Glitzernde Eiskristalle überziehen die Zweige, ebenso wie die Blütenkätzchen, die an ihren Enden herabhängen. Im Sommer eher unauffällig, lenkt der Haselstrauch, vom dichten Laubkleid befreit, nun unsere Aufmerksamkeit auf sich. Denn sobald sich die kleinen Kätzchen zu langen lockeren Fäden verwandeln und der goldfarbene Blütenstaub vom Wind fortgetragen wird, dürfen wir den Frühling begrüßen.

 

Die Hasel zählt zur Familie der Birkengewächse. Die in Mitteleuropa heimische Gemeine Hasel oder Waldhasel (Corylus avellana) wächst in lichten Laubwäldern, an Waldrändern und in Feld-hecken. Sie zählt zu den ökologisch wertvollsten heimischen Gehölzen, da sie zum einen als wichtige Bienenweide und Futterquelle, zum anderen als Unterschlupf- und Nistmöglichkeit für zahlreiche Tiere dient.

Die Haselnuss gehört zur Familie der Birkengewächse

Im Garten findet die Hasel häufig in gemischten Hecken oder als Schattenspender Verwendung. Beim Pflanzen sollte man die spätere Größe berücksichtigen: Der Großstrauch wird vier bis sieben Meter hoch und fast ebenso breit. An den Standort stellt das Gehölz wenig Ansprüche. Es gedeiht selbst auf nährstoffarmen Böden und im Schatten, wobei hier mit einer deutlich geringeren Nussernte zu rechnen ist.

In der Steinzeit waren die gehaltvollen und zudem gut lagerfähigen Früchte eines der wichtigsten Nahrungsmittel der Jäger und Sammler. Die ersten Sträucher wurden vermutlich bereits mit Beginn des Sesshaftwerdens kultiviert und später weiter gezüchtet. Auch die biegsamen Ruten fanden früh Verwendung und wurden beispielsweise für Flechtzäune, Körbe oder Pfeilbogen genutzt.

Leckere Nuss-Mousse ist nur eines der Dinge, zu die man Haselnüsse verarbeiten kann

Im alten Volksglauben hatte der Haselstrauch aus verschiedenen Gründen einen hohen Stellenwert. So sah man die Zweige als wirksames Mittel an, um Zauber, Unheil oder jede Art von Ungetier abzuwehren. Zudem galt die Pflanze als ein Symbol der Fruchtbarkeit und Erotik. Die Römer sahen im Haselstrauch ein Sinnbild für den Frieden, Kelten und Germanen ein Zeichen für Weisheit.

Bis heute werden aus den Zweiggabeln Wünschelruten gefertigt, die Wasseradern oder verborgene Schätze aufspüren sollen. Doch auch wer nicht auf Schatzsuche geht, kann sich in diesen Wochen an den zarten Blütenkätzchen erfreuen und mit ihnen den nahen Frühling begrüßen.