Wer hätte gedacht, dass uns die Bewohner der kanadischen Arktis einmal die Vorlage für eine Methode der Haltbarmachung liefern. Der Meeresbiologe Clarence Birdseye beobachtete während seiner Forschungsreise in den 1920er- Jahren zufällig die Inuit, wie sie ihren Fischfang in den eisigen Wind hängten. Binnen kürzester Zeit war dieser tiefgefroren. Das Lebensmittel hielt den ganze Winter über und nach dem Auftauen schmeckte der Fisch genauso frisch, wie gerade gefangen – auch noch nach Wochen oder Monaten. Fasziniert von dieser einfachen Handhabung und dem kulinarischen Ergebnis tüftelte der Amerikaner so lange, bis er eines Tages die erste Schockgefrieranlage für den Privathaushalt entwickelte. Zwar gab es bereits neben Kühlschränken die ersten Eismaschinen, aber erst die von ihm erfundene Neuerung konnte die Nahrungsmittel auch in schneller Geschwindigkeit tiefgefrieren.

In den 1950er-Jahren profitierten dann auch die deutschen Verbraucher davon: Sie konnten die ersten fertigen TK-Produkte wie Spinat kaufen und in ihren eigenen Geräten unterbringen. Von da an gab es frischen Fisch, Fleisch, Gemüse und Obst zu jeder Jahreszeit. Mittlerweile ist in fast jedem Haushalt ein Tiefkühlgerät vorhanden, zumindest aber ein sogenanntes Drei-Sterne-Fach. Bringt die eigene Obst- und Gemüseernte jetzt im Sommer einen Überfluss hervor, lässt sie sich problemlos über einen längeren Zeitraum aufbewahren. Auch bereits gekochte Speisen, Brot und Kuchen sowie roher Teig können hinein – beispielsweise lässt sich Mürbeteig, in Springformgröße ausgerollt und zwischen Frischhaltefolie aufgewickelt, lagern. Ein absoluter Vorteil tiefgekühlter Lebensmittel gegenüber anderen Konservierungsmethoden ist, dass sowohl Geschmack als auch Vitamingehalt fast unverändert bleiben. Inzwischen sind tiefgekühlte Lebensmittel aus unserem Küchenalltag nicht mehr wegzudenken.

Kann ich Beeren einfrieren?

Tiefgekühlte Beeren behalten nach dem Auftauen ihre Form, wenn sie auf einem Tablett verteilt ins Gefrierfach gelegt und kurz vorgefroren werden. Danach in Beutel umfüllen, verschließen und wieder im Fach verstauen. So lassen sie sich auch portionsweise besser entnehmen. Streut man vorher noch Zucker über die Früchte, bleibt Farbe und Aroma noch besser erhalten.

Unser Tipp

Eiswürfel aus Zitronen und Minze

Zitronen- und Limetten-Scheiben sowie Minzblätter in Eiswürfelbehälter legen und mit Wasser auffüllen. Die tiefgefrorenen Würfel sind eine dekorative und zugleich aromatische Ergänzung für ein kühles Getränk.

Wie friert man Gemüse ein?

Gefrostetes grünes Gemüse kann direkt oder leicht angetaut in den Kochtopf. Vor dem Haltbarmachen das Gemüse am besten blanchieren. So werden Enzyme gehemmt, die sonst Farbe, Geschmack und Vitamine beeinträchtigen: einen Schuss Essig ins Kochwasser träufeln, geputzte, teils klein geschnittene Stücke für 1–5 Min. hineingeben, mit einem Schöpflöffel herausheben und sofort in Eiswasser abkühlen.

Wie friert man Brot ein?

Als Ersatz für frisches Brot können Scheiben aus dem Tiefkühler im Toaster schnell aufgebacken werden.

Kräuter einfrieren

Eiswürfelbehälter können Sie kurzerhand mit fein gehackten Kräutern und Wasser füllen und einfrieren. Anschließend können Sie die Portionen herausdrücken, in Alufolie wickeln und beschriften. Ebenso kann man mit Soßenresten oder selbst gekochter Brühe verfahren.

Unser Tipp

Richtig verpackt in den Tiefkühler

Damit Qualität und Aroma der eingefrorenen Lebensmittel nicht leiden, müssen sie richtig verpackt werden. Wer gern und viel einfriert, sollte sich frosttaugliche Gefrierdosen sowie -beutel und Eiswürfelbehälter zulegen. Auf Klebe-Etiketten können Inhalt, Datum und Gewicht vermerkt werden. Für einen besseren Überblick lohnt es sich, den Vorrat in einem Heftchen zu dokumentieren – das verhindert ein unkontrolliertes und übermäßiges Aufbewahren und das Ablaufdatum bleibt in Erinnerung. Bei Entnahme einfach Entsprechendes ausstreichen. Je schneller die frisch eingelagerten Lebensmittel durchgefroren werden, desto besser bleibt die Qualität. Frische Ware daher möglichst nicht auf bereits Gefrorenes, sondern direkt auf die kälteführenden Flächen legen. Eng anliegende und dichte Verpackungen verhindern, dass unnötig Wasser verdunstet. Entstehen dennoch stark ausgetrocknete Stellen (Gefrierbrand), wird die Ware ungenießbar.