Körnerkissen selber nähen: Material

Material für das längliche Kissen (20 x 60 cm groß):

  • je ein rot gestreifter und ein naturfarbener Leinenstoff (etwa 20 x 80 cm groß)
  • weißer Molton (25 x 65 cm, beidseitig aufgerauter Baumwollstoff)
  • Schere
  • Schneiderkreide
  • passendes Nähgarn
  • 750 g Kirschkerne
  • Außerdem Lineal oder Maßband
  • Trichter

Schritt 1 & 2: Zuschnitte vorbereiten

Vom gemusterten Stoff ein 13,5 cm breites und 65 cm langes Stück quer zur Laufrichtung der Streifen abmessen, mit Schneiderkreide markieren und entlang der Linie abschneiden. Anschließend einen gleich großen naturfarbenen Streifen anfertigen.

Schritt 3 & 4: Zuschnitte zusammennähen

Die Zuschnitte rechts auf rechts legen und zusammenstecken. An einer Längsseite zusammennähen.

Schritt 5: Vorderteil fertigstellen

Das Vorderteil des Kissens ist fertig.

Schritt 6: Leinenstreifen zusammennähen

Zusammengenähte Leinenstreifen und den Molton jeweils mit der rechten Seite aufeinanderlegen, rundherum feststecken und bis auf eine Öffnung von 5 cm zusammennähen (Nahtzugabe etwa 1 cm).

Schritt 7 & 8: Körnerkissen fertigstellen

Den überstehenden Stoff mit Ausnahme der Öffnung rundherum abschneiden. Den Kissenbezug auf rechts drehen und mit einem Holzstab die Ecken nach außen drücken. Für gleich große Fächer eine Steppung längs und quer des Bezuges fertigen, die Nähte dabei nicht ganz durchnähen.

Schritt 9: Körnerkissen befüllen

Mit einem Trichter die Kirschkerne einfüllen und durch Hin- und Herbewegen in den einzelnen Fächern des Kissens gleichmäßig verteilen. Den übrigen Stoff an der Öffnung nach innen schieben und von Hand zunähen.

Unser Tipp

Reinigung

Kirschkernkissen kann man bei niedriger Temperatur (z. B. 30 °C) waschen. Danach gut trocknen lassen. Körnerkissen werden üblicherweise nicht gewaschen, denn die Körner können verkleben oder wegen der Feuchtigkeit anfangen zu schimmeln. Bei häufigem Gebrauch empfiehlt es sich, ab und zu nur den Bezug zu waschen und die Füllstoffe nach etwa zwei Jahren zu wechseln.

Quadratisches Leinenkissen nähen

Auch bei einem quadratischen Leinenkissen verhindert eine Steppung auf dem Bezug, dass die Körner nach dem Einfüllen ständig in die Ecken rutschen. Auf dem 25 x 25 cm großen roten Leinenkissen lässt sich leicht eine spiralförmige Steppung aufnähen. Dabei in der Mitte des Quadrats beginnen und weite Runden mit normalem Nähstich nach außen führen. Die genähte rote Linie auf der Oberseite sieht dekorativ aus. Die Körner kann man leicht in den Zwischenräumen hin- und her bewegen. Auf der Rückseite aus weißem Molton sieht die durchgenähte Spiralform mit dem weißen Unterfaden ebenfalls sehr gut aus. Tipp: Verwendet man Kirschkerne als Füllung, sollte das Muster so weit gestaltet sein, dass sich die Kerne im gesteppten Bezug locker bewegen können. Feine Samen, wie z. B. Raps, Leinsamen oder Traubenkerne, gleiten auch durch eng genähte Applikationen.

Das Modell (25 x 25 cm) aus einfarbigem blauem Leinen und Molton auf der Rückseite hat eine dekorative Kreuz-Steppung. Es dient als Auflage zum Kühlen von schmerzhaften Knie- oder Armgelenken oder auch bei Kopfschmerzen.

Tipp

Naturstoff

Aus den Stängeln der Flachspflanze gewonnene Leinenfasern und der Stoff daraus fühlen sich kühl und trocken an und glänzen matt seidig. Als einfarbiger oder gestreifter Bezugsstoff für Körnerkissen ist Leinen gut geeignet, weil es robust und reißfest ist und keine Flusen bildet. Außerdem wirkt es bei Hitze kühlend, leitet aber auch Wärme sehr gut weiter. Zudem sind Leinenstoffe schmutzabweisend und hygienefreundlich, sehr saugfähig sowie kochfest. Sie knittern zwar ein wenig, aber als Einsatz für ein Wärme- oder Kältekissen ist das nicht unbedingt ein Nachteil. Neben Leinenstoffen eignen sich auch hochwertige, hitzeverträgliche Baumwollstoffe. Zum Auflegen auf die Haut sind weiche Gewebe wie Molton, Kalmuck (Baumwoll-Doppelgewebe) oder Frottee ideal. Körnerkissen, die als Kältekompressen in den Kühlschrank oder die Gefriertruhe kommen, schützt man vor Feuchtigkeit durch Überziehen einer Folie oder Tüte.

Welche Körner für Körnerkissen?

  • Kirschkerne laden sich gut mit Hitze auf und geben diese an die betroffenen Körperstellen ab, daher werden Kirschkern-Säckchen oft als „trockene Wärmflasche“ bezeichnet. Das Kirschkernkissen etwa 10 bis 15 Minuten im Backofen bei maximal 150 °C oder ca. 2–2,5 Minuten in der Mikrowelle bis 600 Watt aufheizen. Zum Kühlen legt man das Kissen für mindestens eine halbe Stunde in den Kühl- oder Gefrierschrank.
  • Traubenkerne sind für Wärmekissen und für Kältekompressen geeignet. Durch ihre feinere Körnung sind sie anschmiegsamer als Kirschkerne und daher auch bei Babys und Kleinkindern einsetzbar. Der im Traubenkern vorhandene Ölanteil kann die Wärme noch länger speichern als Kirschkerne.
  • Dinkel eignet sich ebenfalls zur Wärme- und Kältebehandlung. Die Körner sollte man jedoch nicht verwechseln mit Dinkelspelz. Das ist die zweifache Hülle, die sich bei dem Getreide aus Deck- und Vorspelz zusammensetzt und häufig wegen ihrer Widerstandsfähigkeit und stabilen Form als lockere und luftdurchlässige Füllung für Kopfkissen verwendet wird.
  • Rapssamen haben aufgrund ihres hohen Ölgehaltes im Korn die längste Wärmespeicherzeit. Die weichen, dunklen Samen sind zur Anwendung bei kleinen Kindern sehr gut geeignet. Sie finden auch in Kühl- und Massagekissen Verwendung.
  • Leinsamen haben einen Fettanteil von 40 Prozent und können als Wärmekissen sehr heiß gemacht werden. Der neutrale Geruch und die feine Körnung bieten viele Möglichkeiten.
  • Johannisbeerkerne sind sehr fein und leicht und duften fruchtig. Man füllt mit ihnen weiche Wärmekissen.

Anwendung von Körnerkissen

Bereits unsere Großmütter legten am Ofen erwärmte Kirschkern-Säckchen ins Bett und genossen die wohltuende Wirkung bei Schmerzen. Nach wie vor ist die Anwendung von Körnerkissen sehr beliebt – zumal man verschiedene Füllungen aus Samen und Kernen auch als Kältekompresse einsetzen kann. Warme Auflagen sind angenehm bei Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich, bei Hexenschuss oder Rückenschmerzen (z. B. Bandscheibenvorfall). Erhitzte Körnerkissen kann man auch bei kalten Füßen, Erkältungsanzeichen, Menstruationsbeschwerden oder krampfartigem Bauchweh einsetzen. Leiden Babys und Kleinkinder unter Blähungen, sorgen mit Leinsamen und Fenchelsamen befüllte Wärmekissen für Linderung. Muskelschmerzen, die nach zu viel Sport, Gartenarbeit oder sonstiger Überanstrengung auftreten, können je nach persönlichem Empfinden oder auftretenden Symptomen entweder durch Auflegen eines warmen oder kalten Kissens behandelt werden. Kältekompressen helfen bei Verstauchungen, Prellungen oder Blutergüssen. Wohltuend ist die kalte Variante auch bei Kopfweh, besonders wenn die weiche Körnermischung mit Lavendelblüten ergänzt wird. Tipp: Sogar gegen müde und schwere Augen hilft ein gekühltes Körnerkissen – am besten, wenn es in Form einer Brille genäht wird.

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