Große Motiv-Vielfalt

Als Untergrund für die Stickereien eignen sich Leinenstoffe, gute Baumwoll-Qualitäten oder Stickbänder von der Rolle („Aida-Bänder“). Material- und Zeitaufwand halten sich dabei in Grenzen.

Gestickte Kornblume

Mit Grüßen vom Frühsommer macht die Küchen­arbeit doppelt Freude. Die Korn­blume im linien­artigen Spannstich (siehe Stich­Übersicht) schmückt hier die Ecke eines Ge­schirrtuchs, lässt sich aber ebenso auf andere Textilien wie Gästehandtuch oder Serviette übertragen.

Passepartout-­Kärtchen

Die dekorativen Kärtchen für liebe Zeilen lassen sich schön mit einer kleinen Stickerei in Szene setzen. Dafür Stoffstücke in etwas kleinerem Format als die Karten aus einem alten Leinen­Betttuch zuschneiden. Die­se nun nach einer beliebigen Vorlage besticken – wir haben einen Vogel mit Zweig ausgewählt. Auch einfache, selbst ausgedachte Motive wie der Blätterkranz lassen sich mit Nadel und Faden in verschiedenen Grüntönen leicht umsetzen.

Vorlage auf Papier übertragen

Um die Vorlage auf den Stoff zu bekommen, verwendet man am besten spezielles Schneider-Kopierpapier (im Bild mittig). Es funktioniert wie ein Pauspapier: mit der bunten Seite nach unten auf den Stoff legen, das gezeichnete oder kopierte Motiv (im Bild rechts) obenauf legen und mit festem Druck mit einer Kugelschreiberspitze nachfahren. Das Motiv erscheint auf dem Stoff. Entlang dieser Linien lässt es sich nun gut sticken. Das fertige Motiv wird anschließend von hinten in die Passepartout­-Karte geklebt.

Selbst bestickte Lesezeichen

Für schöne Schmökerstunden sorgt ein selbst gemachtes Lesezeichen. Wir haben zwei Ideen ausprobiert: Für die grüne Variante wird der Stoff im Spannstich mit einer Pusteblume bestickt und zurechtgeschnitten. Ein kurzes Stück Spitzenband falten, zwischen Stoff und ein weißes, mit Kon­turenschere ausgeschnittenes Büttenpapier legen und alles mit wenig Flüssigkleber an den Rändern fixieren. Für das lachsfarbene Lesezeichen jeweils einen lachsfarbenen und einen weißen Streifen Bastelfilz (Filz­zuschnitt) in gleicher Größe (ca. 14 x 4 cm) ausschneiden. Auf den bunten Filz mit einem Heftstich ein kleines Stoffherz sticken. Anschließend beide Filzstücke am Rand mit lockerem Vorstich zusammenheften und oben ein gefaltetes Stück Satinband mit einnähen.

Schmucke Jutebänder

Diese Jutebänder geben Trinkgläsern oder Vasen eine individuelle Note und fangen Tropfen auf. Hier wurden als Zierde einfache Kreise, gefüllte Ecken, Kreuzchen und Sonnen gewählt. Hinten heftet man die Bänder mit einfachem Stich zusammen.

Kanten mit Schling-­ oder Langettenstich

Reizvolle Kanten lassen sich mit dem Schling­- oder Langettenstich gestalten. Der Saumrand entsteht von links nach rechts: Sie beginnen in der linken Stoffecke, indem Sie direkt am Saum von unten nach oben durchstechen. Die Nadel in einer gedachten Diagonale weiter rechts und etwa in Höhe der Steppnaht nach unten und direkt an der Saumkante wieder nach oben führen (s. Foto). Dabei legt sich die Nadel bei jedem Stich über den Faden.

Bestickte Tischsets

Blühende Kreativität steht jeder Festtafel gut! Für die Margerite werden ein Tischset sowie Stickgarn in Grün, Gelb und Weiß benötigt. Am besten beginnt man mit der Blüte, da sich der Stängel anschließend einfacher daran ansetzen lässt. Auf sehr strukturierte Untergrund­Textilien wie bei diesem ge­rillten Tischset lassen sich Motive nicht gut per Durchschlagpapier übertragen – hier ist Freihand­-Sticken gefragt. Doch keine Scheu: Kleine Unregelmäßig­keiten bei der Blüten­ oder Blattform sind erwünscht, sie sehen natürlich aus.

Gestickter Marienkäfer

Wie Reliefmalerei wirkt der flächig gestickte Marienkäfer, der sich auf dem Frottier leicht erhebt, auf dem Waschlappen. Die Technik beim Käfer­ körper kann man als einfachen Plattstich bezeichnen: Zunächst wird im Spannstich mit rotem Garn ein ovaler Rahmen gestickt, der anschließend mit eng aneinanderliegenden roten Stichen gefüllt wird. Auf die gleiche Weise stellt man das schwarze Köpfchen her. Die Tupfen stickt man zusätzlich auf die rote Fläche. Die sechs Füßchen werden im Spannstich gestickt, die „Krabbelbahn“ des Käfers im einfachen Vorstich.

Unser Tipp

Große Stich-Vielfalt

Unter den einfachen Stichen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, kreativ zu werden: Beim Spannstich (durchgezogene Linie) setzt der zweite Stich direkt an den ersten an, indem man „rückwärts“ arbeitet: Nach dem ersten Stich führt man die Nadel unter dem Stoff mit etwas Abstand wieder nach oben, sticht aus und an der Endstelle des vorigen Stiches wieder nach unten ein. Nach dem gleichen Prinzip werden Dreieck oder Ring erstellt. Beim Vorstich (unterbrochene Linie) fährt die Nadel ähnlich einer Delfinbewegung im Wechsel von unten nach oben durch den Stoff. Bei Blüten, Kreuzen oder Sonnen lassen sich die Stiche eher frei setzen. Der Plattstich hingegen besteht aus dicht aufeinander folgenden Reihen aus Spannstichen, mit denen man bestimmte Formen wie Kreis oder Quadrat komplett ausfüllen kann. Beim Kreis etwa „webt“ man von Rand zu Rand. Gestickt wird mit 6­fädigem Sticktwist, je nach Feinheit des Musters mit geteiltem Faden (2­ oder 3­fädig).

Auf Jeansstoff sticken

Eine zerschlissene Jeans leistet fortan als Topflappen mit Dreiecken oder einer Spirale bestickt in der Küche gute Dienste. So geht’s:

Vom Hosenbein ein Stück mit etwa gleich langen Kanten abschneiden. Falls vorhanden, den unteren Saum entfernen. Stoffstück mit der unauffälligeren der beiden Seitennähte (meist ist dies die äußere Naht) als Stoffbruch exakt links auf links aufeinanderlegen. Die gegenüberliegende, dickere Naht abschneiden. Eine der beiden Stoffhälften mit dem Motiv besticken.

Volumenvlies in der Größe des Jeansquadrats zu­schneiden. Dafür eignet sich ein spezielles hitzebeständiges Vlies (z.B. „Thermolam“). Stoff rechts auf rechts aufeinanderlegen, das Vliesstück mit Nadeln aufheften. Obere und untere Kante mit der Nähmaschine absteppen. Den Topflappen wenden, die Ränder der noch offenen Kante gleich­mäßig nach innen umbügeln und von rechts zusammensteppen. Dabei in einer Ecke ein Stück des abgetrennten Hosen­saums als Aufhänger einnähen. Zum Schluss noch einige Zierlinien steppen, sie fixieren das Innenvlies.

Unser Tipp

Die richtige Nadel

Für feine Stoffe verwenden Sie einen umso dünneren Stickfaden und eine dazu passende Nadel. Sticknadeln wählt man stumpf oder spitz – je nach Durchlässigkeit des Stoffuntergrunds.

Die Motiv-Vorlagen

Damit Sie alle Ideen gut nachsticken können, haben wir hier noch die Motive für Sie als Vorlagen.