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Heuschnupfen: Das passiert mit dem Körper

Angenehme Temperaturen, herrlicher Sonnenschein und eine Landschaft, die von Tag zu Tag schöner und farbenfroher wird. Der Lenz lädt zum Wandern, Radfahren oder in den Garten ein. Leider können nicht alle Naturfreunde diese Aktivitäten unbeschwert genießen. Schuld daran sind winzig kleine Blütenpollen, die der Wind durch die Luft trägt und damit den Fortbestand vieler Pflanzenarten sichert.

An sich sind solche Blütenstäube harmlos, bei manchen Menschen führen sie allerdings zu einer Fehlreaktion des Abwehrsystems. Dabei schütten die Immun- bzw. Mastzellen Histamin aus, einen Botenstoff, der an vielen Körpervorgängen beteiligt ist, unter anderem bei der Bekämpfung von Allergenen. Die Mehrzahl dieser Zellen befindet sich in den Schleimhäuten von Augen, Nase und Bronchien, in der Haut und im Darm. Daher zeigen sich hier auch die typischen Symptome, wenn es zu einer erhöhten Histamin-Konzentration kommt: Tränende, juckende, gerötete Augen, geschwollene Augenlider, Fließschnupfen, Niesreiz, Brennen oder Juckreiz am Gaumen sowie Magen-Darm-Probleme. Während in der Vergangenheit die Pollenflug-Saison im zeitigen Frühjahr begann, führten die milden Winter der letzten Jahre dazu, dass Hasel und Erle bereits im Januar ihren Blütenstaub auf Reisen schicken.

Ein Windzug und der Blütenstaub wirbelt wie eine kleine Staubwolke durch die Luft. Für einen kurzen Augenblick wird die Aussendung der Gräser- und Hasel-Pollen sichtbar, die auf ihrer Reise oft kilometerweit fliegen. Besonders hoch ist die Pollenkonzentration an warmen, trockenen und windigen Tagen.

Beifuß-Ambrosie: Allergie & Blühzeit

Von März bis Juli wechseln sich Bäume, Sträucher, Getreide, Gräser und Kräuter ab. Den Schlusspunkt setzt eine hochallergene Einwanderin aus Nordamerika: die Beifuß-Ambrosie, auch bekannt unter den Namen Aufrechtes Traubenkraut, Ambrosia, Ambrosie, Beifuß-Ambrosie oder Wilder Hanf. Der Korbblütler hat sich mittlerweile in ganz Europa ausgebreitet und blüht im Spätsommer. Bereits wenige Pollen pro Kubikmeter Luft reichen aus, um bei empfindlichen Personen allergische Reaktionen hervorzurufen. 

Die Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia) zählt zu den stärksten Allergie-Pflanzen. Schon kleinste Pollenmengen reichen aus, um Heuschnupfen-Symptome, im schlimmsten Fall Asthma, auszulösen. Die einjährigen Pflanzen findet man häufig dort, wo auch der heimische Beifuß (Artemisia vulgaris, Bild unten), ebenfalls eine gefürchteter Allergie-Auslöser, wächst: an Straßenrändern, auf Brachflächen und Schutthalden.
 

Beifuß (Artemisia vulgaris)

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Nützlicher Pollenflugkalender

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Ursachen einer Pollen-Allergie

Aber nicht nur Klimaveränderungen, auch Umweltbelastungen, insbesondere Feinstaub, haben dazu geführt, dass die Anzahl der Pollen-Allergiker erheblich gestiegen ist. Was aber haben Pollen mit Industrie- und Autoabgasen zu tun? Und weshalb erkranken Kinder, die an stark befahrenen Straßen wohnen, um 14 % häufiger an Asthma – einer möglichen Folgeerkrankung von Heuschnupfen – als Kinder, die in ländlichen Gegenden wohnen? Wissenschaftler vermuten, dass sich Pollen in der Luft mit Feinstaubpartikeln verbinden und sozusagen im Doppelpack in die Atemwege eindringen und verstärkt allergische Reaktionen verursachen.

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Diese Hausmittel helfen bei Heuschnupfen

Um die Symptome von Heuschnupfen zu lindern, muss man nicht zwangsläufig zur Apotheke gehen. Mit Hausmitteln und Pflanzen aus dem Garten können Sie Ihre Beschwerden natürlich lindern.

Die nützlichsten Hausmittel aus der Natur:

  • Brennnessel
  • Kamille
  • Augentrost
  • Kochsalzlösung
  • Malve
  • Schwarzkümmel
  • Bienenwaben
  • Heilerde
  • Gelbwurz (Kurkuma)
  • Schwarze Johannisbeere

Brennnesseln bei Heuschnupfen

Brennnesseln verfügen über zahlreiche heilkräftige Substanzen: Vitamine, ätherisches Öl, Kalium, Kalzium, Kieselsäure, Farbstoffe und vieles mehr. Außerdem enthalten sie Histamin. Bei regelmäßigem Verzehr der jungen Blätter als Gemüse oder Tee bekommt der Organismus die Möglichkeit, sich an diesen Botenstoff zu gewöhnen. Dadurch verringert sich das Risiko, dass der Körper Histamin im Übermaß produziert, wenn er mit Allergie auslösenden Stoffen in Berührung kommt. Besonders kraftvoll sind die Samen der Brennnessel, eine leckere Zutat für Salate und Müsli.

Brennnessel

Kamille: Natürliches Hausmittel gegen Heuschnupfen

Bei den ersten Anzeichen einer Pollen-Allergie bringen Hausmittel rasch Linderung. Allerdings gibt es dabei einiges zu beachten: Juckende, gereizte Mund- und Nasenschleimhäute beruhigen sich durch eine Inhalation mit Kamille – vorausgesetzt, es liegt keine Kreuzallergie vor. Eine Handvoll getrocknete Kamilleblüten mit 3 Liter Wasser übergießen, 10 Minuten abgedeckt stehen lassen, dann inhalieren. Gelegentlich eine Pause einlegen. Alternativ kann man auch Ringelblumen verwenden.

Kamille zum Inhalieren

Geschwollene Augen bei Heuschnupfen: Was tun?

Für eine Augenkompresse ist Kamille wegen ihrer feinen Blütenhärchen nicht geeignet. Gelangen diese in die Augen, verstärken sie die Entzündung. Zur Linderung geröteter Augenränder und geschwollener Lider ist die zierliche Heilpflanze Augentrost (Euphrasia officinalis, unten) erste Wahl: 1 EL getrocknetes Kraut (Apotheke) mit 250 ml heißem Wasser übergießen. 10 Minuten ziehen lassen, dann abseihen. Eine sterile Kompresse eintauchen und auf die Augen legen. Mehrmals wiederholen.

Heilpflanze Augentrost (Euphrasia officinalis)

Nasendusche mit Kochsalzlösung selber herstellen

Eine Kochsalzlösung reinigt und beruhigt geschwollene Triefnasen. Dazu 1 TL Kochsalz in 250 ml Wasser auflösen und mit einer Pipette oder Nasendusche erst die eine, dann die andere Seite durchspülen.

Nasendusche mit Kochsalzlösung

Malventinktur zur Beruhigung der Schleimhäute

Wie ein Schutzfilm überziehen die Wirkstoffe der Malve gereizte Schleimhäute. Für Heilzwecke wird die Mauretanische Malve verwendet. Sie wirkt entzündungshemmend und schleimlösend. Für die Tinktur frische oder getrocknete Blüten in ein Schraubglas geben. Mit Wodka auffüllen. Das Glas verschließen und drei Wochen stehen lassen, öfter schütteln. Ansatz filtern und bei akutem Heuschnupfen stündlich 10 Tropfen einnehmen. 

Malventinktur

Malventee bei Husten

Für den Malventee 1 EL Blüten mit 250 ml kaltem Wasser übergießen, 2–3 Std. stehen lassen, filtern und langsam trinken. Hilft bei Entzündungen des Mund- und Rachenraums, Reizhusten und Bronchitis.

Malventee

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Schwarzkümmel-Öl zur Linderung der Beschwerden

Schwarzkümmel galt schon vor Jahrtausenden als Allheilmittel. Durch Kaltpressung gewinnt man aus den winzigen Samen das Schwarzkümmel-Öl. Es wird innerlich wie äußerlich bei Hauterkrankungen, Pilzinfektionen, Bronchitis, Hepatitis, Immunschwäche, Magen-Darm-Beschwerden, Krebserkrankungen und Allergien, insbesondere Heuschnupfen, eingesetzt. Einige Monate vor Beginn der PollenflugSaison nimmt man das Öl vorbeugend oder bei akuten Beschwerden ein: jeweils 1 EL täglich vor einer Mahlzeit.

Zum Verwechseln ähnlich sehen sich „Schwarzkümmel“ (Nigella sativa, mit weißen Blüten, Bild 2) und die Sommerblume „Jungfer im Grünen“ (Nigella damascena, mit blauen, manchmal rosa Blüten, Bild 3). Der Unterschied: Während Schwarzkümmel-Samen eine enorme Heilwirkung hat, ist die Verwendung der Jungfer-im-Grünen-Samen nicht gebräuchlich. Sie enthalten das Alkaloid Damascenin, das im Verdacht steht, krebserregend zu sein.

Bienenwaben als natürliches Heilmittel

Bienenwaben können bei einer allmählichen Gewöhnung des Immunsystems an die allergieauslösenden Stoffe eine wertvolle Hilfe sein. Wichtigste Voraussetzung: Die Waben müssen von einem örtlichen Imker stammen. Nur so ist gewährleistet, dass darin genau jene Pollen enthalten sind, auf die Sie allergisch reagieren. Brechen Sie jeden Tag ein haselnussgroßes Stück der Wabe ab und kauen Sie es 15 Minuten lang wie einen Kaugummi. Dabei werden die Pollen im Speichel gelöst und gelangen in den Magen-Darm-Trakt. Es kann allerdings Monate dauern, bis sich das erhoffte Ergebnis einstellt.

Bienenwaben

Heilerde gegen Darmbeschwerden

Heilerde kann nicht nur Schadstoffe, sondern auch Histamin in der Nahrung binden. Der für die Abwehr von Allergien zuständige Botenstoff wird vor allem dann zum Problem, wenn er im Übermaß vorhanden ist und der Abbau im Darm nicht reibungslos funktioniert. Heilerde (z.B. Luvos imutox) lindert darüber hinaus auch die Beschwerden der gereizten Darmschleimhaut und hebt die Reizschwelle an, bei welcher der Darm auf Histamin reagiert. Das feine Pulver wird nach Packungsanweisung in Wasser gelöst und getrunken.

Heilerde

Immunstärkende Eigenschaften von Kurkuma

Gelbwurz (Kurkuma) ist hierzulande weit weniger bekannt als beispielsweise in Indien, wo sie in fast jedem Gericht zu finden ist. Die gelben bis orangeroten Wurzelausläufer (Rhizome) der Heilpflanze werden in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und in der indischen Heilkunst (Ayurveda) seit Jahrtausenden für zahlreiche Beschwerden eingesetzt. Auch Heuschnupfen-Geplagte profitieren von den entzündungshemmenden, verdauungsfördernden und immunstärkenden Eigenschaften dieser Ingwer-Verwandten. Kurkuma können Sie frisch (Bio-Laden) oder als Pulver zu Gemüse-, Reis- und Fleischgerichten geben. Fügen Sie stets etwas Öl hinzu, der Hauptwirkstoff Curcumin ist fettlöslich.

Gelbwurz (Kurkuma)

Kreuzallergien bei Heuschnupfen

Wer unter Heuschnupfen leidet, hat oft noch ein ganz anderes Problem: Pollen-Allergiker reagieren mitunter auf bestimmte Nahrungsmittel. Man spricht dann von einer Kreuzallergie. Das Immunsystem reagiert in diesen Fällen auf bestimmte Proteine (Eiweiße) in den Nahrungsmitteln, die denen von Baum-, Gräser- oder Kräuterpollen ähneln. Beim Verzehr der betreffenden Früchte, Gemüse oder Kräuter kommt es zu den bekannten Symptomen: Lippen, Zunge und Mundschleimhaut kribbeln und schwellen an. Gelegentlich treten Atem- oder Magenbeschwerden auf. Wer unter einer Kreuzallergie leidet, sollte die betreffenden Nahrungsmittel möglichst vermeiden. Oft reicht es auch schon aus, sie zu dünsten oder zu kochen, damit sie verträglicher werden. Grundsätzlich gilt: Um sich in dem Dschungel von Allergien und Kreuzallergien zurechtzufinden, ist eine medizinische Diagnostik unverzichtbar.

Kreuzallergien mit Baumpollen

Baum-Pollen stammen sowohl von Nadel- wie von Laubgehölzen. Wobei Erle, Hasel, Ulme, Weide, Pappel, Ahorn und Akazien häufiger Allergien auslösen als die immergrünen Nadelbäume. Je nach Art blühen sie zwischen Januar und Juni.

Kreuzreaktion mit: Kern- und Steinobst, insbesondere Äpfeln, Kirschen, Birnen, Pflaumen, Pfirsich und Aprikose. Außerdem: Haselnuss, Esskastanie, Sellerie, Tomate, Paprika, Petersilie, Orange, Fenchel, Kümmel, Pfeffer und Koriander.

Kreuzallergien mit Gräserpollen

GräserPollen zum Beispiel von Wiesen-Rispengras, Knäuelgras, Raygras und Wiesen-Lieschgras. Die Hauptblütezeit ist von Mai bis August mit einer möglichen Nachblüte im September.

Kreuzreaktion mit: Hülsenfrüchten (Linsen, Erbsen, Bohnen, Erdnüssen, Soja), Roggen, Weizen, Hafer, Gerste Mais, Kiwi, Tomaten, Ananas, Apfel, Pfirsich und Zwiebel.

Kreuzallergien mit Beifuß- und Ambrosia-Pollen

Beifuß- und Ambrosia-Pollen sind von Juni bis zum Herbst aktiv und machen Pollen-Allergikern das Leben doppelt schwer. Wer auf Beifuß-Pollen reagiert, hat auch Probleme mit Ambrosia. Falls sich die Wildkräuter im Garten angesiedelt haben, hilft nur rausreißen und über den Hausmüll entsorgen.

Kreuzreaktion mit: Kamille, Kopfsalat, Löwenzahn, Topinambur, Sellerie, Karotten, Ringelblume, Schafgarbe, Wermut, Anis, Kümmel, Koriander und Zimt.

Wichtige Faktoren bei der Heuschnupfen-Therapie

Die beste Heuschnupfen-Therapie bringt jedoch wenig, wenn Leber, Galle und Darm nicht richtig funktionieren. Auch die Psyche spielt eine wichtige Rolle. Wer sein Abwehrsystem stärken möchte, braucht eine gesunde Darmflora, denn rund 80 % aller Immunzellen befinden sich in der Darmschleimhaut. Wird die Nahrung nicht mehr vollständig verwertet, fehlen dem Körper wichtige Vitalstoffe, außerdem werden Schadstoffe nicht rasch genug ausgeschieden. Eine bewährte Unterstützung bei der Darmsanierung kommt aus der Urzeit: eiszeitlicher Löss. Zu feinem Pulver verarbeitet, hat das Bodensediment ein enormes Bindungsvermögen. Es hilft dabei, Schadstoffe auszuleiten und ein gesundes Säure-Basen-Verhältnis herzustellen, denn häufig gehen allergische Beschwerden mit einer Übersäuerung einher. Das harmonische Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele bietet gute Voraussetzungen für eine wirksame Heuschnupfen-Abwehr – und die Chance, den Frühling in vollen Zügen zu genießen.