Kapuzinerkresse

Standort/Pflege: Es gibt rankende und buschige Sorten. Die Kapuzinerkresse hat eine Vorliebe für humose Böden und viel Sonne. Sparsam düngen.

Aussaat/Vermehrung: Ab Mitte Mai sät man die einjährigen Pflanzen direkt ins Beet. Die Samen im Spätsommer ernten, trocknen und im Frühjahr wieder aussäen.

Ernte: Mit Blühbeginn die Blätter, Blüten, Stängel und Samen. Frisch verwenden, getrocknet verlieren sie ihre Heil- und Würzkraft.

Wirkung/Anwendung: Kapuzinerkresse gilt als pflanzliches Antibiotikum und wird zur Kräftigung des Immunsystems, bei Grippe und Harnwegsinfekten eingesetzt. Enthält viel Vitamin C sowie Senföl-Glykoside. Auch ein tolles Pesto lässt sich daraus zubereiten.

Purpur-Sonnenhut

Standort/Pflege: Der mehrjährige, winterharte Sonnenhut mag warme, sonnige Plätze und nährstoffreiche Erde (Kompostdüngung im Frühjahr).

Aussaat/Vermehrung: Direktsaat im Frühling bzw. Neupflanzung von April bis September. Durch Teilung kräftiger Wurzelstöcke im Frühling wird der Sonnenhut vermehrt und verjüngt.

Ernte: Wenn sich die Blütenmitte nach oben wölbt (siehe Foto), die Stängel etwa 20 cm über dem Boden abschneiden.

Anwendung: Sonnenhut wird frisch, nicht getrocknet verwendet, zum Beispiel für die Herstellung einer immunstärkenden Tinktur. 

Echter Salbei

Standort/Pflege: Der mehrjährige Halbstrauch bevorzugt sonnige Plätze und magere, kalkhaltige Böden. Eine Düngung ist kaum erforderlich. Regelmäßig die frischen Triebe ernten, das fördert eine gute Verzweigung. In rauen Lagen ist Winterschutz ratsam.

Vermehrung: Im Frühsommer heruntergebogene Zweige mit stabilem Draht in der Erde verankern. Sobald sich ausreichend Wurzeln gebildet haben, trennt man die Teilstücke ab und pflanzt sie ein.

Ernte: Erster Schnitt vor Blühbeginn, der zweite erfolgt Ende August. Ein späterer Schnitt mindert die Winterhärte. Beste Tageszeit: mittags bei sonnigem Wetter, dann ist der Ölgehalt am höchsten. Die ganzen Blätter unzerkleinert trocknen, zum Beispiel im Backofen bei 40 Grad (Kochlöffel in die Backofentür klemmen).

Wirkung/Anwendung: Salbei enthält ätherische Öle, Gerbstoffe, Bitter- und Farbstoffe (Flavonoide). Er wirkt entzündungshemmend, antibakteriell, schweißhemmend und verdauungsfördernd. Bewährt hat sich bei einer Mund- und Rachenentzündung mehrmaliges Gurgeln mit starkem Salbeitee. Rezept: 3 EL klein geschnittene Salbeiblätter mit 1 l heißem Wasser übergießen und 10 Min. ziehen lassen.

Echte Kamille

Standort/Pflege: Die Heilpflanze liebt sonnige Standorte und magere, mäßig feuchte Böden.

Aussaat/Vermehrung: Kamille ist einjährig und wird im Frühjahr oder Herbst ausgesät. An günstigen Plätzen verwildert sie. Eine Düngung mit Holzasche im Frühling fördert die Blütenbildung.

Ernte: Täglich, sobald sich die gelben Blütenböden nach oben wölben, in der Regel ab Juni. Beste Erntezeit: mittags.

Wirkung/Anwendung: Kamille enthält ätherisches Öl, Farb- und Schleimstoffe. Ein aus den Blüten hergestellter Tee (oder eine Tinktur) wirkt entzündungshemmend, wundheilend, beruhigend und krampflösend. Lauwarm und in kleinen Schlucken getrunken lindert Kamillentee Magen-, Darm- und Menstruationsbeschwerden.

Königskerze

Standort/Pflege: Möglichst sonnig, nährstoffarm und windgeschützt sollte ihr Platz im Garten sein, die hohen Stängel werden vom Wind leicht umgedrückt.

Aussaat/Vermehrung: Im Juni/ Juli die 2-jährigen Pflanzen direkt ins Beet säen. Das Saatgut nicht mit Erde bedecken. Königskerzen sind Lichtkeimer und säen sich an günstigen Standorten selbst aus.

Ernte: Ab Juni täglich vormittags die Blüten sammeln, am Nachmittag fallen sie bereits ab. Rasch im Backofen bei 40 Grad trocknen.

Wirkung/Anwendung: Königskerzen-Blüten sind häufig Bestandteil von Hustentees. Sie wirken reizmildernd, schleimlösend, aber auch harntreibend.

Echter Thymian

Standort/Pflege: Der aus Mittel- und Südeuropa stammende Lippenblütler entwickelt sein bestes Aroma an sonnigen Standorten und auf mageren, gut durchlässigen Böden. Eine Düngung ist nicht erforderlich, etwas Algenkalk genügt. In rauen Gegenden vor starkem Frost schützen.

Aussaat/Vermehrung: Direktsaat im Frühjahr. Für die Vermehrung schneidet man vor Blühbeginn fingerlange Triebe ab. Die unteren Blätter entfernen und in einen Topf mit Anzuchterde stecken. Die Stecklinge gleichmäßig feucht halten, bis sie sich bewurzelt haben, dann auspflanzen.

Ernte: Im Mai/Juni ist das Aroma besonders intensiv. Eine zweite Ernte ist im August möglich. Beste Tageszeit: mittags. Die Triebspitzen werden im Ganzen getrocknet und erst bei Verwendung zerkleinert.

Wirkung/Anwendung: Thymian wirkt entzündungshemmend, antibiotisch, auswurffördernd und krampflösend. Neben ätherischem Öl enthält er Flavonoide, Seifen-, Gerb- und Bitterstoffe. Seine Stärke liegt in der Behandlung von Atemwegserkrankungen. Hilfreich ist das Kraut auch als Gesichtswasser oder Dampfbad bei unreiner Haut und Akne.

Echter Eibisch

Standort/Pflege: Die traditionelle Bauerngartenpflanze, eine nahe Verwandte der Stockrose, zählt zur großen Familie der Malvengewächse. Hierzulande findet man sie wild wachsend an Wiesen- und Wegrändern, insbesondere auf nährstoffreichen, feuchten Böden und in sonnigen, windgeschützten Lagen. Eibisch steht unter Naturschutz und darf daher in freier Natur nicht gesammelt werden.

Aussaat/ Pflanzung: Ab April wird direkt ins Freiland gesät. Jungpflanzen setzt man im Frühling oder Herbst

Ernte: Täglich vormittags ab Juli die geöffneten Blüten und die jungen Blätter sammeln und rasch trocknen. Die Wurzeln gräbt man im Spätjahr aus, reinigt und trocknet sie.

Wirkung/Anwendung: Die in Blüten, Blättern, vor allem aber in den Wurzeln reichlich vorhandenen Schleimstoffe lindern Entzündungen des Mundund Rachenraums sowie des Magen- und Darmtrakts.

Garten-Ringelblume

Standort/Pflege: Die einjährige Heilpflanze liebt einen sonnigen Standort mit ausreichender Bodenfeuchtigkeit. Sie ist anspruchslos, pflegeleicht und blüht pausenlos von Juni bis zum ersten Frost.

Aussaat/Vermehrung: Direktsaat im Herbst oder Frühjahr ab April. An günstigen Standorten säen sich Ringelblumen jedes Jahr selbst aus. Bevorzugen Sie orangefarbene Sorten, sie enthalten mehr Carotinoide als gelbe.

Ernte: Nach Blühbeginn zweimal wöchentlich die ganzen Blütenköpfe pflücken. Regelmäßige Ernte fördert die Blütenbildung. Rasch im Schatten oder im Backofen trocknen und luftdicht aufbewahren.

Wirkung/Anwendung: Ringelblumen werden äußerlich als Salbe, Öl oder Tinktur zur Wundheilung, bei Venenentzündungen, Muskelzerrungen und Blutergüssen eingesetzt. Innerlich als Tee eingenommen, lindern sie Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut, Magengeschwüre und Gallenprobleme.

Wiesen-Arnika

Standort/Pflege: Anders als die anspruchsvolle heimische Berg- Arnika kommt die Wiesen-Arnika problemlos in unseren Gärten zurecht. Der Standort sollte sonnig, der Boden nährstoffarm und durchlässig sein.

Aussaat/Pflanzung: Die Lichtkeimer werden im März in Saatkisten vorgezogen. Jungpflanzen in Töpfen kann man jederzeit in magere, durchlässige Erde an sonniger Stelle pflanzen.

Ernte: Die Blütenköpfchen werden um die Mittagszeit gepflückt und frisch verarbeitet oder getrocknet.

Wirkung/Anwendung: Arnika heilt Entzündungen und fördert die Durchblutung. Empfohlen wird ausschließlich die äußere Anwendung als Salbe oder Tinktur. Innerlich wird Arnika heute nicht mehr verwendet.

Unser Tipp

Schleimstoffe in Heilpflanzen

Schleimstoffe sind in der Pflanzenwelt weit verbreitet, sie liefern Energie und stärken die Zellwände. Zu den bekanntesten Pflanzen, die Schleimstoffe enthalten, zählen außer dem Echten Eibisch (Eibischwurzel siehe Foto), die Wilde Malve, Beinwell, Huflattich, Königskerze, Lungenkraut, Spitzwegerich, Indischer Flohsamen und Gemeiner Lein.

Auch verschiedene Getreidearten wie Hafer und Roggen besitzen Schleimstoffe. Ihre reizmindernden Eigenschaften werden besonders in der Naturheilkunde geschätzt. Wie ein Schutzmantel legen sie sich über die Schleimhäute im Mund- und Rachenraum, ebenso im Magen-Darm-Trakt und lassen die Entzündungen schneller abheilen.

Ein großes Quellvermögen haben Floh- und Leinsamen. Sie regen die Darmtätigkeit, zum Beispiel bei Verstopfung an. Gleichzeitig sind sie in der Lage, bei Durchfall überschüssige Flüssigkeit und Giftstoffe zu binden. Allerdings auch die Wirkstoffe von Medikamenten, daher sollte man beides nicht zur gleichen Zeit einnehmen, sondern mit einer Pause von mindestens einer Stunde zuerst die Medikamente, dann Floh- bzw. Leinsamen.

Heilkräuter auf Vorrat

Den ganzen Sommer über können Sie Heil- und Würzkräuter für die kalte Jahreszeit ernten und trocknen. Den höchsten Wirkstoffgehalt haben duftende Pflanzen, also Kräuter, die ätherische Öle enthalten, zur Mittagszeit. Die ausgewählten Pflanzenteile sollten trocken und sauber sein, sie werden nicht gewaschen, damit die empfindlichen Ölzellen nicht beschädigt werden.
Über die Qualität des Ernteguts entscheidet aber nicht nur der richtige Erntezeitpunkt, sondern auch die anschließende Trocknung. Je schneller der Trocknungsprozess abgeschlossen ist, desto eher bleiben Farben, Wirkstoffe und Aromen erhalten. Die natürliche Lufttrocknung in warmen, gut durchlüfteten Räumen, sollte nicht länger als 10 Tage dauern. Ideal sind Holzrahmen, die mit Draht bespannt sind. Die Blüten und Blätter werden darauf sorgfältig ausgebreitet und trocknen von unten und oben. Noch schneller geht’s im Backofen – für empfindliche Malven- oder Königskerzenblüten die beste Methode. Die Temperatur darf 40 Grad nicht übersteigen, außerdem muss die Backofentür stets einen Spalt geöffnet sein (Kochlöffel dazwischenklemmen), damit die Feuchtigkeit abziehen kann. Die getrockneten Kräuter in verschließbaren Gefäßen dunkel und kühl aufbewahren.

Selbstgemachte Salben, Tees und Naturkosmetik

Hier finden Sie Anleitungen für wohltuende Naturkosmetik und natürliche Medizin aus Blüten und Blättern.