Schwalben als Wetterboten

Ein Blick in den Himmel lohnt sich im Sommer allemal, denn wenn Schwalben hoch am Firmament fliegen, ist das ein sicheres Indiz dafür, dass das Wetter schön bleibt. Der Grund dafür ist ganz einfach: Insekten sind von der Thermik abhängig, was bedeutet, dass sie sich von der warmen, aufsteigenden Luft einer Schönwetter-Front in die Höhe treiben lassen. Abfallende Luft, die auf kühlere Temperaturen hindeutet, treibt sie dagegen in Bodennähe. Schwalben folgen dieser Insekten-Spur und werden so zu verlässlichen Wetterboten. 

Fliegen Schwalben hoch am Himmel, bleibt das Wetter stabil.

Laubfrösche als Wetterboten

Aber nicht nur bei Vögeln stehen Insekten auf dem Speiseplan. Auch Laubfrösche orientieren sich am Flugplan von Mücken und Fliegen. Da diese an sonnigen Tagen am liebsten auf höher gelegenen Blättern und Büschen sitzen, begeben sich die Amphibien auf Kletter-Tour, um näher an ihre Hauptmahlzeit heranzukommen.

Laubfrösche klettern bei Sonnenschein für eine leckere Mücken-Mahlzeit auf Halme und Büsche.

Schmetterlinge & Schnecken

Außerdem besitzen die meisten Tiere sehr ausgeprägte Sinne, mit denen sie rechtzeitig auf Gefahren von Unwetter reagieren. Regentropfen oder starker Wind können beispielsweise die Flügel von Schmetterlingen verkleben und sie zu Boden drücken. Deshalb suchen sich Tagfalter schon Stunden vor einem Gewitter einen sicheren Unterschlupf, an dem sie so lange mit zusammengeklappten Flügeln regungslos ausharren, bis die Regenfront vorüber ist.

Für Schnecken wird dagegen Hitze zum Problem. Über ihre Sinneszellen am Kopf nehmen sie wahr, wenn die Luft gefährlich trocken wird und ziehen sich ebenfalls zurück. Solche Frühwarnsysteme sind in der Natur überlebenswichtig. Wer also auf seine Umgebung und plötzliche Veränderungen in dieser achtet, wird auch ohne Smartphone-App so schnell nicht mehr von Wetterumschwüngen überrascht.

Kriechen Schnecken trotz warmer Temperaturen zahlreich herum, steht Regen bevor.

Weitere Tiere, die das Wetter vorhersagen

  1. „Kräht der Hahn auf dem Mist, bleibt das Wetter wechselhaft, wie’s ist“, lautet eine Bauernregel, an der tatsächlich etwas dran ist. Bei hoher Luftfeuchtigkeit halten sich Würmer und Insekten weiter oben im Misthaufen auf. Bei trockener Hitze ziehen sie sich in tiefere Schichten zurück. 
  2. Schwirren Bienen bereits morgens fleißig hin und her, wird der Tag schön – zumindest bis zum Nachmittag.
  3. Katzen kommen vor einer Regenperiode gern ins Haus. Sie können die elektrische Ladung, die bei Gewitter in der Luft liegt, spüren und lecken sich dann verstärkt.
  4. Ameisen verschließen zehn bis 20 Minuten vor einem Gewitter alle wichtigen Öffnungen in ihrem Bau.
  5. Schafswolle quillt bei hoher Luftfeuchtigkeit auf, bei trockenem Wetter wird sie dagegen spröder und krauser. Erfahrene Schäfer können so beim Streichen über das Fell ihrer Tiere Wettertendenzen erkennen.