Räuchern mit Naturmaterialien: Eine lange Tradition

Nicht nur das Räuchern von Fisch, Wurst und Fleisch zählt zu den ältesten Traditionen der Menschheit. Seit frühester Zeit ist das Verräuchern heilkräftiger Kräuter in vielen Kulturen und Traditionen verankert. Alle wichtigen Stationen des Lebens, aber auch Jahreskreis- und Opferfeste wurden von Räucher-Zeremonien begleitet. Der zum Himmel steigende Rauch sollte die Götter gnädig stimmen, vor Missernten, Unwetter und Krankheit schützen. Man glaubte an die reinigende Kraft der Pflanzen, nicht nur für Körper und Geist, sondern auch für Haus, Hof und Stallungen.
Bevor es die ersten desinfizierenden Reinigungsmittel gab, wurden Krankenzimmer mit Kräuterrauch gereinigt, selbst die Pest versuchte man auf diese Weise einzudämmen. In ländlichen Regionen ist es heute noch üblich, die an Mariä Himmelfahrt geweihten Kräuterbüschel zu trocknen und bei heftigem Gewitter einzelne Kräuter ins Feuer zu werfen.

Die wichtigsten Zutaten fürs Räuchern finden Sie in der Natur oder im Garten: aromatische Wildkräuter wie Beifuß, Wilder Majoran, Thymian, Holunder, Eisenkraut, Kamille, Johanniskraut, Mädesüß und Minze oder Gartenkräuter wie Rosmarin, Lavendel, Fenchel, Wermut, Ysop, Salbei, Melisse und Engelwurz. Eine ansprechende Auswahl zeigt das Foto oben. Allein schon die Suche nach heilkräftigen Kräutern sowie das anschließende Trocknen und Verarbeiten zu Sträußen oder Räucherkolben machen Freude. Außerdem sind die liebevoll zusammengestellten und gebundenen Schmuckstücke oft so dekorativ, dass man sie lieber ansehen als anzünden möchte – zumindest vorerst.

Würzige Düfte: Räucherkolben selber machen

Für die Räucherkolben benötigt man:

  • getrocknete Kräuter mit 25–30 cm langen Stängeln
  • sowie Bindfaden.

Tipp: Damit der Räucherkolben nicht zu rasch abbrennt, sollte er einen Durchmesser von mindestens 5 cm haben. Den Bindfaden zunächst in der einen, dann in der anderen Richtung (nicht zu eng) um die Kräuter wickeln. 

Räuchergut mit Blüten verschönern

Zum Blickfang wird das Räuchergut, wenn auf der Oberseite unterschiedlich gefärbte Blüten dekorativ angeordnet werden.

Mit Feuer räuchern

Feuer und Flamme entlocken den Kräutern ihre feinen Aromen. Treffen Sie zuallererst aber Vorkehrungen für einen sicheren Umgang mit den verglimmenden Kräutern, damit keine Glut und keine Aschereste auf Tisch und Teppich fallen

Trocknen der Kräuter

Zum Trocknen werden die Kräuter zu Sträußen gebunden und kopfüber an einem warmen, schattigen und luftigen Ort aufgehängt.

Das brauchen Sie zum Räuchern

Zum Räuchern benötigt man außer einer feuerfesten Schale, die zur Hälfte mit Deko-Sand gefüllt ist, eine Räucherkohle, eine Zange, getrocknete Kräuter – und Geduld: Erst wenn die Kohle vollständig durchgeglüht ist, legt man die Kräuter einzeln darauf.

So bewahren Sie Kräuter auf

Zum Aufbewahren der getrockneten Kräuter eignen sich Schraubgläser, Kartons, Papiertüten oder Setzkästen aus Holz. Das Räucherwerk möglichst dunkel lagern, damit die Farben nicht so schnell verblassen