Sind Bäume, Sträucher und Stauden erst einmal gut angewachsen und ihr Wurzelwerk kräftig verzweigt, überstehen sie gemeinhin selbst heiße Sommertage. Doch bei lang anhaltenden Trockenperioden kann es passieren, dass das Blattgrün kraftlos und welk herabhängt oder Blumen ihre Köpfe sinken lassen. Spätestens dann sollte der Gärtner zur Gießkanne oder zum Schlauch greifen und mit einer ordentlichen Portion vom frischen Nass nachhelfen. Besonders Topf- und Kübelpflanzen sind auf regelmäßige Wassergaben angewiesen, da sie nur einen begrenzten Erd- und Wurzelraum zur Verfügung haben, um Feuchtigkeit zu speichern.

 

Beim Gießen auf unterschiedliche Ansprüche achten

Generell muss man beim Gießen auf die Ansprüche verschiedener Arten achten. Kompakt wachsende Stauden wie die Grasnelke sowie mediterrane Kräuter wie Rosmarin sind durch ihre Form oder durch kleine, teils wachsartige Blatt- oberflächen von Natur aus gut gegen Trockenheit gerüstet. Auch Knollen- und Zwiebelpflanzen kommen eine Weile ohne Wassergaben aus, da sie auf ihre unterirdischen Speicherorgane zurückgreifen können. Hochwüchsige und blühfreudige Sträucher und Stauden hingegen brauchen viel Feuchtigkeit, um zu gedeihen. In Phasen intensiven Wachstums, nach dem Austrieb, bei der Blütenanlage, während der Blüte sowie bei der Fruchtausbildung, sind Pflanzen besonders auf einen guten Wasserhaushalt angewiesen.

Besonders bei lang anhaltender Trockenheit gießen!

Während der Blütezeit ist eine ausreichende Feuchtigkeit für Rosen und Stauden sehr wichtig, damit die Blüten nicht vorzeitig abfallen.

Rasen automatisch beregnen

Durch regelmäßige Beregnung bleibt der Rasen auch in den heißen Sommermonaten kräftig grün. Dabei sollte der Regner morgens oder abends so lange laufen, bis der Boden in eine Tiefe von 15 bis 20 cm gesättigt ist.

Unser Tipp

Wasserstrahl lenken

Mit dem Daumen auf der Öffnung entsteht ein breiter Wasserstrahl, der in einem weiten Bogen auf den Boden fällt und diesen weniger verschlämmt – ein praktischer Trick, wenn ein Schlauchaufsatz gerade nicht zur Hand ist.

Gute Wasserspeicher

Als Wasserspeicher für Topfpflanzen kommen leere Glasflaschen zum Einsatz, die man mit dem Hals voran möglichst nah an die Wurzeln in die Erde steckt. Nach und nach braucht die Pflanze diesen Vorrat auf und ist auf diese Weise auch in der Urlaubszeit bis zu zwei Wochen lang versorgt. Dabei gilt: Je mehr Flaschen, desto länger hält die Versorgung. Und: Tontöpfe sind praktische Gießhelfer. Gräbt man sie in Pflanzennähe ein, geben sie das Wasser durch das Loch im Boden sowie  über die durchlässigen Wände langsam an die umgebende Erde.

Faustregel: 10 bis 20 Liter pro Quadratmeter

Sämlinge und Jungpflanzen sollten in den ersten Tagen und Wochen gleichmäßig feucht gehalten werden. Auch Gemüse und Beerensträucher brauchen in der Hochsaison reichlich Flüssigkeit. Der Wasserhaushalt hängt neben dem natürlichen Niederschlag auch von Bodenart und -zustand ab. Während das Nass in sandigen Böden rasch versickert, kann es sich in schweren Tonböden nur schwer verteilen. Eine lockere Bodenstruktur mit hohem Humusgehalt ist für die Versorgung der Pflanzen ideal. Beim Gießen von Blumen- und Gemüsebeeten gelten als Faustregel 10–20 Liter pro Quadratmeter. Dabei ist es besser, den Boden in regelmäßigen Abständen ausgiebig und durch- dringend zu wässern, anstatt ihn täglich mit gerin- gen Wassermengen nur oberflächlich zu befeuchten. Dies fördert eine tiefere Durchwurzelung.

Der beste Zeitpunkt fürs Gießen

Der beste Zeitpunkt fürs Gießen ist am Morgen, oder am frühen Abend. In der prallen Mittagssonne sollte man darauf verzichten, da das Wasser größtenteils schnell verdunstet und auf der Blatt- oberfläche zu Verbrennungen führen kann. Nutzt man Regenwasser für die Bewässerung im Garten, spart man nicht nur Kosten, man tut den Pflanzen auch etwas Gutes. Denn im Gegensatz zu Leitungswasser, das vielerorts einen hohen Kalkgehalt aufweist, einen entsprechend hohen pH-Wert hat und sehr kalt aus dem Hahn kommt, ist Regenwasser weich und gut temperiert. In Regentonnen, Wannen und Zisternen lässt sich das natürliche Nass sammeln und steht überall dort zur Verfügung, wo es gebraucht wird.

Auffang-Behälter: Weinfass

Ein ausgedientes Weinfass ist ein besonders stilvoller Sammelbehälter. Auf einem Sockel steht es so hoch, dass man die Gießkanne bequem unter den Hahn stellen und befüllen kann.

Zinkwanne als Behälter für Regenwasser

Die alte Zinkwanne erfüllt im Garten als hübsches Wasserbecken einen neuen Zweck. Stellt man sie am Beetrand auf, erspart man sich den unter Umständen weiten Weg zum Wasseranschluss.

Regentonnen verschließen

Regentonnen sollten mit einem Deckel wieder verschlossen werden, sobald der Schauer vorüber ist. Denn offenes Wasser dient Stechmücken als Brutstätte und ist für spielende Kinder eine Gefahrenquelle.

Unser Tipp

Bodenfeuchtigkeit erhalten

Versieht man einen Schlauch mit kleinen Löchern und vergräbt ihn im Wurzelbereich, werden die Pflanzen über Tröpfchenbewässerung versorgt. Eine dicke Mulchschicht aus Heu oder Rasenschnitt dient unter Sträuchern als Verdunstungsschutz und hält um Wasser konkurrierendes Unkraut fern. Ein altes Gärtner- sprichwort lautet: „Einmal Hacken erspart zweimal Gießen.“ Die oberflächliche Bodenbearbeitung verhindert, dass die Kapillaren bis zur Erdoberfläche reichen. Über diese feinen Risse entweicht Feuchtigkeit und selbst tiefere Schichten trocknen dann schnell aus.