Der Echte Roseneibisch (Hibiscus syriacus): Botanischer Steckbrief

  • Familie: Malvengewächs (Malvaceae)
  • Wuchs: straff aufrecht, trichterartig, auch als Stämmchen erhältlich; 1,5–2 m, selten auch bis zu 3 m hoch
  • Blüte/Blütezeit: 6–15 cm große Becherblüten in Weiß, Rosa, Blau- und Rotviolett/ je nach Sorte von Juli bis September
  • Standort: sonnig und warm; im Halbschatten lässt die Blühwilligkeit etwas nach
  • Boden: normale, gut durchlässige Gartenböden Verwendung: als Solitärstrauch, Gruppengehölz, Blütenhecke oder zum Bepflanzen von Kübeln
  • Pflege: im Frühjahr mit Kompost oder organischem Dünger versorgen; in trockenen Sommern gießen
  • Vermehrung: durch Stecklinge im Frühjahr gleich nach dem Austrieb; an zusagenden Standorten versamt sich der Strauch von selbst

Vom Hochsommer bis in den frühen Herbst hinein zieren die großen Becherblüten den Garten. Einfach blühende Sorten sind in dieser Zeit eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen und Hummeln.

Große Blüten von Juli bis September

Der Echte Roseneibisch (Hibiscus syriacus), auch als Gartenund Straucheibisch oder schlicht Hibiskus bekannt, zählt zu den Spätzündern unter den Ziergehölzen. Umso eindrucksvoller ist das Schauspiel, wenn sich zwischen Juli und September in großer Zahl die handtellergroßen, weiß, rosa oder blauviolett gefärbten Blüten entfalten. Fast unwillkürlich denkt man beim Anblick dieser exotisch anmutenden Pflanze an ferne Urlaubsparadiese. Anders als der botanische Name vermuten lässt, stammt der Roseneibisch nicht aus dem nahen Osten, sondern aus Indien und China. Von dort gelangte er über die Seidenstraße zunächst in den Orient und vor rund 400 Jahren schließlich nach Mitteleuropa. Als „Alcea arborescens“, was so viel heißt wie „baumartige Stockrose“, wurde er erstmalig in einem Pflanzenkatalog erwähnt. Und tatsächlich erinnern die becherförmigen Blüten an den Flor der Stockrose, die, wie der Roseneibisch, zur großen Familie der Malvengewächse zählt. Zunächst wurde der Zierstrauch fast ausschließlich in Orangerien und Gewächshäusern herrschaftlicher Gärten und botanischer Anlagen kultiviert. Längst hat man jedoch seinen Wert für den Hausgarten erkannt, wo er als pflegeleichter Spätsommer-Blüher seinen Platz gefunden hat. Dank seiner eher geringen Größe und des langsamen Wuchses eignet sich der Roseneibisch optimal für kleinere Grundstücke. Balkon- und Terrassengärtner können ihn sogar in einem ausreichend großen Kübel halten.

Im Schutz der Hauswand fühlt sich dieser als Halbstamm gezogene Hibiskus sichtlich wohl.

So kommt Ihr Hibiskus durch den Winter

Trotz seiner Herkunft kommt der Zierstrauch gut mit den hiesigen Temperaturen zurecht. Je rauer das Klima, umso geschützter sollte er jedoch stehen – beispielsweise im Innenhof, vor einer Südwand oder in einer warmen Mauerecke. In den ersten Jahren empfiehlt es sich, vor Wintereinbruch rund um den Stamm eine Schicht Laub oder Stroh auszubringen. Die jährlich im späten Frühjahr durchgeführten Schnittmaßnahmen beschränken sich auf das Entfernen abgestorbener Triebe. Ein stärkerer Eingriff ist erst nötig, wenn das Gehölz zu groß geworden ist, in der Mitte verkahlt oder aus der Form gerät. In solchen Fällen werden alle überalterten Triebe komplett gekappt und die verbliebenen so weit eingekürzt, dass eine harmonische Gesamtform erhalten bleibt. Für Neupflanzungen ist ebenfalls das Frühjahr der beste Zeitpunkt. So können die Sträucher bis zum Winter gut anwachsen. Attraktiv ist übrigens auch die nahe Verwandtschaft des Garteneibischs, beispielsweise der winterharte Stauden-Hibiskus oder der Chinesische Roseneibisch, der Terrasse und Balkon schmückt.

Von unten nach oben öffnen sich nach und nach die einzelnen Blütenknospen.

Sortenvielfalt bei Hibiskus: ‘Chiffon’-Serie

Bei halb gefüllten Sorten ist ein Teil der Staubblätter zu farbigen Kronblättern umgewandelt. ‘Lavender Chiffon’ überzeugt mit großem, violettrosafarbenem Flor und langer Blühdauer von Juli bis Ende September/Anfang Oktober. Die Sorten der recht neuen ‘Chiffon’-Serie sind deutlich regenfester als ältere halb gefüllte Züchtungen.

Sortenvielfalt bei Hibiskus: ‘China Chiffon’

‘China Chiffon’ erstrahlt in reinem Weiß. Der rote Mittelfleck hebt sich hiervon deutlich ab.

Hibiskus als Hochstämmchen

Hochstämmchen bieten sich besonders in kleinen Beeten an. Rundherum bleibt ausreichend Platz für eine abwechslungsreiche Bepflanzung mit Kräutern, Sommerblumen und Ziergräsern. Um die Bäumchen vor Windbruch und Frostschäden zu schützen, die Stämme mit einem Stab stützen und im Winter mit Vlies umwickeln.

Unser Tipp

Vermehren

Wilder Nachwuchs An zusagenden Standorten sät sich Hibiskus reichlich aus. Wer Überraschungen in puncto Blütenfarbe in Kauf nimmt, hält im Sommer Ausschau nach Sämlingen und pflanzt sie in Töpfe mit frischer Kübelpflanzenerde. An einem geschützten Platz im Freien aufstellen, hell und frostfrei überwintern. Im folgenden Frühjahr an die gewünschte Stelle im Garten auspflanzen. Mit ersten Blüten ist ab dem dritten Sommer zu rechnen. Für Nachwuchs, der mit der Mutterpflanze identisch ist, wählt man die Vermehrung über Stecklinge.

Der Stauden-Hibiskus

Der Stauden-Hibiskus schmückt sich mit tellergroßen Blüten. Unter der Bezeichnung werden verschiedene Kreuzungen des nordamerikanischen Sumpf-Roseneibischs (Hibiscus moscheutos) und anderer staudiger Wildarten zusammengefasst. Hierzulande sind diese noch recht wenig bekannt, dabei sind die Pflanzen winterhart und eignen sich für die Kultur im Kübel ebenso wie zum Auspflanzen in den Garten. Damit sich die bis zu 170 cm hohen, buschig wachsenden Stauden gut entwickeln, brauchen sie einen sonnigen Platz und während der Wachstumsphase ausreichend Wasser und Nährstoffe. Der weiße, rosarote, pinkfarbene oder rote Flor zeigt sich von Ende Juli bis in den Oktober. Dekorativ ist auch das Laub, das bei einigen Sorten dunkelrot gefärbt ist.

Unser Tipp

Pflege für Stauden-Hibiskus

Stauden-Hibiskus treibt recht spät aus – oft erst Mitte bis Ende Mai. Haben Sie also etwas Geduld mit der Blütenschönheit.

Attraktive Verwandtschaft

Der Chinesische Roseneibisch (Hibiscus rosa-sinensis) zählt zu den Klassikern auf Balkon und Terrasse. Dort wartet die Kübelpflanze mit gut 20 cm großen Blüten in Rot, Orange, Gelb, Rosa und Weiß auf. Die ausgesprochen wärmeliebende Art verlangt nach einem sonnigen Platz sowie ausreichend Wasser und Dünger während der Sommermonate. Überwinterung hell und warm bei Temperaturen um 15 °C.