Vorratshaltung planen

Wenn sich der Sommer verabschiedet, dreht sich im Küchengarten alles um die Vorratshaltung. Dabei kann man sich ruhig Zeit lassen und alles nach und nach verwerten, denn die meisten Spätgemüse legen nicht nur an Gewicht, sondern auch an Qualität zu, wenn sie ein wenig länger auf dem Beet bleiben.

Mangold im Garten

Mangold ist eines der vielseitigsten Blattgemüse. Die knackigen Stiele können wie Spargel zubereitet werden, die aromatischen Blätter verwendet man wie Spinat, etwa in einer herzhaften Lasagne. Bricht oder schneidet man jeweils die äußeren Stängel, dauert die Ernte bis zum ersten Frost.

Buntstieliger Mangold kommt mit den oft rasch sinkenden Temperaturen bestens zurecht und verträgt sogar leichten Frost. Wer noch viele Wochen ernten möchte, legt vorsorglich Vlies als Kälte- und Nässeschutz bereit. Damit die Pflanzen rasch neue Blätter bilden, sollte man bei jedem Erntegang pro Staude höchstens ein Drittel der Stängel abdrehen oder abschneiden. Stellt Mangold das Wachstum allmählich ein, deckt man das Herz mit einer dicken Schicht Stroh oder Laub und Reisig ab. Nach einem nicht allzu harten Winter treibt er im Frühjahr erneut aus und liefert lange vor dem ersten Salat oder Spinat wieder frisches Grün für die Küche.

Knollensellerie richtig pflegen

Die Knollensellerie benötigt bis zur Ernte noch reichlich Wasser, vor allem während der Hauptwachstumszeit im September sollten die Rüben reichlich gegossen werden. Die Zugabe von kalireicher Beinwell-Jauche fördert ihre Entwicklung. Aber sparsam dosieren, sonst werden die Knollen hohl und das Fleisch „wattig“!

Erntezeit für Wurzelgemüse

Einen konkreten Zeitpunkt, an dem Knollensellerie geerntet werden sollte, gibt es nicht. Je länger die Knollen in der Erde verweilen dürfen, desto größer werden sie. Für den Frischverzehr ist die Ernte ab August möglich. Zum Einlagern werden bestimmte Knollen Ende Oktober bis Anfang November geerntet, unbedingt jedoch, bevor die Temperaturen unter die Null-Grad-Marke fallen. Möhren können in wärmeren Regionen auf dem Beet bleiben und wandern nach Bedarf in die Küche. Überall dort, wo im Winter längere Frostperioden drohen, holt man die Rüben spätestens Ende Oktober aus der Erde und schlägt sie in feuchten Sand ein. Wie für alle Wurzelgemüse gilt: vor dem Einlagern das Laub entfernen und anhaftende Erde nur grob abbürsten, aber nicht abwaschen, eine dünne Erdschicht vermindert die Verdunstung und die Rüben und Knollen bleiben länger frisch und knackig.

Herbstrüben - eine Delikatesse

Herbstrüben sind mit der Mairübe verwandt. Spätestens Anfang September gesäte Sorten wie ‘Golden Ball’ werden ab Ende Oktober geerntet. Während Mangold als leckeres Ziergemüse wieder in Mode ist, erobern Herbstrüben ihren angestammten Platz im Beet nur zögernd zurück. In vielen Regionen gelten sie noch immer als „Arme-Leute-Essen“ – zu Unrecht, denn in Butter geschmort sind die Knollen mit dem milden, senfartigen Aroma eine echte Delikatesse! Sorten wie ‘Golden Ball’ oder ‘Purple Top Milan’ sind schon acht Wochen nach der Saat erntereif. Bis dahin darf das Wachstum nie stocken, sonst wird das Fleisch rettichscharf und hart. Daher wässert man bei Trockenheit kräftig und lockert verkrustete Erde mit der Ziehhacke auf. Und wie Mairüben können auch Herbstrüben im Balkonkasten gezogen werden, die Knollen bleiben dabei aber kleiner.

Kohlsorten

Bei Rosenkohl unterscheidet man Sorten für die Herbsternte, etwa ‘Brigitte’, und Züchtungen wie ‘Igor’, die im Winter auf dem Beet ausharren. Um die Röschenbildung zu beschleunigen, darf Herbst-Rosenkohl entspitzt werden, bei Winter-Rosenkohl sollte man auf diese Maßnahme verzichten – dadurch wird er frostempfindlicher.

Der Zierkohl ist auch essbar, Sorten mit friséeartigen Blättern eignen sich auch roh zum Verzehr. Infrage kommen jedoch nur selbst gezogene Pflanzen, im Blumengeschäft gekaufter Zierkohl wurde meist mit Pflanzenschutzmitteln behandelt, die für Gemüse nicht zugelassen sind.

Unser Tipp

Blattgemüse wird farbenfroh

Zierkohl, Radicchio und andere bunt- oder rotblättrige Blattgemüse entwickeln ihre sortentypische Farbe erst, wenn die Temperaturen nachts deutlich unter 10 °C fallen, die Pflanzen tagsüber aber möglichst viel Sonne erhalten.

Rote Bete gießen

Rote Bete wachsen an milden Herbsttagen noch kräftig weiter. Die Entwicklung dicker, saftiger Knollen können Sie fördern, wenn Sie das Gießwasser bis Mitte September alle 2–3 Wochen mit einem Schuss Brennnessel- oder Beinwell-Jauche anreichern (1 Teil Jauche auf 5–10 Teile Wasser).

Pflegeleichte Schwarzwurzel

Bei Schwarzwurzeln ist im Oktober Erntebeginn, gleichzeitig können Sie diese bereits jetzt, statt wie gewohnt im Frühjahr, an anderer Stelle neu aussäen – am besten dort, wo zuvor Tiefwurzler, beispielsweise Puffbohnen, Sonnenblumen oder Erdbeeren, gestanden haben. Zwar wachsen die delikaten „Winterspargel“ dann erst einmal extrem langsam, nach erfolgreicher Keimung können Sie das pflegeleichte Gemüse aber nahezu sich selbst überlassen.

Kürbisse ernten

Kürbisse müssen ins Haus, bevor die ersten Nachtfröste drohen. Wichtig ist trockenes, sonniges Erntewetter. Längere Regenperioden verkürzen die Lagerdauer. Optimal zum Aufbewahren ist ein 12–17 °C kühler Raum. Bei höheren Temperaturen werden die Früchte faserig, zudem droht Lagerfäule.

Salate säen

Bis Mitte September ist noch Zeit, um Feldsalat und Spinat für die Überwinterung auszusäen. Wichtig ist eine krümelige und weitgehend unkrautfreie Erde, wie sie Buschbohnen oder Kartoffeln hinterlassen. Wer noch Saatgut von Kopfsalat übrig hat – ideal sind traditionelle Sorten wie ‘Attraktion’ oder ‘Wunder der Vierjahreszeiten’ – und schon Mitte April eigenen Freiland-Kopfsalat ernten möchte, sollte ein kleines Experiment wagen: die Samen in kleine Töpfe aussäen und die jungen Pflänzchen Anfang bis Mitte Oktober an einen windgeschützten Platz setzen, sobald sie sechs bis acht Blätter entwickelt haben.

Vielfalt im Gemüsebeet

Die Mischkultur hat sich auch bei Spätgemüse bewährt. Hirschhorn-Wegerich, Lauch, Mangold und Grün- oder Palmkohl sind bewährte Beetpartner und bieten im Herbst, wenn sich die Reihen mit Sommergemüse lichten, ein prächtiges Bild.

Unser Tipp

Kartoffeln richtig lagern

Kartoffeln sollten immer nach Sorten getrennt und nicht zusammen mit anderen Gemüsearten oder Obst eingelagert werden. Kleine Mengen bewahrt man besten in gut stapelbaren Kisten auf.

Möhren voller Geschmack

Lagermöhren sind süßer als die frühen Bundmöhren und enthalten mehr möhrentypische Geschmacksstoffe. Sorten wie ‘Rodelika’ mit tieforangeroten Rüben sind reich an gesundem Betacarotin und bleiben, eingeschichtet in feuchten Sand, nach der Ernte viele Wochen knackig-frisch.

Gründüngung im Herbst

Auf Beeten, die nicht mehr benötigt werden, sorgt eine Gründüngung dafür, dass sich der Boden erholen kann. Zottel- oder Winterwicken müssen bis Mitte September ausgebracht werden, damit sich die Pflanzen vor Wintereinbruch noch ausreichend entwickeln können. Zottel-Wicken sammeln in ihren Wurzelknöllchen Stickstoff, lockern und durchlüften den Boden und hinterlassen vielleicht verrottbare, organische Substanz als Futter für große und kleine Bodenlebewesen. Mit der Aussaat von Winterroggen oder Samenmischungen wie „Wickroggen“ können Sie sich dagegen noch bis Oktober Zeit lassen.

Kompost pflegen

Der Komposthaufen quillt jetzt in vielen Gärten über, denn nicht nur Erntereste, sondern auch Laub und Schnittgut von Obstbäumen und Beerensträuchern müssen untergebracht werden. Gut, wenn man an einen zusätzlichen Sammelbehälter gedacht hat. Ansonsten behilft man sich mit großen Körben oder Gartensäcken. Für einen optimalen Rotteverlauf mit entsprechend hohen Temperaturen sollten Sie auf die richtige Mischung achten, und weiche, feuchte Abfälle jeweils zusammen mit etwa derselben Menge trockenem Material aufsetzen. Von Pflanzenkrankheiten wie Bohnenrost oder Mehltau befallene Blätter und Triebe können so unbesorgt kompostiert werden. Im Boden überdauernde Pilzkrankheiten und Bakterien überleben jedoch auch im Kompost und können sich darüber erneut ausbreiten. Möhren, Kartoffeln und andere Wurzelgemüse mit faulen Stellen oder deformierte Kohlstrünke entsorgt man deshalb über die Biotonne.

Der richtige Erntezeitpunkt

Ernten Sie Herbst- und Wintergemüse möglichst spät, denn nur voll ausgereifte Wurzeln, Knollen oder Kohlköpfe bewahren ihren Geschmack und bleiben fest. Wartet man dagegen zu lange, entwickeln Möhren lästige Wurzelhaare, Kohlrabi und Rotkohl neigen zum Aufplatzen. Als optimale Lagertemperatur gelten 1–5 °C bei möglichst hoher Luftfeuchtigkeit (70–95 Prozent). Und so erkennen Sie, wann die Zeit zum Ernten und Einlagern gekommen ist:

  • Karotten: die Blattspitzen färben sich gelb oder rostrot
     
  • Rote Beete: die Blätter sind schon leicht fleckig, die Schale um den Blattansatz wird rau
     
  • Kürbis: der Stängel wird trocken und holzig, die Schale rund um den Stielansatz weist haarfeine Risse auf
     
  • Sellerie: die Knollen sind gut faustgroß und die Schale zeigt keinen grünen Schimmer mehr
     
  • Pastinake: der Rübenansatz („Schulter“) wird sichtbar
     
  • Petersilienwurzel: einzelne Fiederblätter färben sich gelb
     
  • Kopfkohl: kurz vor dem ersten Frost (Ausnahme: Advents-Wirsing)
     
  • Kohlrabi: vor dem ersten Frost, kurz bevor die Knollen ihre sorten-typische Größe erreicht haben
     
  • Kartoffeln: gut zwei Wochen nach dem Absterben des Krauts

Unsere Empfehlung

Zum Gemüse pflanzen

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