Im Sommer gibt es im Garten viel zu tun

Der Gartensommer erreicht seinen Höhepunkt und in den Gemüsebeeten gibt es viel zu tun. Erntelücken oder komplett frei gewordene Beete sollten rasch wieder gefüllt werden, wenn man auch im Herbst rundum gut versorgt sein will. Außerdem stehen die großen Ferien vor der Tür. Da heißt es, die richtigen Vorbereitungen zu treffen, damit man den Garten für einige Zeit sich selbst überlassen kann. Wer länger verreisen möchte, tut gut daran, die Nachbarn rechtzeitig zu fragen, ob sie ab und zu nach dem Rechten sehen können.

Pflanzen schützen Pflanzen

Ringelblumen, Tagetes und Kapuzinerkresse verleihen den Beeten sommerliches Flair und schützen die Gemüse vor Schädlingen wie Kohlweißling, Wurzelälchen und Salat- oder Bohnenläusen.

Nährstoff-Nachschub für Gemüse

Im Mai und Juni gepflanzte, nährstoffhungrige Gemüse wie Kohl, Lauch oder Sellerie benötigen zum Beginn der Hauptwachstumszeit einen Nährstoff-Nachschub, damit sich die Pflanzen zügig weiterentwickeln. In Gärten mit guter Kompostversorgung greift man zu phosphatarmen organischen Düngern, beispielsweise Hornspänen. Alternativ können Sie auch pflanzliche „Veggie“-Dünger wie Maiskeimpellets ausbringen.

Tomaten, Gurken, Zucchini und Paprika setzen laufend neue Blüten, Früchte und gesundes Blattwerk an, wenn man regelmäßig einen Schuss kalireiche Beinwell- oder Brennnesseljauche ins Gießwasser gibt. Ersatzweise verwenden Sie einfach einen gekauften organischen Flüssigdünger.

Unser Tipp

Schutz vor Schädlingen

Ringelblumen, Tagetes und Kapuzinerkresse verleihen den Beeten sommerliches Flair und schützen die Gemüse vor Schädlingen wie Kohlweißling, Wurzelälchen und Salat- oder Bohnenläusen.

Richtig und ausreichend gießen

Ein häufiger Fehler ist es, zwar oft, aber nicht durchdringend zu wässern. Werden jeweils nur die oberen Bodenschichten durchfeuchtet, bilden die Pflanzen auch nur dort Wurzeln. Ziel ist jedoch ein möglichst tief reichendes Wurzelwerk, damit die im Boden gespeicherten Wasser- und Nährstoffvorräte genutzt werden können. Bei Trockenheit also besser nur zwei- bis dreimal wöchentlich gießen, dafür aber großzügig – konkret bedeutet dies mindestens 20–25 Liter pro Quadratmeter Beetfläche.

 

Unser Tipp

Richtig Wässern

Gießen Sie möglichst morgens, wenn der Boden noch kühl ist, in der Mittagszeit verdunstet ein Teil des Wassers rasch. Wichtig ist eine zuvor gut gelockerte Erde.

Gute Bodenvorbereitung

Bienenfreund (Phacelia) hat sich als rasch wachsende Gründüngung bewährt. Man sät in Reihen oder breitwürfig, zum Beispiel dort, wo Frühgemüse abgeerntet wurden. Bis Herbst- und Wintergemüse gesät oder gepflanzt werden, sorgt Phacelia für eine kleine Bodenkur.

Gemüse fürs Spätjahr: Beet-Beispiel Nummer 1

In Beet 1 folgen eher nährstoffhungrige Gemüsearten auf Puffbohnen, Spinat oder Kohlrabi: Knollen-und Stangen- Sellerie (Reihe 1) können noch bis Anfang Juli gepflanzt werden – je früher, desto besser! Von der Pflanzung bis zur Ernte vergehen mindestens zwölf Wochen. Brokkoli (Reihe 2) wie die samenfeste Bio-Züchtung ‘Calinaro’ wird Anfang Juli in kleine Töpfe ausgesät und ab Monatsende ausgepflanzt. Chinakohl (Reihe 3) bildet walzenförmige, fest geschlossene Köpfe mit zarten Blättern. Frisch vom Beet schmeckt der Asia-Kohl überraschend aromatisch und viel besser, als folienverpackter Chinakohl aus dem Supermarkt. Radicchio und Zuckerhut (Reihe 4) gehören wie Endivie zu den Zichoriensalaten, bilden eine dicke Pfahlwurzel und lassen sich schlecht verpflanzen, daher sät man direkt ins Beet. Möglich ist auch die Vorkultur in kleinen, aber entsprechend tiefen Töpfen.

Gemüse fürs Spätjahr: Beet-Beispiel Nummer 2

In Beet 2 spielen knackige Salate die Hauptrolle und werden nach Vorgängern wie Erbsen oder frühen Buschbohnen angebaut: Batavia-Salat (oberer Beetrand) neigt weniger zum Schießen als Kopf- und Buttersalate und macht bei Hitze nicht so schnell schlapp. Radieschen (Reihe 2) werden als Zwischenkultur ausgesät und abgeerntet, bevor die Beetnachbarn ihren vollen Platz beanspruchen. Knollenfenchel (Reihe 3) wächst am Anfang sehr langsam. Auch wenn die Setzlinge sehr zart sind: Achten Sie auf einen Pflanzabstand von mindestens 20 cm, sonst bleiben die Knollen klein. Mangold (Reihe 4) kann man dichter aussäen und die Pflanzen später auf 30 cm ausdünnen. Junge Blätter schmecken auch roh. Rucola (Reihe 5) keimt rasch, benötigt aber eine ständig feuchte Erde, sonst wird das Kraut pfefferscharf. Endivie (Reihe 6) wie ‘Diva’ und Frisée ‘Wallone’ wird traditionell in der zweiten Jahreshälfte angebaut und liefert ab September zartbittere Blätter für den Salat.

Netze schützen vor dem Kohlweißling

Engmaschige Netze verwehren Kohlweißlingen den Zuflug und schützen vor Madenbefall. Von Mitte Juli bis Ende August sind die Falter der zweiten Generation auf der Suche nach einem Eiablageplatz, erst danach können Sie die Netze wieder abnehmen.

Gemüse-Tipps: Knoblauch

Knoblauch wird geerntet, sobald das Laub vergilbt. Behalten Sie nach dem Trocknen ein paar Zehen oder ganze Knollen zurück. Im Herbst ist bereits wieder Pflanzzeit!

Gemüse-Tipp: Feuerbohnen

Feuerbohnen entfalten im August ihre ganze Blütenpracht und liefern schmackhafte Hülsen und Kerne. Zu ihren Füßen können Sie Buschbohnen, Fenchel und Salat ziehen und in der ersten Julihälfte noch Rotkohl pflanzen.

Kräuter-Tipp: Petersilie

Petersilie keimt im Frühjahr oft nur zögernd, will nicht richtig weiterwachsen oder neigt zum Vergilben. Sät man das beliebte Küchenkraut erst im August in den warmen Boden aus, dauert es nur wenige Tage, bis die ersten Fiederblättchen sichtbar werden. Auch später ist ein Befall mit Welkepilzen und anderen Krankheiten kaum zu befürchten. Widerstandsfähige Sorten wie ‘Mooskrause 2/Grandeur’ und glattblättrige ‘Einfache Schnitt’ liefern im Frühbeet bis ins Frühjahr würzige Blätter.

Säen und pflanzen: Das Wichtigste im Überblick

  • Anfang Juli gesäte Möhren und Rote Bete entwickeln bis zum Herbst noch kräftige Wurzeln und feste, lagerfähige Knollen.
  • Für Zichoriensalate wie Radicchio, Zuckerhut und Endivie oder Frisée ist Mitte Juli letzter Aussaattermin. Wer vorgezogene Jungpflanzen beim Gärtner kauft, kann diese noch bis Mitte August ins Beet setzen.
  • Möchten Sie noch Fenchel wie die hocharomatische Bio-Züchtung ‘Perfektion’ aussäen, müssen Sie sich sputen: Nur die Knollen der bis Anfang Juli ausgebrachten Saaten können sich bis zum Herbst voll entwickeln. Salat ist jetzt besonders gefragt. Je nach Wetter und Sorte verläuft die Entwicklung jedoch unterschiedlich rasch. Damit immer genügend Köpfe erntereif sind, säen erfahrene Gärtner nicht nach Terminkalender, etwa alle 14 Tage, sondern jeweils dann neu aus, wenn die Pflänzchen der vorausgegangenen Saat drei bis fünf echte Blätter entwickelt haben.
  • Bei Buschbohnen sind Folgesaaten noch bis Anfang Juli möglich, in wärmeren Regionen liefern auch Mitte Juli gesäte Bohnen bis Ende September zarte Hülsen.
  • Für Folgesaaten von Radieschen und Kohlrabi kommen nur Sommersorten wie ‘Riesenbutter’ und ‘Blaro’ infrage, die bei Hitze nicht pelzig oder holzig werden.
  • Ausgerechnet dann, wenn bestes Badewetter ist, müssen Selbstversorger an den Winter denken. Grünkohl, Wirsing, Rosenkohl und Winterporree sollten in der ersten Julihälfte gepflanzt werden.
  • Frühkartoffeln und frühe Buschbohnen sind eine günstige Vorkultur und hinterlassen eine tief durchwurzelte, lockere und nährstoffreiche Erde. Brokkoli für die Herbsternte können Sie leicht selbst vorziehen, sollten aber ebenfalls Anfang Juli aussäen, damit die Setzlinge Anfang August pflanzfertig sind.
  • Sobald die Tage merklich kürzer werden, können Sie auch wieder Spinat säen. An sogenannten Langtagen mit mehr als 12 Stunden Sonnenlicht bildet das Blattgemüse rasch Blüten und schießt.

Ernten, verwerten und einlagern: Das Wichtigste im Überblick

  • Bei den Fruchtgemüsen beginnt im Hochsommer die Haupterntezeit. Endlich kann man sonnengereifte Tomaten, aber auch Paprika und die ersten Peperoni frisch vom Strauch genießen.
  • Frühkartoffeln und Zwiebeln räumen bereits das Beet und brauchen einen kühlen, dunklen und luftigen Lagerraum. Bohnen und Erbsen müssen nach der Ernte rasch verwertet werden. Überschüsse sind willkommen und eignen sich bestens zum Einfrieren oder Einkochen. Damit die Hülsen und Körner ihre appetitliche Farbe und wertvollen Inhaltsstoffe bewahren, werden sie zuvor blanchiert und anschließend in Eiswasser abgeschreckt.
  • Kurz vor Ferienbeginn drängt die Zeit. Kohl, Sellerie und andere Herbstgemüse wachsen in Ihrer Abwesenheit munter weiter, wenn Sie die Erde in den Beeten nochmals gründlich auflockern und eine dünne Mulchschicht aus Rasenschnitt, gehäckselten Gartenabfällen oder gesiebtem Reifkompost aufbringen. Mangels Mulchmaterial empfiehlt sich die Einsaat einer rasch wachsenden Zwischenfrucht: Gelbsenf ist unempfindlich gegen Trockenheit und bedeckt den Boden wie ein grüner Teppich. Aufkeimende Unkräuter haben so kaum eine Chance. Nach dem Urlaub arbeitet man die inzwischen gut handhohen Pflanzen mit der Hacke als Gründüngung in die Erde ein. Übernehmen die Nachbarn die wichtigsten Pflegearbeiten, sollte man ihnen nicht nur Hacke und Gießkanne, sondern auch einen Teil der Ernte überlassen.
  • Wer die Ferienzeit ohne Helfer überbrücken muss, kann die nächste Erntewelle mit einem kleinen Trick verschieben: Zugegeben, es kostet ein wenig Überwindung, alle geöffneten Tomaten-, Gurken- oder Zucchiniblüten kurz vor der Abreise auszubrechen. Doch pünktlich zu Ihrer Rückkehr haben die Pflanzen wieder neue Blüten und Früchte angesetzt und Sie können ohne Verzögerung weiterernten.

Zwiebeln ernten

Zwiebeln werden bei trockenem Wetter geerntet und müssen anschließend an luftiger Stelle unter einem Dach noch ein bis zwei Wochen nachtrocknen. Auf eine Schnur zum Zopf aufgefädelt, lassen sie sich bis ins Frühjahr lagern.

Frühkartoffeln lagern

Frühkartoffeln bleiben im feuchten Boden länger frisch als im Keller, deshalb erntet man ganz nach Bedarf. Erst wenn das Laub abstirbt und sich die Schale mit dem Daumen nicht mehr abreiben lässt, nimmt man die übrigen Kartoffeln aus der Erde und bewahrt sie kühl und dunkel auf.