Eine ganz besondere Stimmung liegt in der Luft, wenn das Fest der Feste näher rückt. Nun möchten wir all unsere Lieben um uns haben und gemeinsam Familientraditionen aufleben lassen. Manche davon sind so alt, dass wir gar nicht mehr wissen, wie sie entstanden sind. Andere sind ganz jung und mit einem neuen Familienmitglied dazugekommen. So backen wir gemeinsam Plätzchen, singen Weihnachtslieder oder suchen unter etlichen Tannenbäumen beim Waldbauern den schönsten aus, der unser Haus schmücken soll. Weihnachten ist ein Fest voller Nostalgie. Warum nicht auch das Haus mit Dingen schmücken, die voller Geschichte stecken oder das Flair vergangener Zeiten ausstrahlen? Das können die Christbaumkugeln aus Silberglas der Urgroßmutter sein, die sorgsam aufbewahrt werden und zum Fest ihren glanzvollen Auftritt haben. Oder Karten mit festlichen Motiven, die einst dem Empfänger liebe Grüße überbrachten und heute als Anhänger den Baum oder einen Kranz aus Tannenzweigen schmücken. Oder ein Paar ausgediente Schlittschuhe, mit dem der Großvater auf dem nahe gelegenen See einst wilde Eishockey-Spiele bestritt. Wenn solche Erbstücke nicht im eigenen Hausstand zu finden sind, lohnt es, auf Floh- und Antikmärkten die Augen offen zu halten. Hier findet man sicher Gegenstände, die Erinnerungen wecken oder einfach nur schön anzuschauen sind. Auch manch neue Stücke sind an den Stil angelehnt und fügen sich perfekt in ein Vintage-Ensemble ein.

So gemütlich ist der Vintage-Stil – nostalgische Möbel in Weiß und Braun bilden die Basis. Accessoires wie das Gram­mo­fon oder der Kronleuchter bilden tolle Hingucker. Durch die helle Tapete bekommt der Look des Raumes  trotzdem eine frische Anmutung.

Ob Erbstücke oder nicht – Christbaumkugeln aus Silberglas (auch Bauernsilber) genannt versprühen immer Nostalgie. Dazu müssen sie noch nicht einmal am Baum hängen. In alten Pappschachteln darpiert, ergeben sie ebenfalls als weihnachtliches Stillleben eine schöne Weihnachtsdeko.

Bei diesem Stil ist Einfallsreichtum besonders gefragt

Dieser Dekorations-Stil mit „echten“ alten sowie alt wirkenden Utensilien ist nicht nur nostalgisch – er ist vor allem herrlich entspannt. Perfekt muss hier nichts sein. Eine Schramme, Rost oder andere Abnutzungsspuren zeugen nur von der bewegten Geschichte des Gegenstands und machen seinen Charme erst aus. Wer antike Stücke arrangieren will, muss sich nicht an strikte Regeln halten. Das Wichtigste ist Einfallsreichtum. Denn Zweckentfremdung macht diesen Stil aus – und so richtig spannend: Warum aus den Christbaumkugeln nicht ein Stillleben kreieren und sie auf einem Tablett mit Zweigen und Kerzen arrangieren, statt sie an den Baum zu hängen? Eine neue Funktion könnte auch der alte Holzschlitten bekommen, auf dem einst jauchzende Kinder den Hang hinabrodelten. Nun dient er als Podest für den Weihnachtsbaum. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wer sich langsam an die Sache heranwagen möchte, kann zunächst nur einzelne Räume oder bestimmte Bereiche im Vintage-Stil dekorieren.

Vintage-Deko muss nicht aufwendig sein, wie diese Küchenvitrine zeigt: weißes, nostalgisches Geschirr gefüllt mit Christbaumkugeln oder bepflanzt mit Christrosen ergeben zusammen mit dem Möbelstück im Antik-Look ein stimmiges Gesamtbild.

Selbstgebastelte Weihnachtsdeko gehört unbedingt zum Vintage Look und macht den Stil erst richtig persönlich. Natürlich sind die Bastelmaterialien Vintage. So wie das Geschenkpapier, das aus alten Buchseiten besteht. Auch die Papierherzen sind handgemacht.

Nostalgie passt in jeden Raum – ob Wohnzimmer, Küche oder Flur

Wohnzimmer oder Flur bieten sich hier besonders gut an. Aber auch die Küche ist ein idealer Ort – hier können alte Plätzchenausstecher, Rührgeräte oder ausgedientes Geschirr kombiniert mit Zweigen, Christbaumkugeln oder Kerzen zu überraschenden Arrangements werden. Farblich ist der weihnachtliche Vintage-Look vor allem geprägt durch die klassische Farbkombination Rot und Weiß. Weiß bildet dabei – in all seinen Nuancen – eine ruhige Grundlage und verleiht der Einrichtung Leichtigkeit. Hingucker setzen glänzende Elemente in Silber oder Gold. Besonders schön wird es, wenn man dazu natürliche Elemente kombiniert. Ob es nun der prächtige Christbaum ist oder etwas kleiner ein Kranz oder nur einzelne Zweige, die auf Fensterbänken, Tischen oder Sideboards arrangiert werden. Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Baumschmuck, denn er strahlt den Zauber vergangener Zeiten aus. Auch hier sind die Möglichkeiten vielseitig – etwa mit glänzenden Glaskugeln und funkelndem Lametta. Oder vielleicht hält man es wie viele Familien Anfang des 19. Jahrhunderts: Damals wurde der Schmuck Jahr für Jahr in Handarbeit selbst gemacht. So hingen Plätzchen oder Basteleinen aus Papier in den Zweigen. Aber auch Nüsse und vor allem Äpfel waren ein beliebter Baumschmuck. Erst Mitte des 19. Jahrhundert ersetzten die ersten Kugeln aus Glas die selbstgebastelten Stücke. Verwenden wir heute alte Schätze in unserem Zuhause, dann unternehmen wir auch immer eine kleine Zeitreise. So wird das Dekorieren zur schönen Einstimmung auf ein Fest voller Tradition und Nostalgie.

An einem Vintage-Schlitten haben ausgediente Schlittschuhe eine neue Bleibe gefunden und schmücken zusammen mit Koniferenzweig und Zapfen die Hausfassade.

Die besten Tipps für den weihnachtslichen Vintage-Stil

  • Nutzen Sie Erbstücke – dies müssen keine teuren Gegenstände sein. Auch alte Schlittschuhe oder Suppenschüsseln verspühen nostalgischen Charme und lassen sich toll in die Weihnachtsdeko integrieren. Auch Fundstücke vom Flohmarkt sind toll geeignet.
  • Keine festen Regeln – beim Vintage Stil gibt es kein starres Regelwerk. Erlaubt ist was gefällt. Probieren Sie verschiedene Arrangements aus. Hier sind natürlich auch überraschende Kombinationen erlaubt – Christbaumkugeln die in einer alten Suppenschüssel liegen? Warum nicht?
  • Eine Basis aus Weiß bringt Ruhe und Frische. So wirkt der Look nicht altbacken. Rot sorgt für weihnachtliches Flair.

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