Setzkasten für jede Jahreszeit

Der Frühling (Bild 1, links) erfreut uns mit zarten Blüten von Goldnessel oder Apfelbaum. In einem kleinen Wasserglas bleiben sie lange frisch. Wachteleier, ungewöhnlich gestreifte Flusskiesel oder leere Weinbergschnecken-Häuschen füllen die anderen Fächer. Ergänzt wird das Ensemble durch frische kleine Moospolster und schöne Rindenstücke. Im Sommer (Bild 1, rechts) haben unreife Äpfelchen, Brombeeren und Sträußchen aus Stauden -Sonnenblume oder Roggen ihren Auftritt. Gartenkräuter (hier: Rosmarin) kann man zu duften ­ den Ringen binden, Salbeiblätter auch direkt in die Fächer legen. Der Herbst (Bild 2) bringt mit Vogelbeeren sowie Laub und blauen Beerenfrüchten des Wilden Weins kräftige Farben ins Haus. Nüsse, Eicheln und Esskastanien sorgen für erdige Töne. Im Winter (Bild 3) bestimmen Kiefernzapfen und holzige Früchte von Erle, Hasel, Buche oder Scheinzypresse das Bild. Getrocknete Orangenscheiben und Zieräpfel setzen leuchtende Akzente. Spannend wirkt ein Setzkasten auch durch die Kontraste, beispielsweise Stechpalmen Blätter neben weichen Flechten und Federn.

Materialliste:

Für einen Setzkasten mit den Außenmaßen 30 x 40 cm:

• 1 Fichten- oder Tannenleiste für den Rahmen (150 cm lang, 15 x 50 mm dick),
• 1 Fichten- oder Tannenleiste für die Fächer (120 cm lang, 10 x 50 mm dick),
• 1 Hartfaser-Platte (29 x 39 cm)
• Metermaß, Bleistift, Feinsäge, Winkel, Schleifklotz mit Schleifpapier, Akkubohrer mit 1,5-mm- und 2-mm-Bohraufsatz, Holzleim, Hammer, Stauchkopfnägel (22 St. à 1,4/30 mm und 16 St. à 2/40 mm, verzinkt)

So wird's gemacht:

Schritt 1: Auf einer stabilen Arbeitsfläche alle Materialien bereitlegen. Je nach gewünschter Optik kann man die hellen Holzleisten und die Rückwand-Innenseite vorher mit einer braunen Lasur auf Wasserbasis (hier: „Nussbaum“) streichen. Dafür eine Nacht Trockenzeit einplanen.

Schritt 2: Die Längen der einzelnen Holzstücke anzeichnen. Sie benötigen vom Rahmenholz 2 x 40 cm und 2 x 27 cm. Für die Innenfächer braucht man 2 x 27 cm, 1 x 17 cm und 3 x 9 cm. Mit der Feinsäge die Stücke zusägen, den Schnitt dabei exakt im rechten Winkel setzen.

Schritt 3: Mit Schleifpapier glättet man die Schnittkanten.

Schritt 4: Die vier Rahmenhölzer lose auf die Arbeitsplatte legen, an allen vier Verbindungsstellen jeweils zwei Bohrlöcher anzeichnen. Sie sollten mittig auf das stirnseitige Holz treffen.

Schritt 5: Die acht Verbindungslöcher in senkrechtem Winkel mit dem 2-mm-Bohrer vorbohren. Sie dienen den Nägeln später als Führung und sorgen dafür, dass das Holz sich nicht spaltet. Dabei das Holzstück immer auf ein Restholz legen, damit es auf der Unterseite nicht ausreißt.

Schritt 6: Den Rahmen mit acht großen Nägeln verbinden. Dazu die angezeichneten Löcher nach innen drehen.

Schritt 7: Für die Innenaufteilung nun die Stellen anzeichnen, an denen die Fächerhölzer später auf die Rahmen-Innenseite treffen. Man beginnt mit den beiden 27 cm langen Leisten, die man als Maß in den Rahmen legt. Mit einem halben Zentimeter Abstand (damit der Nagel später mittig auf die Stirnseite des quer verlaufenden Hölzchens trifft, s. Foto) jeweils ein Bohrloch auf den Rahmen zeichnen. Treffen innerhalb des Setzkasten-Rasters zwei Hölzer aufeinander, zwei Bohrlöcher einzeichnen.

Schritt 8: Auf die gleiche Weise mit den kürzeren Hölzern verfahren, bis alle Stücke ihre Position gefunden haben. Im Setzkasten sollten zunächst ein großes und ein kleines Quadrat entstehen. Die 9-cm-Stücke können nach Belieben verschoben werden. Eine gute Hilfe ist es, alle Holzstücke zur Probe einmal in den Rahmen einzupassen und die Längen bei Bedarf zu korrigieren. Mit dem 2-mm-Bohrer zuerst die sechs Rahmenlöcher bohren, dann mit dem 1,5-mm-Bohrer die kleineren Löcher für die Verbindungen im Inneren des Rasters.

Schritt 9: Das „Innenleben“ wird zuerst zusammengesetzt: dazu die kleinen Nägel paarweise locker an den gekennzeichneten Stellen einschlagen. Wenig Leim auf die Stirnseiten der Gegenstücke geben und ansetzen.

Schritt 10: Erst jetzt die Nägel vollständig ins Holz schlagen.

Schritt 11: Sind die Fächer fertig, schlägt man das Konstrukt mithilfe des Hammers und eines zwischengelegten Hölzchens vorsichtig in den Rahmen hinein – sodass es exakt auf die sechs zuvor markierten Bohrlöcher am Rahmen trifft.

Schritt 12: Sechs große Nägel von außen senkrecht hineinschlagen. Wichtig: den Setzkasten dabei immer auf eine Ecke der Arbeitsfläche setzen, sodass die Schlagkraft in den Tisch geleitet wird (s. Foto) und der Rahmen unter dem Schlag nicht zerbricht.

Schritt 13: Die Rückwand auflegen, dabei nach allen Seiten einen halben Zentimeter Abstand belassen („Schattenfuge“). Mit dem 1,5-mm-Bohrer jeweils drei Löcher für die langen und zwei Löcher für die kurzen Kanten vorbohren. Die Rückwand zunächst nur an einer Kante mit den Nägeln fixieren, gegebenenfalls den Winkel korrigieren. Die restlichen Nägel hineinschlagen.

Schritt 14: Nach Belieben zwei Aufhänger befestigen, falls der Setzkasten später hängen soll. Zum Schluss auch die Hirnflächen mit der Lasur bestreichen und alles trocknen lassen.

Weiße Variante

Weniger rustikal wirkt ein weißer Setzkasten. Er passt wunderbar zum lässigen Shabby-Chic-Einrichtungsstil. Dafür behandelt man die langen Holzleisten sowie die Innenseite der Rückwand mit weißer Lasur (auf Wasserbasis) und lässt sie über Nacht trocknen, bevor man die Hölzer schließlich zersägt und weiterverarbeitet. Alternativ lässt sich sogenannte Wasserbeize in Tütchen verwenden, die man in Wasser auflöst. Allerdings stellen sich durch das Beizen die feinen Härchen der Holzfasern auf. Damit sich der Setzkasten später also nicht rau anfühlt, sollte man ihn zum Schluss noch mit Klarlack überziehen.