Gartenhäuser: Die verschiedenen Nutzungsarten

Ursprünglich dienten Gartenhäuser vor allem einem praktischen Zweck: dem wetterfesten Verstauen von Werkzeugen und Gartenutensilien aller Art. Auch heute noch werden sie gerne als Lagerraum für Gartengeräte oder -möbel genutzt, teilweise aber auch als ruhige Rückzugsmöglichkeit im Grünen oder als Spielecke für Kinder. Hochwertige Modelle bieten sogar regelrecht Wohnqualität – dank größerer Fläche, besserer Isolierung und zahlreicher Optionen wie Kochgelegenheiten, sanitärer Einrichtungen sowie Kaminöfen und anderer Heizungsvarianten.

Auf der sonnigen Seite des Häuschens ist die richtige Stelle für einen Pflanztisch mit Mini-Gewächshaus zur Anzucht aus Saatgut. Auf der Pflanzentreppe und dem Hängeregal lassen sich die Zöglinge platzsparend weiterkultivieren.

Gartenhäuser aus Holz: Pflege und Tipps

Bevorzugtes Baumaterial für Gartenhäuser ist ganz eindeutig Holz. Es ist günstiger und einfacher in der Handhabung als Naturstein und hat auch gegenüber Kunststoff und Metall entscheidende Vorteile: Es isoliert gut, fügt sich besonders in unlackierter Form unaufdringlich in den Garten ein und gewinnt dank der natürlichen Verwitterung seiner Oberfläche mit der Zeit sogar an Charme. Wie bei allen Holzbauten im Freien ist jedoch bei der Konstruktion auf einige Details zu achten: So sollte Regenwasser von allen Bauteilen gut abfließen können und ein Fundament den direkten Kontakt zu feuchtem Boden verhindern.

Eingebettet zwischen Beeten mit Strauchrosen und hohen Ziergräsern sowie berankt durch Clematis und Kletterrosen wirkt das Holzhaus wie ein natürlicher Gartenbestandteil. Das i-Tüpfelchen: die Dachbegrünung mit genügsamen Pflanzen wie Mauerpfeffer.
 

Der kleine Schuppen inmitten der Gemüsebeete hält alle wichtigen Werkzeuge bereit. Direkt daran angefügt, lädt ein geschützter Sitzplatz zu Ruhepausen ein.

Welches Holz eignet sich für Ihr Gartenhaus?

Gut bewährt haben sich bei Gartenhäusern Nadelhölzer aus kalten Klimaregionen, wie Sibirische Lärche und Nordische Fichte, die sehr witterungsbeständig sind. Dennoch ist es empfehlenswert, ihre Langlebigkeit durch einen Anstrich mit farbneutralen Imprägniermitteln zu erhöhen. 

Gartenhaus streichen: Darauf sollten Sie achten

Möchte man sein Gartenhaus farblich gestalten, hat man die Wahl zwischen Lasuren, welche die Maserung weiterhin durchschimmern lassen, und Deckfarben. Dabei ist prinzipiell erlaubt, was gefällt. Mit Gelb- und Rottönen setzt man auffällige Akzente, während Blau oder auch reines Weiß für eine frische Note sorgen. Soll das Gebäude dagegen dezent im Hintergrund stehen, dann sind gedeckte, dunkle Grün- und Brauntöne erste Wahl.

Einheitlich in Taubenblau bilden Holzhaus, Sichtschutz und Sitzgruppe ein harmonisches Ensemble, im Halbrund verlegte Steinplatten begrenzen die Fläche.
 

Unsere Empfehlung

Pflege für Ihr Gartenhäuschen

Mit dieser Holzlasur wird Ihr Gartenhaus perfekt gepflegt und geschützt. 

Gartenhaus in den Garten integrieren

Zum festen Bestandteil des Gartens wird das Häuschen erst, wenn man es geschickt in die Pflanzenwelt einbezieht. So lassen sich beispielsweise Zierbeete oder auch Strauchgruppen seitlich bis ans Gebäude heranführen, sodass sich nur dessen Stirnseite zum Rasen oder Gartenweg hin öffnet. Weist diese Seite einen deutlichen Dachüberstand auf, dann bietet es sich förmlich an, dort einen Sitzplatz für lauschige Mußestunden einzurichten.

Formschön, aber farblich zurückhaltend schmiegt sich der achteckige Pavillon zwischen Stauden und Sträucher, die weit ausladende Krone des alten Apfelbaums spendet ihm Schatten.

Baugenehmigung für Ihr Gartenhaus

Ob Sie für das Errichten eines Gartenhauses eine Baugenehmigung benötigen, ist zunächst von der Bauordnung Ihres Bundeslandes abhängig. Oft gelten dabei für Innen- und Außenbereiche von Ortschaften unterschiedliche Regelungen. Entscheidend ist stets die Gebäudegröße, gemessen anhand des Rauminhalts in Kubikmetern (m3, Grundfläche x durchschnittliche Höhe). So sind beispielsweise innerhalb bayerischer Orte Gartenhäuser ab einer Größe von 75 m3 genehmigungspflichtig, in Nordrhein-Westfalen gilt dies bereits ab 30 m3. Unabhängig von diesen Werten benötigt man für Gartenhäuser, die mit Feuerstätte (Ofen, Kamin, Zentralheizung), Aufenthaltsraum oder Toilette ausgestattet und somit zum Wohnen geeignet sind, regelmäßig eine Baugenehmigung. Doch selbst wenn das Gebäude genehmigungsfrei ist, müssen baurechtliche Vorschriften, wie vor allem Grenzabstände (zum benachbarten Grundstück), eingehalten werden. Maßgeblich sind auch die im Bebauungsplan eingetragenen Baulinien und -grenzen, welche die überbaubare Fläche festlegen. Liefert der Plan hierzu keine genauen Angaben, dann gelten im Allgemeinen die Abstandsvorschriften des jeweiligen Bundeslandes für fest errichtete Gebäude – Ausnahmeregelungen durch das örtliche Bauamt können möglich sein.

Unser Tipp

Vor dem Errichten Ihres Gartenhauses

Lassen Sie sich vor dem Errichten eines Gartenhauses vom Sachbearbeiter Ihrer Baubehörde beraten, ob eine Genehmigung erforderlich ist und welche Grenzabstände sowie sonstigen baurechtlichen Vorschriften (z.B. zu Verkehrssicherheit und Brandschutz) einzuhalten sind. So vermeiden Sie unangenehme Folgen, wie Baustopp, Beseitigungsverfahren oder Bußgelder, und sind bei möglichen Nachbarschafts-Streitigkeiten auf der sicheren Seite.