Die kleinen, aber zahlreichen Blüten der Blut-Pflaume ((Prunus cerasifera ‘Nigra’) überziehen die noch blattlosen Zweige des Großstrauchs mit einem zarten rosafarbenen Schimmer. Nicht mehr lange, dann entfalten sich auch die dunklen, rotbraunen bis schwarzroten Blätter und bilden einen kontrastreichen Akzent zu den hellen Blüten. Dieses Schauspiel der Natur in den Vorfrühlingstagen gehört für manche zu den schönsten Erlebnissen im Gartenjahr. 

Die Blut-Pflaume ist eine Sorte der Kirsch-Pflaume (Prunus cerasifera). Die weiß blühende und grün belaubte Art war ursprünglich nur auf dem Balkan und in Teilen Asiens beheimatet. Jedoch ist sie schon seit vielen Jahrhunderten bei uns eingebürgert und wächst vor allem in Obstanbaugebieten wild in Hecken und entlang der Waldränder – und was viele wahrscheinlich nicht wissen: Unsere Pflaumen (Prunus domestica) und Mirabellen (Prunus domestica subsp. syriaca) sind aus einer Kreuzung zwischen Kirsch-Pflaume und Schlehe (Prunus spinosa) ebenfalls vor langer Zeit hervorgegangen. Wie viele andere Kulturpflanzen verdanken wir den Römern diese wohlschmeckenden Errungenschaften. Denn sie brachten diese von Griechenland zunächst nach Italien und später dann in ihre Provinzen nördlich der Alpen.

Die Kirsch-Pflaume (Prunus cerasifera), bekannt auch als Wilde Pflaume, ist für Hummeln und Bienen eine wichtige Futterquelle im Frühling. Die nahe Verwandschaft mit der Blut-Pflaume ist unübersehbar.

Die Blut-Pflaume wächst als Großstrauch oder kleiner Baum. Wenn Sie ihn pflanzen möchten, sollten Sie daher einplanen, dass dieser fünf bis sieben Meter hoch und drei bis fünf Meter breit wird. Das Gehölz ist recht anspruchslos, mag jedoch keine Bodenverdichtung. Ein regelmäßiger Schnitt, wie ihn die Kultursorten der Pflaume und Zwetschge benötigen, um reichen Ertrag zu bringen, ist nicht erforderlich. Dennoch reifen im Sommer dunkelrote, süß-säuerliche Früchte. Wenn Sie ausreichend Platz im Garten haben, können Sie die Blut-Pflaume zum Beispiel in einer gemischten Hecke zusammen mit anderen Blütengehölzen entlang der Grundstücksgrenze pflanzen. Aber auch in Einzelstellung ist sie schön anzuschauen und am besten erhält sie dann einen Platz im Garten, den man vom Haus aus gut sehen kann, um während der Blütezeit ihre ganze Schönheit genießen zu können. In den nachfolgenden Wochen bietet das dunkle Laub einen attraktiven Hintergrund für weiße und rosafarbene Blütenstauden wie Edel-Pfingstrosen, Zierlauch und Storchschnabel.

Der Beitrag wurde erstellt von Susann Hayn von der Redaktion "Mein schöner Landgarten".