entsprechende Präparate aus der Apotheke – oder die Brennnessel. Sie enthält mehr Eisen als ein Rindersteak. Gleichzeitig besitzt sie außer den Vitaminen C, D, E und K reichlich B-Vitamine, die ihrerseits die Schlafqualität positiv beeinflussen. Ebenso wie die in den Blättern vorhandenen Mineralstoffe Magnesium, Kalzium und Kupfer. Mit Spinat vermischt und als Gemüse zubereitet, schmeckt das Wildkraut richtig lecker.