An einem milden Apriltag machen sich Lea-Maria und Sandra auf in den nahe gelegenen Wald. Die beiden wollen Binsen sammeln, um daraus kleine Körbchen zu basteln. Auf einer Wiese am Waldrand werden sie fündig. Da man zum Flechten möglichst lange Binsen braucht, pflücken sie die Halme dicht über dem Boden ab. Sobald die Mädchen ein Bündel beisammenhaben, kann es losgehen.

Für das Grundgerüst legt man je drei lange Halme über Kreuz aufeinander. Am Kreuzungspunkt werden die Binsen mit einem weiteren Halm verknotet. Das eine Ende wird Teil des Grundgerüsts. Insgesamt besteht dieses jetzt aus 13 sogenannten Staken. Das andere nimmt man zum Flechten. Den Flechthalm nun abwechselnd über und unter den einzelnen Staken hindurchführen, sodass allmählich ein rundes, scheibenförmiges Geflecht entsteht. Ist der erste Halm aufgebraucht, setzt man einen neuen an, und zwar nicht einfach bei der nächsten Stake, sondern bereits zwei Staken davor. Dadurch wird das Ganze stabiler. Wie gehabt weiterflechten und gelegentlich die Binsen Richtung Mitte schieben, damit das Geflochtene schön gleichmäßig wird.

Die Wand formen: Sobald der Boden den gewünschten Durchmesser hat, klappt man die Staken nach oben und bindet sie zusammen. Anschließend wie in den Vorrunden weiterflechten. Das Körbchen wird nun mit jeder Runde höher. Ist es hoch genug, den Flechthalm um eine Stake herumführen und dann in entgegengesetzter Richtung einige Male durchs Geflecht fädeln („verwahren“). Die Staken zusammenbinden oder wie unten beschrieben einkürzen. Mit Schoko-Häschen und bunten Eiern befüllt sind die Körbchen eine schöne Überraschung zum Osterfest

Binsen-Körbchen in zwei Varianten

Für das niedrige Körbchen die Staken zwei bis drei Finger breit oberhalb der letzten Runde abschneiden. Eine Stake nehmen und vor die nächste legen, dann hinter die übernächste führen und dort ablegen. Das Ganze reihum wiederholen. Den vorletzten Halm vor dem letzten vorbeiführen und auf der Innenseite des Körbchens ins Geflecht fädeln. Den letzten Halm direkt in die Innenseite einflechten. Die bunten Blumen haben Sandra und Lea-Maria am Waldrand gefunden. Die Sträußchen aus gelbgrünem Milzkraut, Hahnenfuß und Lichtnelke passen wunderschön zu ihren Kunstwerken. Tipp: Damit die Blumen länger halten, einen Schraubverschluss oder ein kleines Schnapsglas in die Körbchen stellen und mit Wasser füllen

Stirnband und Armreif

Sobald die Körbchen fertig sind, kommt Sandra und Lea-Maria eine Idee: Sicherlich kann man aus den biegsamen Halmen auch Schmuck basteln! Stirn- und Armband sind fix gemacht: Dazu jeweils drei lange Halme zusammenfassen und an einem Ende mit einem vierten Halm verknoten. Nun eine weitere Binse nehmen und einweben. Binsen nach Bedarf einkürzen, dann Anfang und Ende des Bandes zusammenfügen. Tipp: An manchen Binsen sitzen noch die Blüten vom Vorjahr. Diese kann man sich als „Brillantring“ um den Finger wickeln.

Wissenswertes

Binsen

Binsen werden seit jeher zum Flechten verwendet. Unter den heimischen Arten zählt die Flatter-Binse (Juncus effusus, siehe oben) zu den häufigsten. Das immergrüne Riedgras-Gewächs bevorzugt feuchte, saure und stickstoffarme Böden. Man findet es vor allem auf Feuchtwiesen, entlang vernässter Waldwege oder in Mooren. Auf beweideten Flächen ragen die dichten, bis zu einen Meter hohen Horste deutlich zwischen den übrigen Gräsern hervor, da das kieselsäurehaltige Gewächs vom Vieh verschmäht wird. Charakteristisch für die Pflanze sind die glatten, steif aufrecht wachsenden Stängel, in deren Innerem sich schaumartiges, weißes „Mark“ befindet. Dieses wird aus abgestorbenen Pflanzenzellen gebildet und dient der Durchlüftung. Dadurch können Binsen auch auf sehr nassen, sauerstoffarmen Böden wachsen. Ihren Namen verdankt die Flatter-Binse den im Sommer erscheinenden lockeren Blütenständen am Stängelende. Da sie von einem langen Hüllblatt umgeben sind, wird der Eindruck erweckt, der Stängel setze sich über der Blüte fort. Wohl jeder kennt folgende Redensarten, die von dem weitverbreiteten Gras handeln: Aus der Jägersprache stammt der Ausdruck „in die Binsen gehen“. Er wird gebraucht, wenn etwas verloren ist – wie die Enten, die der Schrotflinte entkommen und ins Gras-Dickicht flüchten. Unter einer „Binsenweisheit“ versteht man eine banale Erkenntnis, die allgemein bekannt und von keinem großen Wert ist.