Chrysanthemen-Vielfalt

Mit dem Herbst beginnt die große Zeit der Chrysanthemen. Während die meisten Stauden und Sommerblumen bereits verblüht sind, erfreuen uns die Spätblüher mit reichem Flor bis in den November hinein. Die Chrysantheme zählt zu den ältesten Zierpflanzen überhaupt. Bereits vor mehr als 2000 Jahren wurde sie in China kultiviert und gezüchtet. Erst Mitte des 17. Jahrhunderts gelangten einige Exemplare nach Holland. Weitere 200 Jahre vergingen, bis sich die für damalige Augen exotisch anmutende Staude in Europa etablierte. Mittlerweile gibt es Tausende Sorten: von einfach blühenden über halb gefüllte bis hin zu den riesigen, dicht gefüllten Schnitt-Chrysanthemen oder Varianten mit strahlenartigen Blütenblättern.


Auf Terrasse und Balkon, aber auch bei der saisonalen Beetbepflanzung haben kurzlebige Topf-Chrysanthemen ihren großen Auftritt. So dicht sitzen die Blüten, dass man kaum noch das Laub darunter sieht. Ob warme Rot- und Brauntöne, leuchtendes Gelb, Weiß oder Violett – hier findet jeder seine Farbe. Bereits im Sommer werden die kompakten Büsche in den Gartencentern und auf dem Wochenmarkt angeboten. Um die Blühdauer so lange wie möglich auszudehnen, wählt man einen sonnigen, regengeschützten Platz und putzt Welkes regelmäßig aus.

Farbenfrohes Blumenbeet

Chrysanthemen eignen sich auch für saisonale Pflanzungen. Schöne Beet-Partner sind weißbuntes Federborstengras und Zwerg-Chinaschilf, deren filigrane Blütenstände die übrigen Pflanzen überragen. Dazwischen finden Blattschmuckstauden wie Purpurglöckchen, Wollziest und Frauenmantel Platz. 

Spätblüher

Reichen Flor bis weit in den November hinein verspricht die spät blühende Garten-Chrysantheme ‘Oury’, die eine Höhe von etwa einem Meter erreicht. Dank ihrer großen bordeauxroten Blüten mit leuchtend gelber Mitte ist sie ein echter Blickfang. 

Unser Tipp

Chrysanthemen schneiden

Um die Verzweigung anzuregen, Pflanzen Ende Mai um etwa ein Drittel zurückschneiden.

Chrysanthemen im Winter

Droht Frost, sollte man die Pflanzen vorübergehend mit Vlies abdecken. Die Mühe, verblühte Exemplare aus den Töpfen in den Garten umzuquartieren, lohnt sich jedoch nur in den wenigsten Fällen. Die meisten in voller Blüte angebotenen Topf-Chrysanthemen überstehen den Winter nicht, da sie nicht für eine Dauerkultur gedacht sind. Ganz anders sieht es bei den winterharten Garten-Chrysanthemen, auch Winterastern genannt, aus. Häufig werden sie in Staudengärtnereien unter der alten Bezeichnung „Chrysanthemum x hortorum“ angeboten. Zu den bewährten Sorten zählt beispielsweise ‘Bienchen’ mit goldgelben Pompon-Blüten oder die rosaviolette ‘Anastasia’. Beide zeichnen sich durch eine besonders lange Blütezeit und gute Standfestigkeit aus. Ähnlich gut schneiden die cremeweiße ‘Poesie’, ‘Rumpelstilzchen’, ‘L’Innocence’, ‘Kleiner Bernstein’ und ‘Schweizerland’ ab.

Chrysanthemen pflanzen

Mit außergewöhnlichen Blüten wartet die zweifarbige ‘Dernier Soleil’ auf, während die alte englische ‘Emperor of China’ löffelartige Blütenblätter zur Schau stellt. Die Wuchshöhe der einzelnen Sorten variiert zwischen 50 und 100 Zentimetern, wobei sich bei den höheren eine Stütze empfiehlt. Gute Beet-Partner sind andere Spätblüher wie Purpur-Fetthenne, Herbst-Aster, Anemone oder Silberkerze. Zur Auflockerung setzt man zwischen die Blütenstauden Ziergräser wie Zwerg-Chinaschilf oder Federborstengras. Entscheidend für Blühfreude und Langlebigkeit der Pflanzen ist der Standort. Am besten gedeihen Chrysanthemen an einem warmen, sonnigen Platz mit nährstoffreichem, gut durchlässigem Boden. „Nasse Füße“ vertragen sie gar nicht, weshalb man schwere, lehmige Böden unbedingt mit grobem Sand oder feinem Kies aufbereiten sollte.

Die schönsten Kreativ-Ideen mit Chrysanthemen

Vom farbenfrohen Strauß bis hin zum selbstgemachten Kranz – hier zeigen wir die schönsten Bastel-Ideen mit der schönen Herbstblume.

Herbstblumen kombinieren

Herbstliches Arrangement: Zu den zarten Rosa- und Violetttönen passen die hellroten Früchte von Zierapfel und Hagebutten-Rose. Die Stängel und Zweige in einem länglichen Gefäß arrangieren und dieses mit Rindenstücken verkleiden.

Chrysanthemen im Topf

An einem sonnigen Plätzchen auf der Terrasse hat man über viele Wochen Freude an den üppig blühenden Topf-Chrysanthemen. Am besten kommen diese zur Geltung, wenn man sie einzeln in Kübel setzt und ihnen andere Herbstblüher wie Kissen-Aster, Alpenveilchen oder Knospenheide in separaten Töpfen zur Seite stellt. Ihre Blütenfülle und den dichten, fast kugelförmigen Aufbau, der sie von den eher aufrecht wachsenden und deutlich höheren winterharten Sorten unterscheidet, verdankt die kurzlebige Topf-Chrysantheme speziellen Kulturmethoden.

Chrysanthemen-Strauß

Für den herbstlichen Strauß werden großblumige Schnitt-Chrysanthemen mit Hortensienblüten sowie Zweigen von Zierapfel und Spierstrauch (Spiraea thunbergii) kombiniert.

Blumen im Korb

Ländlichen Charme verbreitet der Strauß mit pinkfarbenen Chrysanthemen, federartigen Blüten des Chinaschilfs und beerenbehangenen Ligusterzweigen.

Unser Tipp

Für eine längere Haltbarkeit

Die Blütenstängel alle zwei bis drei Tage schräg anschneiden und das Wasser wechseln. So halten Chrysanthemen in der Vase bis zu zwei Wochen lang.

Blütenkranz basteln

Für den Blütenkranz einen Drahtring mit feuchtem Zeitungspapier oder Moos umwickeln. Chrysanthemenstängel einkürzen und mit feinem Wickeldraht aufbinden. Dann Chinaschilf-Blätter drumherum schlingen und den Kranz daran aufhängen.

Ziergräser im Blumenbeet

Ziergräser sind unentbehrliche Begleiter im Herbstbeet. Sie lockern die Pflanzung auf und schaffen einen schönen Übergang von den oftmals kräftig gefärbten Blütenstauden zu den Herbstfarben und den Grüntönen im Umfeld. Gerade bei Garten- Chrysanthemen sind Gräser daher erste Wahl.

Pflanzzeit für Chrysanthemen

Was für spät blühende Stauden ganz allgemein gilt, trifft auf Garten-Chrysanthemen im Besonderen zu: Auch wenn es angesichts der Blütenpracht in diesen Tagen verlockend erscheint – gepflanzt wird im Frühjahr! Nur so haben die Stauden genügend Zeit, kräftige Wurzeln zu bilden, die für ein Überwintern unerlässlich sind. Mehrmalige, über das Frühjahr bis zum Sommer verteilte Kompostgaben gewährleisten eine ausreichende Nährstoffversorgung. Wenn im Spätherbst die letzten Blüten verblasst sind, deckt man die Stauden locker mit Laub oder Reisig ab. Der Rückschnitt erfolgt erst im Frühling. Auf diese Weise geschützt, kommen Garten-Chrysanthemen gut durch den Winter und erfreuen uns im kommenden Herbst auf ein Neues.

Vermehrung durch Stecklinge

Chrysanthemen lassen sich im Frühjahr durch Stecklinge vermehren: Sobald die neuen Triebe eine Länge von 8 bis 10 Zentimetern erreicht haben, schneidet man sie am Übergang zum verholzten Pflanzengewebe ab. Die unteren Blätter entfernen und den Trieb unterhalb eines Knotens gerade durchschneiden. Die so gewonnenen Stecklinge in ein Gefäß mit Anzuchterde setzen und einen durchsichtigen Folienbeutel überstülpen. Substrat gleichmäßig feucht halten, nach etwa vier Wochen die bewurzelten Stecklinge in Einzeltöpfen weiterkultivieren. Der so gewonnene Chrysanthemen-Nachwuchs blüht noch im selben Jahr.

Chrysanthemen-Arten

Die Herbstblumen überzeugen in ihren vielfältigen Farben und Formen:

  • Bild 1: Chrysantheme "Bienchen"
  • Bild 2: Chrysantheme "Emperor of China"
  • Bild 3: Chrysantheme "L'innocence"
  • Bild 4: Chrysantheme "Anastasia"
  • Bild 5: "Spinnen-Chrysantheme"
  • Bild 6: Chrysantheme "Kleiner Bernstein"

Unsere Empfehlung

Blumen gekonnt schneiden

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