So wird Ihr Garten bienenfreundlich

Blühenden Beeten einen ursprünglichen Charakter zu verleihen, ist der Wunsch vieler Hobbygärtner. Was läge da näher, als heimischen Wildstauden, die auch in unserer natürlichen Umgebung vorkommen, gegenüber modernen Zuchtformen den Vorrang zu geben. Diese „wilden Schönheiten“ bieten darüber hinaus einer Vielzahl an Insekten Nahrung. Etliche Wildbienen und Schmetterlinge sind so stark spezialisiert, dass sie Nektar und Pollen nur von einer oder wenigen Staudenarten sammeln. Für uns Gartenbesitzer bedeutet dies: Je mehr heimische Pflanzenvielfalt wir anbieten, desto mehr Insektenarten unterstützen wir damit. Und da diese wiederum eine wichtige Lebensgrundlage für unsere Vogelwelt sind, locken wir mit ihnen auch zahlreiche Singvögel in unseren Garten. So tragen wir im Kleinen dazu bei, die ökologische Vielfalt in Deutschland zu erhalten.

#beebetter

Werden Sie zum Bienenretter

Die Initiative #beebetter will es besser machen und gegen das Bienensterben vorgehen. Auf der Homepage finden Sie viele Informationen über die faszinierende Welt der Bienen und Sie erfahren, wie auch Sie einen Beitrag leisten können, um Bienen zu helfen. 

Wildstauden: Der ideale Standort

Damit sich Wildstauden mit wenig Pflege gut entfalten, ist es wichtig, ihnen von Beginn an optimale Standortbedingungen zu geben. Ihre Ansprüche reichen je nach Art von extrem trocken und sonnig bis hin zu feucht und schattig. 

Wildstauden an feuchten Standorten

Einige stehen bevorzugt direkt im Wasser, die Anlage eines Teichs mit Flachwasser-Zonen bietet ihnen das geeignete Terrain. Für Sumpfstauden wie Mädesüß oder Blut-Weiderich kann man auch Dachwasser an einer kleinen Senke im Garten versickern lassen und eventuell zusätzlich mit einer unter dem Beet verlegten Teichfolie Staunässe erzeugen.

Arten und Blütezeit

An Teichrändern oder am Fuß von Böschungen finden sich häufig Standorte mit andauernd feuchtem Untergrund. Für folgende Wildstauden, allesamt ausgezeichnete Bienenweiden, sind dies gute Wachstumsbedingungen:

  • Blut-Weiderich (Lythrum salicaria) verträgt es sogar, bis zu 5 cm tief im Wasser zu stehen. Seine standfesten Blütenkerzen mit bis zu 120 cm Höhe leuchten von Juli bis August in intensivem Magenta.
  • Das bis 150 cm hohe Sumpf-Mädesüß (Filipendula ulmaria) hält sich zwar farblich zurück, seine luftigen Blütenrispen duften dafür von Juni bis August herrlich nach Honig und Mandeln.
  • Schlangen-Knöterich (Bistorta officinalis) eignet sich mit seinem großen Laub gut für den vorderen Beetrand, muss aber aufgrund seiner Wurzelausläufer gelegentlich in Zaum gehalten werden. Die Blütenkerzen zeigen sich von Juni bis Juli in etwa 70 cm Höhe.
  • Wiesen-Kerbel, Sumpf-Wolfsmilch, Europäische Trollblume und Schlangen-Knöterich kommen auch in unserer Natur vor. Hier bilden sie eine gelungene Kombination in einer Gartenecke mit ausreichend feuchtem Boden. (Bild 1)
  • In schönstem Blauviolett erscheinen im Frühsommer die zarten Blüten der Jakobsleiter, einer attraktiven Wildstaude und guten Bienenweide. In freier Landschaft gilt sie als stark gefährdet, im Garten kann man sie in ein feuchtes Beet pflanzen. (Bild 2)
  • Am Bach- oder Teichrand fühlt sich die Sumpf-Dotterblume wohl. Die robuste Staude blüht bereits im Frühjahr. An kleinen Gartenteichen pflanzt man sie am besten in stabile Gitterkörbe, um ihren Ausbreitungsdrang im Griff zu behalten. (Bild 3)

Wildstauden an trockenen Standorten

Etwas Unterstützung brauchen auch die Spezialisten für trocken-kargen Untergrund, da für diese die meisten Gartenböden viel zu nährstoff- und humusreich sind. Eine recht einfache, attraktive Lösung: den offenen Boden mit einem durchlässigen Gartenvlies abdecken und darauf ein erhöhtes Beet aus Dachbegrünungs-Substrat oder einer Mischung aus magerer Erde und Schotter anlegen (Stärke mindestens 40 Zentimeter). Genügsame Schönheiten wie Diptam und Wegwarte entfalten hierin ihre volle Pracht. Als Einfassung bietet sich eine Trockenmauer aus Natursteinen an. 

Arten und Blütezeit

Für vollsonnige Beete auf durchlässigem Boden, der in Hitzeperioden schnell austrocknet, bietet sich diese Kombination aus heimischen Wildstauden an. Die Blütezeit reicht insgesamt von Juni bis September.

  • Markantester Blickfang ist die knapp ein Meter hohe Kugeldistel (Echinops ritro), deren violette Blüten gerne von Bienen und Hummeln umschwirrt werden.
  • Die Skabiosen-Flockenblume (Centaurea scabiosa) bietet vielen Insekten eine Nahrungsgrundlage, einige Falter sind auf sie sogar angewiesen.
  • Den Platz in der vorderen Reihe teilen sich ebenso wertvolle Nektarpflanzen: Gewöhnlicher Dost (Origanum vulgare) ist ein robuster Bodendecker, der sich über Samen und Ausläufer gerne von selbst ausbreitet. (Bild 1)
  • Die weitverbreitete Wiesen-Schafgarbe (Achillea millefolium) lässt sich durch einen Rückschnitt von Verblühtem im Juli zu einer zweiten Blüte im September anregen.
  • Das Himmelblau der Gewöhnlichen Wegwarte oder Zichorie schmückt im Hochsommer selbst kleinste Nischen, Pfahlwurzeln versorgen das Wildkraut mit Wasser und Nährstoffen. Die Bestäubung erfolgt vor allem durch Bienen und Schwebfliegen. (Bild 2)
  • Der Diptam oder Brennende Busch ist vom Aussterben bedroht. Umso wichtiger ist es, der heimischen Wildstaude im Garten einen Ehrenplatz zu geben. Sie blüht von Juni bis Juli und fühlt sich auf trockenen, kalkhaltigen Böden wohl. (Bild 3)

Wildstauden an schattigen Standorten

Für die typischen Waldbewohner unter den heimischen Stauden sind in vielen Gärten bereits geeignete Bedingungen vorhanden: Sie fühlen sich im lichten Schatten unter Bäumen und höheren Sträuchern sowie auf einem nahrhaften Humusboden wohl. Bekannte Beispiele, auf die man häufig bei Spaziergängen trifft, sind Wald-Geißbart, Roter Fingerhut oder Nesselblättrige Glockenblume. 

Wildstauden kaufen

Man sollte die Pflanzen jedoch niemals samt Wurzeln von ihrem Naturstandort entwenden. Geeignete Bezugsquellen sind stattdessen Staudengärtnereien mit einem Schwerpunkt auf Wildarten. Gut zu erkennen, sind diese beispielsweise an den Zertifikaten des Naturgarten e.V. oder Bioland-Verbands. Neben den eigentlichen Wildstauden-Arten wird man dort auch auf Sorten stoßen, die nicht durch starke züchterische Eingriffe, sondern lediglich durch Auslesen entstanden sind. Diese unterscheiden sich zwar in ihrer Farbe oder Wuchshöhe von der Urform, bieten aber der Tierwelt mit ihren nektar- und pollenreichen Blüten ebenso viel. Eine schöne Alternative zu bepflanzten Beeten sind Wildblumen-Wiesen oder Blütenstreifen, die mithilfe von Saatgut-Mischungen angelegt werden. Diese sollten ebenfalls gut auf die Bodenverhältnisse abgestimmt sein – denn nur dann ist gewährleistet, dass ihr Artenreichtum über mehrere Jahre anhält und ihre Blütenpracht unsere Auge sowie die Tierwelt erfreut.