Warum blühen Pflanzen im Winter?

Sobald die Temperaturen steigen und die Sonnenstrahlen den Boden ein wenig erwärmen, wagen sich erste Blüten hervor und setzen Farbkleckse in Landschaft und Garten. Die ungewöhnlich frühe Blütezeit einiger Pflanzen rührt daher, dass sie ursprünglich in Regionen beheimatet waren, in denen der Winter meist milder ist als in hiesigen Breiten. 

Diese gelben Blumen & Sträucher blühen im Winter

  • Winter-Jasmin kam vor langer Zeit aus China in unsere Parks und Gärten. Seine Blüten, die denen der Forsythie sehr ähneln, zeigen sich von Januar bis März. An sonnigen Standorten in warmen Lagen blüht Winter-Jasmin sogar schon im Dezember.
  • Auch die Zaubernuss zählt zu den ersten Sträuchern, die ab Januar mit kräftigen Gelb-, Orange- und Rottönen auftrumpfen.
  • Zur selben Zeit öffnen sich die männlichen Blüten der Gewöhnlichen Hasel. Mithilfe des Windes bestäuben sie dann die weniger auffälligen weiblichen Blüten, aus denen bis zum Herbst Haselnüsse heranreifen.
  • Auch Winterling, Krokus und Gelbe Zwerg-Iris nutzen die kalten Monate als Wachstumsperiode. Sie zählen zu den sogenannten Geophyten, die sich nach der Blüte in Knollen, Zwiebeln oder Wurzelstöcke, auch Rhizome genannt, zurückziehen. Unter der Erde lagern sie Nährstoffe wie Stärke und Zucker ein, um im folgenden Jahr mit voller Kraft loslegen zu können. Ihre Blätter sollte man daher erst abschneiden, wenn sie beginnen, gelb zu werden. Mit der Strategie des frühzeitigen Wachstums umgehen Winterling, Zaubernuss und Winter-Jasmin die große Konkurrenz all der Pflanzen, die im Frühling und im Sommer zuhauf blühen. Denn Bienen, Hummeln und andere Insekten begeben sich mit steigenden Temperaturen auf Erkundungsflüge und stürzen sich dabei förmlich auf die erste Nahrung nach der entbehrungsreichen Zeit. Während sie sich am Nektar laben, werden die besuchten Blumen und Büsche bestäubt. So profitieren beide voneinander und wir erfreuen uns am prächtigen Farbenspiel, das uns die Wartezeit auf den Frühling verkürzt.

Winter-Jasmin

Raureif überzieht die zierlichen Blüten des Winter-Jasmins (Jasminum nudiflorum) mit filigranen Eiskristallen. Wie der botanische Name verrät, blüht der Strauch noch vor dem Blattaustrieb. Wie Kaskaden hängen die Triebe des Winter-Jasmins über Kübel- und Mauerränder herab, wenn sie nicht an Spalieren oder Wänden in die Höhe wachsen können. Mit sperrigen Trieben kann sich Winter-Jasmin in andere Sträucher und in Mauerritzen haken und bis zu drei Meter emporklettern. Er zählt daher zu den Spreizklimmern.

Winter-Jasmin (Jasminum nudiflorum) 

Gewöhnliche Hasel

Die Blütenkätzchen der Gewöhnlichen Hasel (Corylus avellana) bilden sich bereits im Herbst aus.  Sobald sie sich öffnen, verteilt der Wind Tausende von Pollen.

Gewöhnliche Hasel (Corylus avellana)

Winterlinge

Winterlinge verwildern gerne unter sommergrünen Gehölzen. Dort bekommen sie am Jahresanfang genügend Licht, während liegen gebliebenes Herbstlaub vor Frost schützt und die Erde darunter ausreichend feucht hält. Die Kelchblätter des Winterlings öffnen sich bei Sonnenschein und milden Temperaturen. Abends und bei Frost schließen sie sich, um das Blüteninnere zu schützen. DIese gelbe Winterblume eignet sich auch toll zum Dekorieren.

Winterlinge

Gelbe Zwerg-Iris

Die Gelbe Zwerg-Iris (Iris danfordiae) zeigt sich in Regionen mit milder Witterung bereits ab Ende Februar in kräftiger Farbe. Nach jeder Blüte legt sie lange Blühpausen ein und sollte daher regelmäßig nachgepflanzt werden.

Zaubernuss

Kehrt das Rotkehlchen im März zurück, blühen einige Sorten der Zaubernuss (Hamamelis) noch immer. Beispielsweise die hellgelb blühende ‘Westerstede’ oder die schwefelgelbe Sorte ‘Arnold Promise’.

Zaubernuss (Hamamelis)

Unser Tipp

Über die Zaubernuss

Sie möchten noch mehr über die Zaubernuss erfahren? Alles was Sie über den Pflanztermin, die Pflege und die verschiedenen Sorten der Zaubernuss wissen sollten, finden Sie in diesem Artikel.

Gelber Krokus

Gelber Krokus (Crocus chrysanthus) treibt sehr früh aus und erfreut uns von Februar bis März mit kleinen cremefarbenen Blüten.

Gut zu wissen

Gelbe Blüten ziehen Bienen an

Weil die Facettenaugen von Bienen ultraviolette Lichtstrahlen wahrnehmen können, sehen Blüten für die fleißigen Nektarsammler anders aus als für das menschliche Auge. So leuchtet die Blüte des Winterlings für sie in sattem „Bienenpurpur“ auf. In der Mitte befinden sich dunklere Flecken, die sogenannten Saftmale. Sie locken die bestäubenden Insekten an und führen sie direkt zu Nektar und Pollen. Diese besondere Wahrnehmung ermöglicht es Bienen, ihr Ziel auch aus der Ferne gut zu erkennen. Während ihnen grüne Rasen- und Wiesenflächen grau erscheinen, stechen gelbe Blüten besonders hervor. Daher tragen auffallend viele Bäume, Büsche und Blumen im Vorfrühling und Frühling ein Blütenkleid in genau dieser Farbe.

Gelbe Winterblumen dekorieren

  • In einer alten Holzkiste wachsen Winterlinge rings um eine schneeweiße Christrose (Helleborus niger).
  • Mit Zweigen von Zaubernuss und Hasel holt man sich den Vorfrühling ins Haus. Sobald sich die Blütenkätzchen öffnen, sollte der Strauß jedoch rausgestellt werden, da die Pollen dann in regelrechten Wolken austreten.
  • Ein Trinkglas dient als Vase für Schneeglöckchen und Winterling. Bei Zimmertemperatur sind die Blüten weit geöffnet. Ein kleiner Kranz aus Haselzweigen ziert das Duo.
  • In Pflanzschalen vorgezogene Winterlinge verschönern ab Ende Januar Terrasse und Balkon. Nach der Blüte Anfang März werden sie zum Verwildern in den Garten gepflanzt.
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