Eine Pflanze mit vergessener Macht

Schon die Griechen und Römer glaubten, dass das Eisenkraut (Verbena officinalis) über glücksbringende Kräfte verfügt. Die Kelten verwendeten das Kraut als Räuchermittel bei der Reinigung von Tempeln und auch beim Härten und Schmieden von Waffen – was der Heilpflanze wahrscheinlich den Namen Eisenkraut einbrachte. Zudem wurde die Pflanze besonders zur Wundheilung eingesetzt. Auch Hildegard von Bingen empfahl das gekochte Kraut als Umschlag bei Geschwüren sowie bei Entzündungen im Mundraum.

Das Eisenkraut gehört zur Familie der Eisenkrautgewächse (Verbenaceen). Die Pflanze wird bis zu 75 Zentimeter hoch und kommt in fast ganz Europa, Nordafrika und Vorderasien wild wachsend vor. Die Blütezeit beginnt im Juni und zieht sich bis in den Oktober hinein. Dann reichen die Blütenschattierungen von rosa und pink bis hin zu blau und violett und verströmen einen würzigen Duft, der an Urlaub im Süden erinnert.

Eisenkraut als Heilpflanze

In der Heilkunde werden die während der Blütezeit gesammelten oberirdischen Pflanzenteile des Krauts verwendet. Neben etwas ätherischem Öl enthalten sie Bitter-, Schleim- und Gerbstoffe. Diese sollen bei leichten Magenbeschwerden und Durchfall Linderung verschaffen. Gegurgelt soll ein Tee aus Eisenkrautblättern bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum helfen. Ist man von Husten und Heiserkeit geplagt, kann der Tee mit seiner schleimlösenden Wirkung helfen. Da er zudem die Verdauung anregt und Bitterstoffe enthält, sollte man ihn jedoch nur in Maßen trinken. Auch bei Kopfschmerzen, die menstruationsbedingt sind, und in den Wechseljahren ist der Tee aus Eisenkraut ein gutes Heilmittel für Frauen. Während der Schwangerschaft sollte man allerdings darauf verzichten, da er eine weheneinleitende Wirkung haben kann.

Vor allem ist der Tee gut für die Nerven und hilft bei Anspannung und Stressphasen. Dabei lindert er Kopfschmerzen und wirkt schlaffördernd. Nicht nur die Kelten weihten ihre Altäre mit dem Eisenkraut. Auch heute wird damit geräuchert, um im Raum eine angenehme Atmosphäre zu schaffen.

Wundermittel gegen Wunder

Zur Erstversorgung von Wunden reicht der austretende Saft einiger frisch gepresster Eisenkrautblätter. Einfach frisches, zerdrücktes Kraut auf eine Wunde legen. Für die weitere Wundversorgung können Kompressen aufgelegt werden: Dazu Verband-Mull in konzentrierten Eisenkraut-Tee tauchen und etwa eine halbe Stunde auf der Wunde liegen lassen.

Das "Druidenkraut" ist gegen allerlei Probleme gewachsen. Vor allem in stressigen Zeiten sorgt es dafür, dass man "eisenhart" wird und wieder zu neuer Stärke kommt.

Eisenkraut-Tee

1 bis 2 Teelöffel getrockneter Eisenkrautblätter mit einem viertel Liter kochendem Wasser überbrühen. 5 bis 10 Minuten bedeckt ziehen lassen. Danach abseihen. Täglich ein bis zwei Tassen trinken oder als Gurgellösung verwenden.