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So gesund sind Pflanzensamen

Samen sind Wunderwerke der Natur: Sie enthalten das gesamte genetische Material einer Pflanze. Sie können schwimmen, fliegen, Feuer und Frost überstehen, durch den Magen-Darm-Trakt von Tieren wandern – und behalten dennoch ihre Keimfähigkeit. Manche nur kurze Zeit, andere sind selbst nach Jahrzehnten noch in der Lage, auszutreiben und den Fortbestand ihrer Art zu sichern. Damit das System reibungslos funktioniert, werden oft riesige Mengen an Samen gebildet – was bei manchen Gartenbesitzern auf wenig Gegenliebe stößt, wenn es sich um „Unkräuter“ handelt. Beispiel Brennnessel: Ihren ungezügelten Ausbreitungsdrang schätzen oft nur Schmetterlinge wie Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, Admiral und Landkärtchen. Das Wildkraut ist die bevorzugte Futterweide für die Raupen von rund 50 verschiedenen Faltern.

Brennnesseln: Inhaltsstoffe und Heilwirkung

Neben ihren ökologischen Vorzügen besitzen Brennnesseln ein erstaunliches Potenzial als Nahrungs- und Heilpflanzen. Sowohl die Blätter als auch die Wurzeln und Samen überraschen mit einer Vielzahl gesunder Inhaltsstoffe. Die Samen können von August bis November geerntet werden. Achten Sie dabei auf die Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Blütenständen. Gesammelt werden nur die Samen der weiblichen Pflanzen. Ihr gehaltvoller Mix aus wertvollen Ölen, Phytohormonen, Eiweiß, den Mineralstoffen Kalium, Eisen und Kalzium sowie den Vitaminen A, D und E machen sie zu einem ausgezeichneten Kräftigungsmittel bei Müdigkeit, Erschöpfung, Leistungsschwäche oder in der Rekonvaleszenz, nach überstandener Krankheit.

Brennnesselsamen ernten

Von der Triebspitze bis zur Wurzel stecken Brennnesseln voller Vitalstoffe: Ab dem Frühjahr können die jungen Blätter geerntet werden, im Spätsommer erscheinen die Samen und zum Jahresende werden die Wurzeln ausgegraben. Bei der Samenernte gilt es zu beachten, dass es männliche und weibliche Pflanzen gibt. Bei näherem Hinsehen erkennt man die Unterschiede: Während die Rispen mit den kantigen weiblichen Fruchtständen nach unten hängen (Bild 1), sind die männlichen Blütenstände hellgrün, rundlich und eher horizontal ausgerichtet (Bild 2). Geerntet werden ausschließlich die Samen der weiblichen Pflanzen, wenn sie grün sind oder eine leicht bräunliche Färbung haben.

Brennnesselsamen trocken und verwenden

Frisch geerntet werden die Rispen auf einem Tuch ausgebreitet, getrocknet und ausgesiebt. Noch feiner schmecken die Samen, wenn man sie in der Pfanne mit etwas Kokosfett leicht anbrät. Sie geben Suppen, Gemüsegerichten, Müsli, Quark- und Eierspeisen eine leckere, gesunde Note. Bei einer vier- bis sechswöchigen Kuranwendung werden ein bis zwei Esslöffel täglich empfohlen.

Unser Tipp

Kräuter-Käsebällchen mit Brennnesselsamen

Wir haben hier ein schnelles und einfaches Rezept mit den gesunden Brennnesselsamen - lassen Sie es sich schmecken!

Die Wirkung von Basilikumsamen

Während die heimischen Brennnesselsamen in kaum einem Verkaufsregal zu finden sind, breiten sich die als Superfood gerühmten Chia-Samen aus Südamerika immer weiter aus. Allerdings bekommen sie zunehmend Konkurrenz durch Basilikum. Die Früchte des Würzkrauts haben ähnliche Eigenschaften wie Chia und können sogar im eigenen Garten geerntet werden, sofern man die Pflanzen blühen bzw. fruchten lässt. In Fernost verwendet man die kleinen, pechschwarzen Samen schon seit vielen Generationen, sowohl in der Küche als auch in der Naturheilkunde. Dort werden sie vor allem wegen ihrer positiven Wirkung auf Haut, Haare und das Immunsystem geschätzt. Sie sind kalorienarm, sättigend und stecken voller wertvoller Nährstoffe – ideale Voraussetzungen also für eine gesundheitsbewusste Ernährung.

Blühender Basilikum

Inhaltsstoffe von Basilikumsamen

Basilikum wird nicht nur wegen seiner würzigen Blätter geschätzt. Seine Samen haben eine beachtliche Nährstoffdichte: Außer den Vitaminen E, B6 und K besitzen sie Omega-3-Fettsäuren, Alpha-Linolensäure, Eiweiß, Magnesium und Kalzium. 

Basilikumsamen ernten und verarbeiten

Wer Basilikum im Garten hat, erntet die reifen Samenstände, trocknet sie und siebt die Samen aus. Im Wasser quellen sie bis zum Zehnfachen ihrer Größe auf.

Basilikumsamen
 

Unser Tipp

Joghurt-Dessert mit Basilikumsamen

Wir zeigen Ihnen ein leckeres Basilikumsamen-Rezept: Das fruchtige Joghurt-Dessert mit Basilikumsamen ist die perfekte Nachspeise - Überzeugen Sie sich selbst!

Buchweizen: Glutenfreier Getreideersatz

Buchweizen hat sich als Getreideersatz und als Heilmittel einen Namen gemacht. Wer aus gesundheitlichen Gründen auf Getreide verzichten muss, findet in den Körnern des Knöterichgewächses eine schmackhafte und gesunde Alternative. Sie sind glutenfrei und haben einen erstaunlichen Einfluss auf den Glukose-Stoffwechsel. Wer regelmäßig Buchweizen isst, kann seinen Blutzuckerspiegel auf natürliche Weise senken. Außerdem ist der hohe Gehalt an Lecithin eine wichtige Energiequelle für Nerven und Gehirn. In der Küche sind die Körner vielseitig verwendbar, sowohl für herzhafte als auch süße Gerichte.

Echter Buchweizen
 

Unser Tipp

Buchweizen-Pfannkuchen

Glutenfreier Genuss: Diese Buchweizen-Pfannkuchen werden luftig-lecker und schmecken in Kombination mit der Sahnequark-Nuss-Füllung einfach himmlisch! 

Hülsenfrüchte: Superfood mit gesunden Inhaltsstoffen

Hülsenfrüchte galten lange Zeit als „Arme-Leute-Essen“. Erst mit zunehmender Beliebtheit vegetarischer Kost kamen Erbsen, Bohnen, Linsen und Lupinen zu neuen Ehren. Inzwischen werden die kleinen Kraftpakete sogar als Superfood bezeichnet, denn neben hochwertigem Eiweiß, das vor allem für Vegetarier wichtig ist, enthalten sie weitere Stoffe, die einen positiven Einfluss auf unsere Gesundheit haben: pflanzliche Farbstoffe, Saponine, Carotinoide, Vitamine B1 und B2, Zink, Eisen und Kalzium. Außerdem sorgen Ballaststoffe für ein lang anhaltendes Sättigungsgefühl und regen die Darmmuskulatur an. Eine ballaststoffreiche Ernährung ist nicht nur gesund, sie mindert auch das Risiko an Darmkrebs zu erkranken.

Hülsenfrüchte - Superfood mit gesunden Inhaltsstoffen

Warum sind Hülsenfrüchte für Vegetarier wichtig?

Vegetarier schätzen Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen, Linsen und Lupinen als hochwertige pflanzliche Eiweißquelle. Die proteinreichen Samen bestimmter Schmetterlingsblütler (Leguminosen) veranlassten sogar die UNO, 2016 zum Jahr der Hülsenfrüchte zu deklarieren. Der Grund: Weltweit sind Hülsenfrüchte ein elementares Grundnahrungsmittel und wichtige Lieferanten für Ballast- und Mineralstoffe, Vitamine sowie pflanzliches Eiweiß. Sie haben zwar nicht den besten Ruf, weil sie schwer verdaulich sind und Blähungen verursachen können. Bereitet man sie aber mit Bohnenkraut oder Kümmel zu, halten sich die Nebenwirkungen in Grenzen. Außerdem ist es sinnvoll, die Verzehrmengen langsam zu steigern.
 

Unser Tipp

Kichererbsen-Salat mit Rucola und Tomaten

Ein Salat der lange sättigt - das wäre ein Traum! Unser Kichererbsen-Salat mit Rucola und Tomaten tut genau das und schmeckt darüber hinaus frisch und lecker. 

Die Wirkung von Fenchelsamen

Fenchelsamen bringen als Tee oder im Honig wohltuende Linderung, wenn der Magen rebelliert oder der Rachen gereizt ist. Für den Fenchelhonig 20 g Fenchelsamen im Mörser zerkleinern und in einem Schraubglas mit 150 g flüssigem Honig übergießen. 3 Wochen stehen lassen, hin und wieder das Glas umdrehen, dann filtern und bei Bedarf 2–3 TL über den Tag verteilt langsam im Mund zergehen lassen. Oder den Tee damit süßen.

Fenchelsamen

Kürbiskerne: Gesunde Knabberei

Kerngesunde Knabberei: Die grünen Samenkerne des Steirischen Ölkürbisses schmecken nicht nur vorzüglich, sie liefern auch eine Menge gesunder Inhaltsstoffe: Wer täglich eine kleine Handvoll (30 g) Kürbiskerne knabbert, deckt den Bedarf an Magnesium, Zink, Kupfer und Eisen. In den Samen steckt aber noch viel mehr: Neben Mineralstoffen und ungesättigten Fettsäuren sind es die Vitamine A, B, C, D und E, Ballaststoffe und Eiweiß, die sie zu einem natürlichen Heilmittel bei Blasen- und Prostata-Beschwerden machen.

Kürbiskerne

So gesund sind Wurzeln

Um die kalte Jahreszeit zu überstehen und den Fortbestand zu sichern, nutzen Pflanzen nicht nur Samen, sondern auch Wurzeln. Sobald die Tage kürzer und die Temperaturen kühler werden, beginnt der Rückzug ins schützende Erdreich. Alle lebenswichtigen Stoffe wandern dann aus den Blättern und Stängeln in die Wurzeln, die im Winter als Nährstoffspeicher dienen. Wer diese „Bodenschätze“ für die Hausapotheke nutzen möchte, tut gut daran, sich die Standorte zu markieren, solange die Blätter und Stängel noch sichtbar sind – oder greift sofort zum Spaten.

Wurzeln ausgraben: Darauf sollten Sie achten

Die Wurzelgräberzeit beginnt in den Herbstmonaten und endet im zeitigen Frühjahr, wenn die Pflanzen neu austreiben und die Nährstoffe dafür gebraucht werden. Während es im eigenen Garten leichtfällt, Pflanzen auszuwählen, ohne deren Bestand zu gefährden, ist es in freier Natur schon schwieriger. Erstens darf man nicht auf wildfremdem Gelände beispielsweise nach Wurzeln von Blutwurz, Beinwell oder Baldrian graben – dazu bedarf es einer Genehmigung des Besitzers. Zweitens ist besondere Umsicht bei Wildbeständen gefragt. Es dürfen nur so viele Wurzeln entnommen werden, dass die Pflanzen weiterhin fortbestehen können.

Wurzeln trocknen und verarbeiten

Nach einer groben Säuberung an Ort und Stelle reinigt man die Wurzeln zu Hause gründlich mit der Gemüse- oder Zahnbürste. Für Tinkturen, Heilweine, Schnäpse und Salben werden sie frisch verarbeitet. Will man sie erst zu einem späteren Zeitpunkt nutzen, kann man sie auch trocknen: In dünne Scheiben oder kleine Stücke geschnitten, breitet man sie auf einem Tuch aus und legt sie in die Sonne. Wer sich die Mühe sparen will und sich bei der Auswahl der Pflanzen nicht hundertprozentig sicher ist, bekommt getrocknete Wurzeln auch in der Apotheke. Das schmälert keinesfalls die Freude an der selbst angesetzten Naturmedizin, die gerade in der kalten Jahreszeit zur Stärkung der Abwehrkräfte und Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens von großem Nutzen sein kann.

Baldrianblüten

Baldrianblüten ähneln in ihrer Form manchen Doldenblütlern. Das Wildkraut zählt jedoch zu den Baldriangewächsen. Es bevorzugt feuchte Böden und blüht von Mai bis September. Arzneilich wirksam sind die Wurzeln. Wer selber sammeln möchte, sollte den Standort markieren, solange Blüten und Blätter noch sichtbar sind, um Verwechslungen mit ebenfalls weiß blühenden, teils giftigen Doldenblütlern zu vermeiden.

Baldrianblüten

Unser Tipp

Baldrian-Tinktur selber machen

Sie haben Probleme mit Nervosität, Schlafstörungen und Co.? Unsere Baldrian-Tinktur ist im Nullkommanichts zubereitet und kann beruhigend wirken.

Die gesunde Schärfe von Meerrettich

Meerrettich wird von Oktober bis Februar geerntet. Die wichtigsten Inhaltsstoffe der knorrigen Wurzeln bekommt man schon beim Reiben zu spüren: die Senföle lassen die Augen tränen und reizen die Nasenschleimhaut. Seit der Antike gilt Meerrettich als Heilpflanze. Seine Scharfstoffe bekämpfen Viren, Bakterien und Pílze.

Meerrettich reiben

Unser Tipp

Ingwer-Meerrettich-Heilwein gegen Erkältung

Dieser Ingwer-Meerrettich-Heilwein eignet sich perfekt, um grippalen Infekten vorzubeugen. Mit nur drei Zutaten ist der heilende Trunk gemacht, der dank Ingwer und Meerrettich eine antibiotische und entzündungshemmende Wirkung besitzt.

Pastinaken: Ernte & Inhaltsstoffe

Pastinaken erntet man am besten nach dem ersten Frost, dann sind sie besonders mild und aromatisch. Das kalorienarme Wurzelgemüse ist reich an ätherischen Ölen, B-Vitaminen, Mineralstoffen und Folsäure. Außerdem lagert es selbst auf stickstoffreichen Böden wenig Nitrat ein und ist daher auch als Babynahrung gut geeignet.

Pastinaken
 

Unser Tipp

Knusprige Pastinaken-Chips

Die knusprigen Pastinaken-Chips sind eine tolle und leckere Alternative zu herkömmlichen Kartoffel-Chips. Mit wenigen Zutaten ist der kalorienarme Snack zubereitet, der Ihnen kein schlechtes Gewissen bereitet.