Geschichte des Erntedankfests

Wenn die Bauern im Spätsommer die Früchte ihrer Arbeit eingebracht haben, feiert man traditionell das Erntedankfest. Dann sind die Altäre mit üppigen, farbenfrohen Arrangements aus Kürbissen, Äpfeln, Getreide und anderen Feldfrüchten geschmückt. Auch Brot, Mehl oder Wein werden dargebracht. Dieses symbolische Zurückgeben des Ertrags ist ein Ausdruck des Dankes an Gott für ein erfolgreiches landwirtschaftliches Jahr – auch heute noch, wo unsere Existenz nicht mehr unmittelbar vom Anlegen der Vorräte für den Winter abhängt.

Zum ersten Mal wird das Fest in der römisch-katholischen Kirche im dritten Jahrhundert erwähnt. Bereits vorher, bei den Griechen und Römern, lassen sich ähnliche Dankesriten nachweisen. Bis heute gibt es in vielen Teilen der Welt Ernte-Bräuche. In Deutschland feiern die Protestanten das Fest am ersten Sonntag nach Michaelis (29.9.) und die Katholiken folgen am ersten Sonntag im Oktober.

Feier nach erfolgreicher Getreide-Ernte

Nachdem das Getreide eingebracht war, wurden die Mägde und Knechte von den Gutsherren mit einem Fest empfangen – wie es diese historische Postkarte zeigt.

Brauchtum rund ums Erntedankfest

Die Bräuche, die sich um das Fest ranken, sind von Region zu Region unterschiedlich. Aus Getreide oder Weinreben werden prächtige Erntekronen geflochten, die entweder in der Kirche aufgestellt oder auf Wagen angebracht werden. In manchen Gegenden wird aus Strohgarben eine sogenannte Erntepuppe gefertigt, die als Opfergabe auf dem Feld bleibt oder verbrannt wird. Oft sieht man auch fantasievoll dekorierte Figuren aus Strohballen. Ein weiteres Ernteritual ist der Almabtrieb in den Bergregionen. Dort bedanken sich Bauern und Hirten, dass ihr Vieh gesund von der Alm zurückgekehrt ist. Heutzutage feiern Gemeinden, Vereine und Freilichtmuseen das Erntedankfest auch, um auf einen bewussten und nachhaltigen Umgang mit den Gaben der Natur aufmerksam zu machen. Dass die alten Bräuche wiederbelebt und weitergegeben werden, ist ein schöner Nebeneffekt dieses traditionsreichen Festes im Herbst.

Prächtige Erntedankfest-Dekoration

Der Altar wird am Erntedankfest prächtig verziert. Äpfel, Birnen, Pflaumen, allerlei Gemüse und Getreideähren schmücken den Altar in der Kirche. Damit wird auf die Fülle der Ernte hingewiesen und sich bei Gott bedankt. Auch die Hoffnung auf einen guten Ertrag im kommenden Jahr ist darin ausgedrückt.

Weitere besondere Dekorationen am Erntedankfest sind die Erntekrone und das Ernterad. Eine Erntekrone besteht aus unterschiedlichen Ähren, die nach oben gebunden werden. In vielen Gemeinden stellen Landfrauen und Vereinsmitglieder die Kronen her und bringen sie anschließend auf Umzugswagen an. Für ein Ernterad werden zwischen den Speichen eines alten Wagenrades verschiedene Apfelsorten und Zierkürbisse kunstvoll arrangiert. Die Gaben der Natur sind ein Blickfang in herbstlichen Farben.

Traditionelle Umzüge

Umzüge und Prozessionen gehören in vielen Regionen dazu. Die Gemeindemitglieder fahren in der regionalen Tracht mit Dreschflegeln und Sensen auf Gespannen und Wagen durch den Ort.

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Ernterad für das Erntedankfest

Das Ernterad

Ernterad für das Erntedankfest

Feiern Sie das Erntedankfest mit Ihren Kindern feiern und basteln zu diesem Anlass bunte Ernteräder. Super Nebeneffekt: Beim Einsammeln von Obst, Gemüse und Nüssen für das Rad lernen die Kinder, was alles in der Natur wächst.