Warum werden Blätter im Herbst bunt?

Die Herbstfärbung ist bei Laubbäumen genetisch bedingt und läuft bei jeder Art nach einem spezifischen Muster ab. Auslöser für den hormongesteuerten Prozess sind abnehmende Tageslängen und erste frostige Temperaturen. Die sommergrünen Gehölze bereiten sich nun auf die kalte Jahreszeit vor, indem sie den bis zum Frühjahr nicht mehr zur Fotosynthese benötigten grünen Farbstoff Chlorophyll von den Blättern in andere Pflanzenteile verlagern. So kommen die übrig bleibenden gelben, roten oder violetten Pigmente immer mehr zur Geltung. Braun tritt erst bei absterbenden Blättern auf.

Leuchtende Farben im Herbst

Leuchtendes Gelb und Rot geben dem Herbst ein strahlendes Gesicht – ganz so, als ob sich die warme Jahreszeit mit einem farbenfrohen Fest verabschieden möchte. Zu verdanken haben wir das Feuerwerk vor allem dem bunten Laub der Gehölze. Weltweit bekannt für seine herbstliche Pracht ist der „Indian Summer“ im Nordwesten Amerikas, wo vor allem Ahorne mächtig Farbe bekennen. Bei uns kommen diese Bäume zwar nicht so häufig vor, doch auch Rotbuche, Eiche und Birke, Rosskastanie, Linde und Hainbuche berauschen uns bei Spaziergängen mit bunten Blättern. Anstelle des sommerlichen Grüns dominieren ab Mitte/Ende September mehr und mehr Gelbtöne, untermalt vom Orangerot einzelner Ahorne. 

Wasserflächen reflektieren die Farben auf zauberhafte Weise. Bei der Würm im gleichnamigen Tal nördlich Starnbergs reichen dazu wenige Zentimeter Wasserstand aus.

Im Rebland wie hier im pfälzischen Burrweiler sorgen die Weinstöcke für ein farbenfrohes Saisonfinale. Je nach Rebsorte verfärbt sich das Laub gelb, orange oder violettrot.

Die Blätter der Rotbuche (Fagus sylvatica) bedecken den Waldboden vieler deutscher Mittelgebirge. Das herbstliche Farbenspiel unserer häufigsten Laubbaumart reicht von Gelbgrün über Goldgelb und Kupferrot bis Braun.

Perspektivenwechsel: die leuchtend gelben Blätter einer knorrigen Rosskastanie beim Blick nach oben.

Die grauen Felstürme der Sächsischen Schweiz heben sich vom bunten Laub markant ab. Auf dem Bild fällt der Blick von der Bastei auf die Ganssteine.

Ausflugstipps im Herbst

Auf der Suche nach den prächtigsten Herbstwäldern Deutschland wird man in den unterschiedlichsten Regionen fündig. Farbig wird es prinzipiell überall dort, wo die Laubbäume gegenüber ihren nadligen Verwandten in der Mehrheit sind. Dies gilt zweifelsohne für die Nationalparks Jasmund und Müritz in Mecklenburg-Vorpommern, Hainich in Thüringen und Kellerwald-Edersee in Hessen sowie für den Grumsiner Forst im brandenburgischen Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Diese fünf Gebiete gehören mit ihren urwüchsigen Buchenwäldern zum UNESCO-Weltnaturerbe.

Weitere sehenswerte Laub- und Mischwälder findet man beispielsweise im Vessertal (Thüringer Wald), Bodetal (Harz), Frankenwald, Pfälzer Wald und Solling (Weserbergland), an den Nordwesthängen der Schwäbischen Alb, in der Sächsischen Schweiz und im Voralpenland. Bei Letzterem reichen die Bergwälder teils bis an die Ufer großer Seen heran, sodass sich die farbigen Hänge malerisch im Wasser spiegeln; hervorzuheben sind dabei Staffel-, Walchen-, Sylvenstein- und Schliersee.
 

Der Blick über den Schliersee in Richtung Brecherspitz ist nie schöner als jetzt, wenn sich die Farben der Laubbäume im See spiegeln.

Das Duo aus mächtigen alten Stiel-Eichen (Quercus robur) setzt eine unverwechselbare Landmarke auf der weiten Wiesenfläche im Klützer Winkel, wenige Kilometer von der mecklenburgischen Ostseeküste entfernt. Am Waldrand im Hintergrund leuchten Buchen und Birken in warmen Farbtönen.

Schöne Herbst-Ausflugsziele

Ähnlich zauberhaft wie bei den Seen zeigt sich die Färbung entlang naturnaher Flussläufe wie Altmühl, Obere Donau, Neckar, Mittelrhein und Spree (im Bereich des Spreewalds). Dies gilt auch für einige Abschnitte der Ruhr in unmittelbarer Nähe zum größten deutschen Ballungsraum, dem Ruhrgebiet. In Gegenden, die durch großflächige Felder und Wiesen geprägt sind, fallen im Herbst mächtige Einzelbäume und uralte Alleen besonders ins Auge. Eindrucksvolle Baumreihen entlang historischer Straßen findet man vor allem in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern einschließlich der Ostseeinseln Rügen und Usedom. Frei stehende Eichen mit weit ausladenden Kronen sind für die Elbniederungen zwischen Lutherstadt Wittenberg und Boizenburg charakteristisch, und auch im Münsterland und Voralpenland prägen unzählige Einzelbäume und kleine Baumgruppen das Landschaftsbild.

Es lohnt sich also gerade jetzt, festes Schuhwerk zu schnüren und die Farbenpracht des Herbstes vor der eigenen Haustür zu erleben, bevor der Laubfall im Laufe des Novembers den Zauber beendet.

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