Längliches Modell aus Leinen

Material für das Kissen (20 x 60 cm groß): je ein rot gestreifter und ein naturfarbener Leinenstoff (etwa 20 x 80 cm groß), weißer Molton (25 x 65 cm, beidseitig aufgerauter Baumwollstoff), Schere, Schneiderkreide, passendes Nähgarn, 750 g Kirschkerne. Außerdem Lineal oder Maßband, Schere, Trichter.

Vom gemusterten Stoff ein 13,5 cm breites und 65 cm langes Stück quer zur Laufrichtung der Streifen abmessen, mit Schneiderkreide markieren und entlang der Linie abschneiden. Anschließend einen gleich großen naturfarbenen Streifen anfertigen.

Die Zuschnitte rechts auf rechts legen und zusammenstecken. An einer Längsseite zusammennähen.

Das Vorderteil des Kissens ist fertig.

Zusammengenähte Leinenstreifen und den Molton jeweils mit der rechten Seite aufeinanderlegen, rundherum feststecken und bis auf eine Öffnung von 5 cm zusammennähen (Nahtzugabe etwa 1 cm).

Den überstehenden Stoff mit Ausnahme der Öffnung rundherum abschneiden. Den Kissenbezug auf rechts drehen und mit einem Holzstab die Ecken nach außen drücken. Für gleich große Fächer eine Steppung längs und quer des Bezuges fertigen, die Nähte dabei nicht ganz durchnähen.

Mit einem Trichter die Kirschkerne einfüllen und durch Hin- und Herbewegen in den einzelnen Fächern des Kissens gleichmäßig verteilen. Den übrigen Stoff an der Öffnung nach innen schieben und von Hand zunähen.

Bei Verspannungen im Schulterbereich oder Bauchschmerzen tut ein erwärmtes Körnerkissen gut. Beim Auflegen darauf achten, dass es sich gut an die betroffene Körperpartie anpasst. Das gilt auch für die Anwendung als Kühlkissen.

Unser Tipp

Reinigung

Kirschkernkissen kann man bei niedriger Temperatur (z. B. 30 °C) waschen. Danach gut trocknen lassen. Körnerkissen werden üblicherweise nicht gewaschen, denn die Körner können verkleben oder wegen der Feuchtigkeit anfangen zu schimmeln. Bei häufigem Gebrauch empfiehlt es sich, ab und zu nur den Bezug zu waschen und die Füllstoffe nach etwa zwei Jahren zu wechseln.

Quadratische Leinenkissen

Auch bei einem quadratischen Leinenkissen verhindert eine Steppung auf dem Bezug, dass die Körner nach dem Einfüllen ständig in die Ecken rutschen. Auf dem 25 x 25 cm großen roten Leinenkissen lässt sich leicht eine spiralförmige Steppung aufnähen. Dabei in der Mitte des Quadrats beginnen und weite Runden mit normalem Nähstich nach außen führen. Die genähte rote Linie auf der Oberseite sieht dekorativ aus. Die Körner kann man leicht in den Zwischenräumen hin- und her bewegen. Auf der Rückseite aus weißem Molton sieht die durchgenähte Spiralform mit dem weißen Unterfaden ebenfalls sehr gut aus. Tipp: Verwendet man Kirschkerne als Füllung, sollte das Muster so weit gestaltet sein, dass sich die Kerne im gesteppten Bezug locker bewegen können. Feine Samen, wie z. B. Raps, Leinsamen oder Traubenkerne, gleiten auch durch eng genähte Applikationen.

Das Kissen aus dem blau-grau gestreiften Leinenstoff (20 x 60 cm) wird genauso gefertigt wie auf der vorangegangenen Seite beschrieben. Schmale Varianten sind gut geeignet als Wärmequelle bei Schulter- und Nackenschmerzen sowie Beschwerden im unteren Rücken. Das kleine Modell (25 x 25 cm) aus einfarbigem blauem Leinen und Molton auf der Rückseite hat eine dekorative Kreuz-Steppung. Es dient als Auflage zum Kühlen von schmerzhaften Knie- oder Armgelenken oder auch bei Kopfschmerzen.

Tipp

Naturstoff

Naturstoff: Aus den Stängeln der Flachspflanze gewonnene Leinenfasern und der Stoff daraus fühlen sich kühl und trocken an und glänzen matt seidig. Als einfarbiger oder gestreifter Bezugsstoff für Körnerkissen ist Leinen gut geeignet, weil es robust und reißfest ist und keine Flusen bildet. Außerdem wirkt es bei Hitze kühlend, leitet aber auch Wärme sehr gut weiter. Zudem sind Leinenstoffe schmutzabweisend und hygienefreundlich, sehr saugfähig sowie kochfest. Sie knittern zwar ein wenig, aber als Einsatz für ein Wärme- oder Kältekissen ist das nicht unbedingt ein Nachteil. Neben Leinenstoffen eignen sich auch hochwertige, hitzeverträgliche Baumwollstoffe. Zum Auflegen auf die Haut sind weiche Gewebe wie Molton, Kalmuck (Baumwoll-Doppelgewebe) oder Frottee ideal. Körnerkissen, die als Kältekompressen in den Kühlschrank oder die Gefriertruhe kommen, schützt man vor Feuchtigkeit durch Überziehen einer Folie oder Tüte.