Winterblüher: Schneeball

Wenn sich die Natur in der kalten Jahreszeit noch in Schneeweiß oder in Erdfarben hüllt, sehnen wir uns bereits nach den ersten Blüten. Im eigenen Garten können wir uns diesen Wunsch mit winterblühenden Ziersträuchern erfüllen. Besonders schöne Varianten bietet die Gattung der Schneebälle (Viburnum), allen voran der Winter-Schneeball (Viburnum bodnantense) mit den drei gängigen Sorten ‘Dawn’, ‘Deben’ und ‘Charles Lamont’. Letztere ist mit ihren Blüten in intensivem Rosa ausgesprochen markant.

Die ersten Knospen öffnen sich manchmal bereits im November, wenn sogar noch das rötliche Herbstlaub an den Sträuchern hängt. Bleiben strenge Fröste aus, dann halten sich die Blüten bis in den April hinein, während schon die ersten frischen Blätter austreiben. Der Duft-Schneeball (Viburnum farreri) ist mit dem Winter-Schneeball eng verwandt und auf den ersten Blick kaum von diesem zu unterscheiden. Er wächst jedoch insgesamt aufrechter und neigt seine Äste selbst als alter Strauch nur wenig über. Für sehr kleine Gartenbereiche eignet sich die Sorte ‘Nanum’, die in Höhe und Umfang nur einen knappen Meter misst. Ansonsten werden die Duft- und Winterschneebälle etwa zweieinhalb Meter hoch und ebenso breit. Mit ganz anderen Vorzügen als die Winterblüher können die robusten immergrünen Schneebälle aufwarten.

Achtung
Früchte des gewöhnlichen Schneeballs

Mit Vorsicht zu genießen

Früchte des gewöhnlichen Schneeballs

So schön die lange am Strauch haftenden Früchte des Gewöhnlichen Schneeballs auch sind – sie gehören nicht in Kinderhände. Wie die Beeren anderer Viburnum-Arten sind sie im unreifen Zustand schwach giftig und können beim Verzehr größerer Mengen zu Erbrechen und Durchfall führen. Die Rinden und Blätter der Sträucher enthalten ebenfalls Gifte. Anders die reifen Früchte des Gewöhnlichen Schneeballs: Sie lassen sich zu leckeren Gelees und Marmeladen verarbeiten.

Grün zu jeder Jahreszeit

Wie viele andere Sträucher blühen sie zwar erst im Frühjahr, behalten dafür aber während der kalten Jahreszeit ihr ansehnliches Laub. Das gilt vor allem für den Immergrünen Kissen-Schneeball (Viburnum davidii) und den Runzelblättrigen Schneeball (V. rhytidophyllum). Ein Grenzfall ist der Oster-Schneeball (V. burkwoodii), der nur in milden Gegenden üppig grün durch den Winter kommt. Für Naturgärten sind die heimischen Straucharten Gewöhnlicher und Wolliger Schneeball (Viburnum opulus und V. lantana) besonders geeignet. Sie fügen sich sehr schön in Wildhecken ein und bieten somit Vögeln und Kleintieren Unterschlupf. Mit nektarreichen Blüten und reichem Fruchtansatz sind sie zudem eine gute Nahrungsquelle.

Der Oster-Schneeball (Viburnum burkwoodii) behält in milden Wintern größtenteils sein Laub. Nach strengen Frösten wird er fast kahl, ohne Schaden zu nehmen. Die Blütenpracht erscheint von April bis Mai und nochmals abgeschwächt im Herbst.

Die Chance auf viele Beeren können Sie steigern, indem Sie mindestens zwei Wildsträucher der gleichen Art in unmittelbarer Nähe pflanzen. ‘Roseum’, die üppig blühende Sorte des Gewöhnlichen Schneeballs, bildet leider keine Früchte. Kaum Einschränkungen gibt es bei der Wahl des richtigen Standorts für Schneebälle. Die pflegeleichten Sträucher gedeihen in der Sonne wie im lichten Schatten und auf nahezu jedem Gartenboden. Generell lieben sie es aber eher leicht feucht als zu trocken. Lockeren Sandboden sollten sie daher vor dem Pflanzen mit reichlich Humus anreichern. Vor allem bei den duftenden Winterblühern empfiehlt es sich, einen Platz in Nähe der Terrasse oder des Hauseinganges zu wählen. Dort erfreuen sie nicht nur das Auge, sondern auch unseren Geruchssinn.
 

Schneeball: Die schönsten Arten

Die bei uns auch als Wildsträucher vorkommenden Schneebälle sind im Winter völlig kahl und blühen erst im späten Frühjahr (Mai/Juni). Dafür locken sie mit ihren nektarreichen Blüten Bienen und Schmetterlinge an und bilden reichlich Früchte.

Der Gewöhnliche Schneeball (Viburnum opulus) ist in fast ganz Europa zu Hause. Er trägt markante tellerförmige Rispen mit einem Kranz aus großen Randblüten. Der Wollige Schneeball (Viburnum lantana) kommt in Deutschland von der Tiefebene bis in Alpenhöhen von etwa 1900 Meter vor. Im Garten eignet sich der Großstrauch (bis 5 m Höhe) für eine zurückhaltende Hintergrundbepflanzung. ‘Roseum’, eine beliebte Sorte des Gewöhnlichen Schneeballs, fällt hingegen mit üppigen Blütenbällen und rotem Herbstlaub ins Auge.
 

Die Einzelblüten des Duft-Schneeballs (Viburnum farreri) zeigen sich zierlich. Zu dichten Rispen vereint, kommen sie im blütenarmen Winter dennoch gut zur Geltung. Anfänglich sind sie noch zartrosa, später reinweiß

‘Roseum’, eine beliebte Sorte des Gewöhnlichen Schneeballs, fällt mit üppigen Blütenbällen und rotem Herbstlaub ins Auge.

Der Wollige Schneeball (Viburnum lantana) kommt in Deutschland von der Tiefebene bis in Alpenhöhen von etwa 1900 Meter vor. Im Garten eignet sich der Großstrauch (bis 5 m Höhe) für eine zurückhaltende Hintergrundbepflanzung.

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