Verschiedene Igel-Arten

Der Igel gehört zu den ältesten lebenden Säugetieren auf unserer Erde. Dies allein deutet schon darauf hin, dass es sich um ein sehr anpassungsfähiges Geschöpf handelt, das sich auch von den Veränderungen in unserer Kulturlandschaft nicht vertreiben ließ. Insgesamt existieren 16 verschiedene Arten von Stacheligeln, zwei davon kommen häufig in Mitteleuropa vor: der vor allem im Osten des Kontinents verbreitete Weißbrust-Igel und der bei uns in ganz Deutschland geläufige Braunbrust-Igel, auch Westigel genannt. Obwohl dieser häufig ganz in unserer Nähe lebt, bekommen wir verhältnismäßig wenig von ihm mit. Das liegt daran, dass sich der nachtaktive Einzelgänger tagsüber meist gut versteckt hält.

Unterschiede zwischen Männchen und Weibchen

In den Abend- und Nachtstunden ist der maximal 30 cm lange Kerl erstaunlich aktiv: Männliche Tiere wandern auf Nahrungssuche etwa zwei bis drei Kilometer weit, ihr Revier misst bis zu 100 Hektar Größe, Weibchen beschränken sich auf etwa ein Drittel der Fläche. Aufeinander treffen die beiden Geschlechter nur zur Paarungszeit vom Frühjahr bis zum Hochsommer. Um die Aufzucht der Jungtiere kümmert sich später nur das Weibchen. Bis zum Wintereinbruch muss der Nachwuchs jedoch auf eigenen Beinen stehen. Da die meisten Igel erst im Spätsommer geboren werden, bleibt ihnen gar nicht so viel Zeit, um sich bis zum Frost genügend Fettreserven anzufressen.

Wasserquelle für Igel im Garten

Der Zugang zu Wasserstellen ist für Igel unerlässlich, damit sie ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen können. Im Garten helfen flache, standfeste Schalen, die man abends mit frischem Wasser füllt.

Alles über Igel

Nase und Ohren sind für das nachtaktive Säugetier sehr wichtig. Geruchssinn und Gehör sind daher entsprechend stark entwickelt, während das Sehvermögen weniger ausgeprägt ist.

Bei den Stacheln handelt es sich ursprünglich um Haare. Sie sind etwa zwei bis drei Zentimeter lang, innen hohl und werden nach gut einem Jahr durch Nachwachsendes ersetzt.

An den Zehen befinden sich kräftige, scharfe Krallen, die ihm beim Erbeuten der Nahrung helfen.

Der optimale Lebensraum für Igel

500 Gramm Körpergewicht sollten die Jungtiere erreichen, um den Winterschlaf sicher zu überleben. Daher ist es umso wichtiger, dass sie jetzt im Herbst gute Bedingungen vorfinden. Idealer Lebensraum für Igel ist eine reich gegliederte Landschaft mit hohen Wiesen, alten Bäumen und dichtem Gebüsch. Hier finden sie zum einen genügend Nahrung in Form von Insekten, zum anderen gut geschützte Rückzugsorte für den Tagschlaf, beispielsweise unter Baumwurzeln oder dichten Sträuchern und Hecken.

Selbst die in unseren Gärten vorhandenen Nischen werden gerne angenommen: Reisighaufen, Hohlräume unter Stein oder Holzstapeln oder auch liegende Gefäße wie Blumentöpfe und Körbe. Fürs Sommerhalbjahr legt sich der Igel in seinem Revier gleich mehrere Nester an, die er nur mit ein wenig Stroh oder Laub auspolstert. Das Nest für den Winterschlaf muss hingegen besser isoliert sein, verbringt er hier doch bis zu fünf Monate ohne Unterbrechung und setzt während dieser Zeit seine Stoffwechsel-Aktivitäten extrem herab.

Igel im Winterschlaf

Beim Winterschlaf rollt sich der Igel fest ein, sodass er bestmöglich vor Feinden geschützt ist. Dafür benötigt der Igel ein warmes, wettergeschütztes Nest. Er sucht sich kleine Hohlräume unter Wurzelwerk, Sträuchern, Holzstapeln oder Ähnlichem und füllt diese mit reichlich Herbstlaub. Anschließend dreht er sich so ins Laub hinein, dass sich dieses wie eine Schutzschicht rings um ihn legt.

Gefahren für den Igel

Bei Gefahr gehen Igel in Abwehrhaltung, indem sie sich in Windeseile zusammenrollen und ihre bis zu 8 000 Stacheln aufrichten. Zu den natürlichen Feinden des Insektenfressers zählen nachtaktive Greifvögel wie der Uhu sowie Raubtiere wie Fuchs, Dachs oder Marder. Auch streunende Hunde oder Katzen können ihm zu schaffen machen. Größte Gefahr für den Sohlengänger sind jedoch der dichte Straßenverkehr und aufgeräumte Landschaften ohne alte Bäume und Feldgehölze.

Gartenbesitzer können dem entgegenwirken, indem sie die genannten Rückzugsmöglichkeiten schaffen. Zudem helfen dem Igel durchlässige Grundstücks-Grenzen wie Hecken oder Zäune mit gut zehn Zentimeter Bodenabstand, sodass diese den nächtlichen Wanderungen nicht im Wege stehen. Wer dies berücksichtigt, gibt dem kleinen Stacheltier gute Chancen, in der nahen Umgebung einen geeigneten Lebensraum zu finden.

Igel - die Insektenfresser

Auf dem Speiseplan stehen vor allem Insekten wie Laufkäfer, Ohrwürmer und Schmetterlingsraupen, aber auch Regenwürmer ganz oben. Nacktschnecken werden zur Freude vieler Gartenbesitzer auch verzehrt, sind aber leider häufig Überträger von Parasiten. Das Gebiss mit kleinen scharfen Schneide- und Eckzähnen ermöglicht es dem Tier, auch kräftige Chitinpanzer von Käfern zu knacken. Gelegentlich bedient er sich auch an Aas, Eiern oder Obst.

Die Jungtiere der Igel

Der Nachwuchs kommt nach einer Tragzeit von etwa 35 Tagen vor allem im Spätsommer zur Welt. Durchschnittliche Wurfgröße: vier bis fünf Junge. Die Neugeborenen tragen bereits etwa 100 Stacheln, Augen und Ohren sind in den ersten zwei Wochen noch geschlossen. Von der Mutter werden sie sechs Wochen lang gestillt, verlassen aber bereits nach dreieinhalb Wochen erstmals das Nest, um selbstständig auf Nahrungssuche zu gehen.

Igel im Herbst

Kugelrund und gut genährt überdauert das Stacheltier selbst strenge Winter problemlos im Schlaf. Ein ausgewachsenes Männchen kann jetzt im Herbst gut anderthalb Kilogramm auf die Waage bringen.

Igelfreundlicher Garten

  • Reisighaufen dienen dem nachtaktiven Tier tagsüber als Rückzugsmöglichkeit. Belassen Sie daher zumindest einen Teil des Gehölzschnitts im Garten. Vor dem Umsetzen des Haufens mit einer Forke oder anderen spitzen Gartenwerkzeugen sollte man unbedingt darauf achten, ob sich ein Igel eingenistet hat, damit dieser nicht verletzt wird (siehe Bild).
     
  • Unterschlupf gewähren auch große Gefäße wie Tontöpfe, wenn man ihn auf die Seite legt. Lebensbedrohlich sind jedoch Becher oder Büchsen mit kleinen Öffnungen, in welche die neugierigen Gesellen gerne hineinschauen und dann stecken bleiben können.
     
  • Igelhäuser sind sowohl als tägliches Ruhenest und auch als Überwinterungsquartier geeignet. Bei vielen Modellen schützt ein Labyrinth-Eingang vor Katzen, Füchsen oder anderen unerwünschten Eindringlingen. Am besten platziert man das Haus in einer ruhigen Gartenecke unter Hecken oder Sträuchern.

Unsere Empfehlung

Igelhaus zum Schutz der Tiere

Für einen igelfreundlichen Garten sind Igelhäuser wie dieses optimal. Es bietet den Igeln im Herbst und Winter ein schützendes Quartier. Zudem schützt es die stacheligen Tiere mit einem Labyrinth-Eingang vor Eindringlingen.