Wie sensibel unsere Haut auf Temperatur und Umwelteinflüsse reagiert, spüren wir besonders in den Wintermonaten. Drinnen die staubtrockene Heizungsluft, draußen frostige Temperaturen, dazu mangelnde Luftfeuchtigkeit. All dies hat der Haut sichtbar zugesetzt. Sie wirkt rau, fahl und trocken. Zeigen sich darüber hinaus typische Anzeichen von Frühjahrsmüdigkeit, ist es höchste Zeit für eine regenerierende Fitnesskur, die Geist und Körper wieder in Einklang bringt. Mit 1,5 bis 2 m2 ist die Haut unser größtes Sinnesorgan. Sie schützt uns vor Sonne, Wind, Hitze, Kälte und dem Eindringen von Krankheitserregern. Millionen von Nervenzellen ermöglichen eine Vielzahl von Sinneswahrnehmungen. Gleichzeitig dient unsere äußere Hülle neben Niere, Leber, Lunge und Darm als wichtiges Ausscheidungsorgan. Es gibt viele Gründe, der Haut unser besonderes Augenmerk zu schenken.

Im Winter sind fetthaltige Cremes das Mittel der Wahl

Jetzt, bei steigenden Temperaturen, benötigt unsere Haut leichtere Pflege, die mehr Feuchtigkeit enthält, denn die Talgdrüsen produzieren nun wieder zunehmend Fett und verstärken dadurch die Hautbarriere. Passende Pflegemittel bietet die Kosmetik-Industrie in unüberschaubarer Fülle. Wer aber schon immer mal seine eigene Creme oder Duschlotion selbst herstellen wollte, findet jetzt draußen in der aufblühenden Natur oder im Kräutergarten die besten Zutaten. Die saftig grünen Blätter von Spitzwegerich, Schafgarbe, Löwenzahn, Giersch, Gänseblümchen, Vogelmiere, Gundermann und jungen Brennnesseln sind im Frühling besonders zart und wirkungsvoll. Neben einem hohen Gehalt an Mineralstoffen und Spurenelementen verfügen sie über viele Vitamine, ätherische Öle, Farb-, Seifen-, Gerb- und Bitterstoffe. Ein rundum gesunder Vitalstoff-Cocktail, der ideale Voraussetzungen für einen inneren und äußeren Frühjahrsputz mitbringt. Den Begriff „Reinigung“ darf man dabei durchaus wörtlich nehmen. Denn die besten Pflegeprodukte nützen wenig, wenn das Hautbild oder die Haare durch eine Übersäuerung des Organismus leiden.

Aus frischen Kräutern lässt sich zum Beispiel ein erfrischendes Gesichtswasser herstellen. Weitere Anleitungen für die Frühjahrs-Kur finden Sie unten in der Galerie.

Frische Kräuter, ein Glücksfall für Gesundheit und Kosmetik

Frühlingskräuter machen es uns leicht, innere und äußere Körperpflege zu verbinden. Die jungen Sprosse, Blüten und Blätter bereichern den Speisezettel, sie bringen den Organismus in Schwung und rücken Stoffwechsel-Rückständen (auch Schlacken genannt), zu Leibe, die sich im Bindegewebe und in den Zellen angesammelt haben. Die Aussicht auf mehr Frische und Wohlbefinden beflügelt Tatkraft und Fantasie. Eine gute Gelegenheit, den Plan einer eigenen Kosmetik-Manufaktur in die Tat umzusetzen und Pflegeprodukte zu kreieren, deren Zutaten man kennt und von denen man weiß, dass sie dem Körper guttun.

Allerdings können auch natürliche Substanzen allergische Reaktionen auslösen, daher sollten Sie in jedem Fall Ihre selbst gemachte Creme, Ihre Gesichtsmaske, die Duschlotion oder Ihr Deo-Spray einem Test unterziehen: Sprühen oder streichen Sie eine kleine Menge auf die Haut in der Armbeuge. Zeigen sich innerhalb von 30 Minuten keine Rötungen, Schwellungen oder juckenden Hautausschläge, steht einer Anwendung nichts
im Wege.
Die Grundausstattung für die ersten Naturkosmetik-Versuche finden Sie vermutlich in Ihrer Küche. Für den Anfang genügt ein flacher Kochtopf zum Schmelzen von Fett und Bienenwachs im Wasserbad. Hinzu kommen hitzebeständige Marmeladen- oder Einmachgläser, eine Küchenwaage mit Gramm-Anzeige, Rührlöffel aus Metall oder Glas – hölzerne Kochlöffel sind aus hygienischen Gründen weniger gut geeignet.

 

Fehlt nur noch ein Schneebesen oder Stabmixer zum Vermischen und Kaltrühren von Cremes sowie ein Lebensmittel-Thermometer. In der Apotheke oder im Internet bekommen Sie Salbendöschen und Glasflaschen in allen Größen. Anfangs genügen auch gebrauchte Flaschen und Cremetiegel. Wichtig ist nur, dass diese gründlich gereinigt werden: entweder mit kochend heißem Wasser übergießen und mit Küchenpapier trocken reiben oder im Backofen bei 180 °C 20 Minuten lang sterilisieren. Letzteres gilt natürlich nur für hitzefeste Gegenstände. Damit ist die Basis für die eigene Naturkosmetik- Produktion schon mal gesichert. Der Spaß daran kommt von selbst, spätestens dann, wenn Haut und Haare sichtbar aufleben.