Ist ein Sichtschutz nötig?

An warmen Sommertagen werden Garten-Sitzplätze zu Wohnzimmern im Grünen. Nun möglichst viel Freizeit unter blauem Himmel zu verbringen, erscheint uns wie ein Geschenk, das wir gerne ausgiebig nutzen. Umso wichtiger ist es, den Aufenthaltsplatz so zu gestalten, das wir uns dort richtig entspannen können. Dazu tragen nicht nur bequeme Gartenmöbel bei, sondern auch optische Aspekte wie die Einbindung in die Umgebung: So fühlen sich die meisten von uns auf einer freien Fläche, die wie ein Präsentierteller aus allen Richtungen einsehbar ist, auf Dauer nicht wohl. Deshalb bietet es sich an, den Sitzplatz auf mindestens zwei Seiten von halbhohen Pflanzen (90–120 cm) flankieren zu lassen, die das Sichtfeld nicht völlig einschränken, aber ausreichend Privatsphäre erzeugen.

Dies müssen nicht unbedingt blickdichte Hecken sein. Auch Beete mit großen Ziergräsern, Blütenstauden oder Sommerblumen erfüllen diesen Zweck und bereichern den Garten zudem mit ihrer Vielfalt an Farben, Formen und Düften. Unter den Sträuchern werden hierfür kompakte Hortensien immer beliebter, da sie mit ihrer Blütenpracht den gesamten Sommer über eine Augenweide darstellen und selbst der vertrocknete Flor im Herbst noch etwas hermacht. Auf Terrassen oder Balkons können an die Stelle von Zierbeeten größere Kübelpflanzen treten. Passende (Über-)Töpfe aus Terrakotta, Steingut, Zink oder Korbgeflecht unterstreichen dabei das ländliche Flair. Ist auf einer Flanke ein grüner Sichtschutz gewünscht, dann bieten sich Rankkästen mit mehrjährigen Kletterpflanzen wie Clematis, Pfeifenwinde oder Hopfen an. Auch einjährige Kletterer wie Feuerbohne, Prunk- und Sternwinde erreichen im Sommer die gewünschte Höhe. An heißen Sommertagen sehnen wir uns nach kühleren Schattenplätzen. Mit Schirmen oder Sonnensegeln sind diese auch flexibel zu gestalten – doch nichts geht über den angenehmen, lichten Schatten unter Laubbäumen!

Sitzplatz im Grünen: Ideen für die Gestaltung

Ob fest installiert als Rundbank oder ganz spontan eingerichtet mit transportablen Gartenmöbeln – ein Platz unterm Blätterdach muss einfach sein. Dies ist übrigens auch mit starkwüchsigen, mehrjährigen Kletterpflanzen möglich, wenn man diese über stabile Rankgerüste wie Pergolen oder offene Pavillons leitet. Klassiker hierfür sind Ramblerrosen, Alpen-Waldrebe und Blauregen, in Gegenden mit mildem Klima zudem Weinrebe und Trompetenblume. Wichtig fürs Wohlbefinden am Sitzplatz ist auch der passende Untergrund. Für kurzfristige, flexible Lösungen ist Rasen gut geeignet. Rund um viel genutzte Bereiche würde dieser jedoch zu stark strapaziert werden und bald Lücken aufweisen. Robustere Varianten hierfür sind Kies- und Mulchflächen oder feste Bodenbeläge wie Klinkerpflaster und Naturstein-Platten. Letztere passen nicht nur gut in ländliche Gärten, sondern haben auch den Vorteil, sich tagsüber nur langsam zu erwärmen und diese Wärme noch lange nach Sonnenuntergang wieder abzugeben – so verlängern sie die Abende unter freiem Himmel auf angenehme Weise.

Um jedoch bei sengender Mittagshitze ein wenig Abkühlung zu bekommen, ist es sinnvoll, sich möglichst nah am Wasser aufzuhalten. Glück hat, wer einen Gartenteich besitzt und nun dessen erfrischende Wirkung nutzen kann! Es gibt aber auch kleinere Möglichkeiten, die zumindest optisch einen ähnlichen Effekt haben: Mini-Teiche in halbierten Holzfässern lassen sich beispielsweise direkt auf der Terrasse platzieren und mit kleinwüchsigen Wasserpflanzen wie Zwerg-Seerosen und -Binsen bestücken. Gut die Hälfte des Gefäßes sollte dabei von Bewuchs frei bleiben, damit genügend von der glitzernden Fläche sichtbar ist. Kommt nun noch das leise Plätschern einer kleinen Fontäne oder eines Brunnens hinzu und rascheln im Hintergrund hohe Ziergräser im Wind, dann kann man die sommerliche Idylle im eigenen Garten in vollen Zügen genießen.

Klapptisch im Garten

Das himmelblaue Duo aus einem kleinen Klapptisch und -stuhl fügt sich harmonisch zwischen das Weiß der Hortensien, Phloxe und Sommer-Margeriten ein, das bei sommerlicher Hitze erfrischend wirkt.

Baumbank als Sitzgelegenheit

Baumbänke sind Klassiker für den ländlichen Garten. Rund um den Stamm eines stattlichen Laubbaums wie hier einer Linde bieten sie Platz im angenehmen, lichten Schatten. Zudem kann man darauf je nach Sonnenstand seine Position verändern, ohne etwas verrücken zu müssen.

Vor der Haustür

Direkt vor der Haustür empfängt diese Sitzgelegenheit Gartenbesitzer und Besucher. Das Rot und Weiß der flankierenden Dahlien und Stockrosen spiegelt sich hier auch in den Kissen, Tischsets und im Blumenstrauß wider

Vor Sichtschutz sitzen

Einen grünen Sichtschutz für den Rückzugsplatz auf Terrasse oder Balkon erreicht man mit einem großen Rankkasten und Kletterpflanzen. Hier erobert Hopfen die an den Holzrahmen gespannten Schnüre, Storchschnabel ‘Rozanne’ untermalt das Ganze mit seiner lang anhaltenden, blauen Blüte.

Bank im Bauerngarten

Garten-Hortensien bieten sich mit ihren großen Blütenbällen den gesamten Sommer über als prächtige Kulisse für Wohlfühlplätze an. Besonders gut gedeihen sie in halbschattigen Ecken.

Trockenmauer als Sitzplatz

Die Trockenmauer aus großen Granitquadern verfügt über eine Aussparung, die, mit Kissen ausgestattet, zu einer erholsamen Pause von der Gartenarbeit einlädt. Dabei befindet man sich auf einer Höhe mit den Beetpflanzen wie Salbei, Thymian und Rosen

Am Brunnen erfrischen

Am steinernen Brunnen lässt sich das beruhigende und zugleich belebende Plätschern des Wassers intensiv genießen. Für den Kreislauf sorgt eine Tauchpumpe innerhalb des Trogs. Schon bei leichtem Wind kommt noch das angenehme Rascheln des Chinaschilfs hinter dem Klappstuhl hinzu

Sitzmöbel aus Holz

Robuste Holzmöbel mit schlichtem, zeitlosem Design fügen sich gekonnt in jeden Landgarten ein. Kissen, Tischläufer, fröhlich-buntes Geschirr und frische Blumen machen daraus eine stimmungsvolle Kaffeetafel.

Unterm Rosenbogen

Fleißigen Gärtnern kommt ein einfacher Sitzplatz am Weg zwischen zwei Grundstücksbereichen durchaus gelegen. Befindet sich direkt darüber noch ein Rankbogen (hier mit der Ramblerrose ‘Kirschrose’), dann ist die Szenerie perfekt.

Nah bei Kräutern sitzen

Der Duft der Kräuter entfaltet sich hier auf Nasenhöhe, da etliche Töpfe mit Basilikum, Oregano, Minze und Currykraut erhöht rund um den Stuhl platziert sind. Eine Holzbank und eine zum Regal umfunktionierte Leiter helfen dabei. Hinzu kommt, dass die Kiesfläche und die Backsteinwand die Wärme des Tages bis weit in den Abend hinein halten.

Bank an Sommerblühern

Große Töpfe mit Sommerblühern wie Sonnenblume, Lavendel und Schlangen-Knöterich geben der weiß gestrichenen Bank einen passenden Rahmen