Die Christrose – Weihnachsrose, Teufelskraut und Schwarze Nieswurz

Tochter des Walds, du Lilienverwandte – so beginnt Eduard Mörikes Gedicht „Auf eine Christblume“, das er niederschrieb, nachdem er die Christrose zum ersten Mal erblickt hatte. Und nicht nur er war begeistert von der Pflanze, die noch weit vor den ersten Frühlingsboten ihre schneeweißen Blüten öffnet. Ihrer frühen Blüte um Weihnachten verdankt die Christrose ihren Namen. Auch die Bezeichnungen „Weihnachtsrose“ und „Schneerose“ beziehen sich auf die Blütezeit. Im Volksglauben galt die ebenso schöne wie giftige Pflanze mal als „Teufelskraut“ der Hexen, dann wieder als Segensbringer, der Schutz vor bösen Geistern bieten sollte. Der Name „Schwarze Nieswurz“ rührt von der Verwendung der Wurzel als Niesmittel her, mit dem böse Geister ebenso wie Krankheiten ausgetrieben werden sollten.

Christrose: Standort, Pflege & Pflanzzeit

In die Gärten hielt die Christrose im 16. Jahrhundert Einzug, rund 300 Jahre, bevor man mit der gezielten Kultur und Züchtung begann. Wie die Wildart bevorzugen auch Gartensorten einen halbschattigen Standort, etwa unter sommergrünen Sträuchern. Der Boden sollte humusreich, kalkund lehmhaltig sowie ausreichend wasserdurchlässig sein. Zu leichte Böden lassen sich mit einer Gabe Humus verbessern, bei zu schweren Böden mischt man Sand unter. Als Nachbarn stehen solche Pflanzen zur Auswahl, die der Christrose nicht Platz oder Wasser streitig machen. Gut eignen sich beispielsweise Frühlingsblüher wie Schneeglöckchen, Winterling oder Leberblümchen. Wird dies berücksichtigt, können Christrosen ohne viel Zutun lange an demselben Fleck wachsen.

Gut zu wissen

Die verschiedenen Blütenfarben der Christrose

Die Blütenfarbe der Christrose variiert zwischen Reinweiß und Rosa. Gegen Ende der Blütezeit schimmert auch manche weiße Blüte rötlich.

Winterblüher

Im Garten blühen Christrosen bereits im Winter und schieben ihre Köpfe durch den Schnee hindurch. Die über viele Wochen anhaltende „Blütezeit“ verdankt die Pflanze einer Besonderheit: Bei den „Blütenblättern“ handelt es sich tatsächlich um umgewandelte Kelchblätter, die nach der Bestäubung noch lange erhalten bleiben. Sie verfärben sich dann jedoch grün.

Verbreitung der Christrose

Die natürliche Verbreitung der streng geschützten Pflanze reicht von den Bergregionen der Schweiz bis zum nördlichen Balkan. Dort besiedeln sie lichte Laub- und Mischwälder ebenso wie alpine Wiesen. Hierzulande findet man wilde Christrosen ausschließlich im Berchtesgadener Land, wo sie im Frühjahr mancherorts zu Tausenden den Boden übersäen.

Sorten-Vielfalt

... für den Garten. Hier stellen wir Ihnen die schönsten Sorten vor.

Zu den ersten, die bereits im November ihre Blüten öffnen, zählt die Sorte ‘Praecox’, die auch zur Weihnachtstreiberei verwendet wird.

Zartrosa schimmert die Blütenrückseite der Sorte ‘Wintertraum JP’. Sie blüht zwischen Dezember und Februar.

Weitere Sorten der Christrose

  • ‘HGC Joshua’ Schon Mitte November öffnet ‘HGC Joshua’ die ersten Knospen. Die mit rund 20 Zentimeter Höhe eher zierliche Christrose zeichnet sich durch eine fast runde Blüte aus.
  • ‘Helleborus x glandorfii’ Die Kreuzung mit einer dunkelroten Lenzrose (Helleborus atrorubens) brachte eine sehr winterharte rote Variante hervor. Helleborus x glandorfii wird bis zu 40 Zentimeter hoch und blüht bis April. 
  • ‘HGC Snow Frills’ Eine Besonderheit sind die gefüllten Blüten von ‘HGC Snow Frills’, die ab Januar auf langen, kräftigen Stängeln erscheinen. 

Christrose: Botanisches

Die Christrose (Helleborus niger) zählt zu den Hahnenfußgewächsen. Der Zusatz „schwarz“, der sowohl im lateinischen Namen als auch in der deutschen Bezeichnung „Schwarze Nieswurz“ auftaucht, bezieht sich auf die dunkel gefärbte Sprossachse (Rhizom). (siehe 1 Bild unten) Die Blüten setzen sich zusammen aus fünf umgewandelten Kelchblättern (2), Nektarien (3), Staubblättern (4) und Fruchtblättern (5). Sie sitzen meist einzeln, seltener zu zweit oder zu dritt an den kräftigen Stielen. Um die Stiele sind die sieben- bis neunteiligen Grundblätter (6) angeordnet. Im Verlauf der Blüte sterben diese Blätter ab. Daraufhin ergrünen die Kelchblätter und übernehmen die Fotosynthese. Sie liefern jetzt die Energie, die zum Heranreifen der länglichen Balgfrüchte (7)benötigt wird. Sobald die Fruchthüllen aufbrechen, kümmern sich Ameisen um die Verbreitung der herausfallenden (8) Samen.

Unser Tipp
Dekorieren mit Schneeglöckchen

Dekorieren mit weißen Blüten

Dekorieren mit Schneeglöckchen

In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie mit den schönsten Winterblühern wie Christrosen, Schneeglöckchen und Lenzrosen tolle Arrangements gestalten.