Gladiolen: Herkunft, Pflege & Standort

Vielerorts sieht man in diesen Wochen kunterbunte Felder, „Blumen zum Selberschneiden“ steht auf großen Tafeln. Eine Pflanze sticht besonders heraus: die Gladiole. Kerzengerade ragen ihre meterlangen, mit zahlreichen Blüten besetzten Stängel in die Höhe. Vor allem als haltbarer Vasenschmuck und bunter Blickfang im Bauerngarten ist das Knollengewächs bekannt. In kleinen Gruppen zwischen Stauden oder einjährige Sommerblumen gepflanzt, fügt sie sich jedoch auch gut in andere Gartenstile ein. Beeindruckend ist die große Farbpalette, die sowohl zarte Pastelltöne als auch intensiv leuchtende Farben beinhaltet.

Ihren Ursprung haben diese farbenfrohen Blumen in Afrika, von wo aus im 17. Jahrhundert die ersten Exemplare nach Europa gelangten. Rund 200 Jahre später entstand durch Kreuzung verschiedener Arten die Edel-Gladiole, wie wir sie heute kennen. Als Ziergewächs hat die auch als Siegwurz bekannte Pflanzengattung jedoch schon länger Tradition. Bereits im 16. Jahrhundert schmückten hierzulande mediterrane Arten sowie die heimische, mittlerweile sehr seltene Sumpf-Siegwurz die Gärten. Mit ihrem grasartigen Laub und einer Höhe von durchschnittlich 50 cm sind diese purpurrot blühenden Wildformen deutlich zierlicher als die modernen, großblumigen Sorten, deren Knollen im Herbst aus dem Boden genommen und eingelagert werden müssen. Eine Kombination zwischen Farbenvielfalt und Robustheit bieten die Zwerg- oder Nanus-Gladiolen, die mit leichtem Winterschutz ganzjährig im Freien bleiben können. 

Steckbrief

Gladiole (Gladiolus)

  • Familie: Schwertliliengewächse (Iridaceae)
  • Wuchs: zwischen 50 und 150 cm hoch; Laub schwertförmig. Flache Knollen
  • Blüte/Blütezeit: trichterartige Einzelblüten in langen Ähren; alle Farben außer reinem Blau, Braun und Schwarz/Juni bis Oktober
  • Standort: sonnig und warm
  • Boden: gut durchlässig, nährstoffreich
  • Verwendung: als Schnittblume, im Beet, im Kübel; Wildarten in naturnahen Gärten
  • Pflege: Edel-Gladiolen zum Blühbeginn sowie nach weiteren sieben Wochen düngen. Welke Stängel abschneiden. im Herbst ausgraben, Knollen von Erde befreien, abtrocknen lassen, dunkel, trocken und kühl lagern. Winterharte Arten im ersten Jahr mit Laub oder Reisig abdecken, in kalten Regionen auch in folgenden Wintern
  • Pflanzen: Knollen der Gartensorten setzt man im Frühjahr (Standort jährlich wechseln), der winterharten Wildarten zwischen September und Oktober

Die verschiedenen Sorten & Blütezeit

  • Stern-Gladiolen (Gladiolus callianthus) begeistern mit attraktiven, leicht überhängenden Blüten und angenehmem Duft. Erst im Mai pflanzen.
  • Die Gewöhnliche Siegwurz (Gladiolus communis) blüht bereits ab Juni. Anders als die meisten Gartensorten gedeiht die winterharte Wildform jahrelang am selben Standort. Im Handel wird oft eine Unterart, die Byzantinische Siegwurz, angeboten.
  • Zwerg-Gladiole ‘Impressive’ blüht ab Juni und besitzt wie viele niedrige Züchtungen noch eine „wilde“ Anmutung. Unter einer Lage Reisig oder Laub übersteht sie den Winter im Freien.
  • Schmetterlings-Gladiole ‘Ruby’ (Gladiolus papilio) trägt rubinrote Blütenkelche. Trotz ihrer afrikanischen Herkunft ist diese Wildart gut winterhart.

Zwerg-Gladiole ‘Impressive’

Türkranz aus Gladiolen

Die großen Blütenkelche der Gladiole kommen zwischen filigranem Beiwerk besonders schön zur Geltung. Für den Kranz haben wir Holunderbeeren, Wiesen-Labkraut und Fetthenne gewählt. Als Unterlage eignet sich beispielsweise ein mit Grashalmen umwickelter Ring aus Zweigen.

Tischdeko mit Gladiolen

Hübsches Trio: Wo die langen Blütenkerzen den Rahmen sprengen würden, verwendet man einfach Einzelblüten oder Triebspitzen. Locker in kleinen Glasvasen arrangieren und beispielsweise mit Schling-Knöterich und Wilder Möhre auf einem Tablett anordnen. 

Gladiolen in der Vase

Ganz in Weiß und Grün ist der Strauß mit Eichenblatt-Hortensie, Wilder Möhre, Farn und zarten Gräsern gehalten. Die langen Ähren der Gladiole kommen besonders gut zur Geltung, wenn man die übrigen Pflanzen etwas kürzer abschneidet.

Spätsommer-Stimmung verbreitet der kunterbunte Strauß mit vielerlei Gladiolen sowie Zweigen von Zier-Apfel und Holunder.

Goldgelbe Getreideähren, Mohnkapseln sowie Fruchtstände der Karde unterstreichen die Leuchtkraft der Knollenblume. Blütenstängel dicht an dicht in ein gerades Gefäß mit Wasser stellen. Die getrockneten Pflanzen mit Schnur darumbinden (auch hier funktioniert der Tipp mit dem Gummiband, siehe Platzdeko mit pinken Gladiolen).

Hochzeits-Tischdekoration mit Gladiolen

Mit Gladiolen bestückte Gläser verschwinden in Butterbrot-Tüten und werden in der Tischmitte aufgereiht. Dazwischen grüne Äpfel, Zweige und einige Blüten verteilen.

Platzdeko mit pinken Gladiolen

Jedem Gast eine Blume: Mit Salbeiblättern umwickelte Schnapsgläschen dienen als Vase für ein bis zwei Blüten. Die Blätter lassen sich leicht befestigen, indem man zunächst einen Haushaltsgummi um die Gläschen legt und dann die Kräuter unterschiebt. Mit Schnur fixieren und das Gummiband wieder abnehmen.

Blüten-Arrangement in Pink

Für das Blüten-Arrangement Feucht-Steckmasse in der gewünschten Größe rund zuschneiden und mit Wasser vollsaugen lassen. Gladiolenblätter darumbinden, dann die Blüten in die Steckmasse drücken, eventuell mit einem Stift Löcher vorstechen.

Prächtige Gladiolensträuße

Natürlichkeit strahlt der Strauß mit orangeroten und gelben Gladiolen, Dillblüten, Goldrute, Montbretien und Gräsern aus.

Gladiolen im Korb

Gruß aus dem Bauerngarten: Für dieses farbenfrohe Gebinde haben wir die Gladiole mit Zinnie, Sommeraster, Goldrute und Rainfarn kombiniert. Die weißen Dolden der Wilden Möhre lockern das Ganze auf. 

Gladiolenstrauß frisch vom Feld

Als Mitbringsel sind Gladiolen immer eine schöne Idee. Eventuell kommt man unterwegs sogar an einem Feld zum Selberschneiden vorbei. Wer mag, pflückt dazu noch ein paar Wildpflanzen.

Unser Tipp

Bester Zeitpunkt zum Pflücken

Wer Gladiolen im Garten oder auf dem Schnittblumen-Feld selber pflückt, sollte dies am besten frühmorgens tun. Wählen Sie Stängel, an denen sich bereits ein bis zwei Blüten geöffnet haben.

Arrangement in alter Holzkiste

Eine alte Holzkiste dient als Behältnis für dieses farbenfrohe Miniatur-Gärtchen. Dazu verschiedenfarbige Gladiolen mit Kräutern aus dem Garten und vom Wegesrand zu einem dicken Strauß binden und samt einem wassergefüllten Eimer in die Kiste stellen. Die Zwischenräume mit Gras auspolstern, anschließend das Ganze mit Brombeer- und Hopfenranken verzieren.

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