Zeit für Abkühlung und Erfrischung

Herrliche Sonnentage, unbeschwerte Badefreuden, gesellige Grill-Abende mit lieben Freunden – so lieben wir den Sommer! Nur wenn die Temperaturen in die Höhe schnellen und sich bei über 30° C einpendeln, wird das Vergnügen etwas getrübt. Nicht nur hitzeempfindliche Menschen leiden dann gelegentlich unter Kreislaufbeschwerden, Schwindelgefühlen, Kopfschmerzen und Benommenheit. Oft bringt uns die Sommerhitze auch noch um den erholsamen Nachtschlaf, wenn die Temperaturen spätabends nicht wesentlich absinken. Zum Glück lassen sich solche Unpässlichkeiten vorbeugend mit einfachen Mitteln beheben: Pralle Sonne meiden, mehr trinken, weniger essen, frische und leichte Kost bevorzugen, die den Kreislauf nicht belastet, luftdurchlässige Kleidung und eine Kopfbedeckung tragen, Unterarme und Schläfen mit Wasser oder Kräutertee kühlen, das Schlafzimmer tagsüber schattieren – seit Generationen haben sich diese Empfehlungen bewährt. 

Von innen und außen kühlen

An heißen Tagen sind kühle Getränke mit Zitronen-Melisse und kleine Pausen im Schatten, am besten bei einem erquickenden Fußbad, eine Wohltat.

Unser Tipp

Kräuter-Fußbad

Das tut gut! An heißen Tagen läuft der Temperaturausgleich des Körpers auf Hochtouren. Gönnen Sie sich hin und wieder eine kleine Auszeit, um den Kreislauf zu stabilisieren, zum Beispiel mit einem kühlen Kräuter-Fußbad. Besonders angenehm ist eine Mischung aus Lavendel, Rosmarin und Pfefferminze – je mentholhaltiger die Minze, desto erfrischender das Bad. Je 1 Handvoll der genannten Kräuter in einen Topf geben und mit kochendem Wasser überbrühen. Abkühlen lassen, filtern und in eine Schüssel gießen. Nach Belieben frische Kräuter dazugeben.

Kalte Getränke zur Abkühlung

Mit Eistee und einem Kräutertrunk kann man sich ebenso erfrischen.

Unser Tipp

Blüten-Eiswürfel

Eiswürfel mit Kräuterblättern oder -blüten sind dekorative Hingucker. Dazu Eiswürfel-Behälter zur Hälfte mit Mineralwasser füllen, Blätter oder Blüten gleichmäßig verteilen und anfrieren lassen. Aus dem Gefrierfach nehmen, mit Wasser auffüllen und nochmals durchfrieren lassen

Kräuter für die Abkühlung

Kräuter spiele bei der Abkühlung im Sommer eine wichtige Rolle. Versuchte man früher die Beschwerden hauptsächlich mit Salbei, Rosmarin, Pfefferminze und Melisse in den Griff zu bekommen, stehen uns heute ganz neue Kräuter-Züchtungen zur Verfügung, die sich durch erfrischende, fruchtige, belebende Aromen und raffinierte Duftnoten auszeichnen. Zu den beliebtesten Kräutern mit Zitrus-Aroma zählt der Zitronenstrauch bzw. Zitronen-Verbene (Aloysia triphylla). Schon eine leichte Berührung seiner Blätter reicht aus, um den intensiven Duft wahrzunehmen. Auch in der Thymian- Familie finden sich Sorten mit zitronigem Geschmack, ebenso bei Basilikum, Duft-Geranien, Tagetes, Salbei, dem Bohnenkraut und der Duftnessel (Agastache). Sogar bei den Minzen gibt es Züchtungen mit fruchtig-frischen Aromen. Bestes Beispiel ist die Orangenminze (Mentha gentilis var. citrata), die kein Menthol, dafür andere wohlschmeckende Duftnuancen enthält. Abgesehen davon hat die große Gruppe der Minzen ihre ganz eigene Geschmacksrichtung, die besonders im Sommer geschätzt wird. In ihrem Äußeren unterscheiden sich die verschiedenen Sorten ebenso wie in ihren Aromen und ihrem Mentholgehalt. Erntefrisch oder getrocknet geben sie heißen und kalten Getränken ihren unverwechselbaren Geschmack, sie kühlen schmerzende Schläfen, erfrischen den Atem und helfen bei Verdauungsstörungen. Ohne großen Aufwand kann man sich der Vorzüge dieser grünen Helfer bedienen. Wer keinen Garten hat, pflanzt sie in den Balkonkasten oder in größere Töpfe. Während die meisten Würz- und Heilpflanzen sonnige Plätze schätzen, bevorzugen Minzen halbschattige Standorte und feuchte Erde. Regelmäßige Ernte und gelegentlich ein bodennnaher Rückschnitt hält die Pflanzen vital.

Pflanzen mit fruchtig-frischen Aromen: Zitronen-Thymian

Zitronen-Thymian ‘Golden King’ duftet nach Zitronen und eignet sich frisch oder getrocknet für Tee, Kräutersalz und Würzmischungen.

Duft-Pelargonie

Duft-Pelargonie ‘Lemon Fancy’ verströmt bereits bei leichter Berührung der Blätter einen intensiven Zitrusduft. Sie werden zum Aromatisieren von Sorbets, Punschen, Likören und Pralinen verwendet.

Zitronen-Melisse

Zitronen-Melisse beruhigt die Nerven und hilft bei Schlaf- und Verdauungsproblemen.

Zitronen-Verbene

Zitronen-Verbene hat eine leicht belebende Wirkung. Ihr erfrischendes Aroma verfeinert heiße und kalte Getränke.

Ananas-Salbei

Ananas-Salbei hat auffallende karminrote Blüten. Seine samtigen Blätter duften tatsächlich nach Ananas – eine leckere Zutat für Desserts und Kräuterlimonaden.

Zitronen-Gras

Zitronen-Gras eignet sich frisch oder getrocknet für Kräutertee und asiatische Gerichte.

Gewürz-Tagetes

Gewürz-Tagetes ‘Orange Gem’ erinnert im Geschmack an Mandarinen. Die einjährige Sommerblume verfeinert Süßspeisen und Teemischungen.

Salbei als wichtige Pflanze für den Sommer

Von alters her eine der wichtigsten Heilpflanzen, die in keinem Bauerngarten fehlen durfte, ist der Echte Salbei. Er lindert Halsschmerzen, stärkt die Konzentration und wird wegen seiner schweißhemmenden Wirkung nicht nur von Frauen in den Welchseljahren geschätzt. Um nächtlichen Schweißausbrüchen vorzubeugen, wird empfohlen, tagsüber 2–3 Tassen warmen Salbeitee zu trinken. Auch als Deodorant wirkt das Heilkraut schweißhemmend. Kommt es bei aller Vorsicht nach einer langen Wanderung oder einem Badetag dann doch zum Sonnenbrand, hält die hauseigene Gartenapotheke auch dafür die passenden Kräuter bereit, allen voran die Ringelblume (Calendula officinalis). Als wundheilendes Öl pflegt Calendula trockene Haut und lindert Sonnenbrand. Wer solche großartigen Helfer an seiner Seite weiß, kann den Sommer sorglos und in vollen Zügen genießen.

Erfrischende Rezepte aus der Heilpflanzen-Schule

Diese Rezepte sind erfrischend und bekömmlich – und perfekt für heiße Tage.