Wasserspiele im Garten

Quer durch alle Epochen und Gartenstile hindurch zählt Wasser zu den beliebten Gestaltungselementen. Auch aus Grundstücken im ländlichen Stil ist es nicht wegzudenken. Denn wo traditionell die Bewirtschaftung von Gemüsebeeten im Vordergrund steht, gehört oftmals noch immer eine Schwengelpumpe mit Brunnenbecken dazu. Und wo Nutztiere direkt auf dem Hof gehalten werden, darf eine Viehtränke nicht fehlen.

Heute werden diese länglichen Tröge aus Naturstein oder einem ausgehöhlten Baumstamm zwar häufig nicht mehr für ihren ursprünglichen Zweck genutzt – mit ihrem nostalgischen Charme passen sie aber in jeden Landhaus-Garten und lassen sich vielfältig gestalten: So können sie beispielsweise Teil eines Kreislauf-Systems sein, das von einer Bachlaufpumpe in Gang gehalten wird und mehrere, übereinander angelegte Becken durch plätschernde Überläufe miteinander verbindet. Ebenso reizvoll ist ein einzelnes Becken mit ruhigem, stehendem Wasser, in dem eine Mini-Seerose gedeiht.

Altes Betonbecken als Gartenteich

An einen Futtertrog erinnert das schmale Betonbecken. Eine Holzrinne dient dabei als Überlauf von einem höher gelegenen Teich.

Steintrog-Brunnen im Garten

Ruhiges Plätschern begleitet die Mußestunde neben dem Steintrog – eine Wasserspiel -Pumpe innerhalb des Beckens mit Anschluss an das Stahlrohr macht es möglich. Haselnuss-Hecke, Chinaschilf und Blütenstauden fassen das Ganze stimmungsvoll ein. 

Großer Naturteich im Garten: Darauf sollten Sie achten

Die stärkste optische Wirkung entfalten größere, offene Wasserflächen, in denen sich der Himmel und die Pflanzen der Umgebung spiegeln. Ihre erfrischende Ausstrahlung tut uns vor allem jetzt in den Sommermonaten gut. Daher sollte man bei Naturteichen, die in der Regel mit flach auslaufenden Uferzonen sowie vielen Sumpf- und Wasserpflanzen gestaltet werden, darauf achten, dass nicht alles zuwuchert. Etliche Gewächse wie Schilfrohr oder Breitblättriger Rohrkolben, aber auch große Seerosen-Arten können sich nämlich durchaus so kräftig ausbreiten, dass von der spiegelnden Wasserfläche kaum noch etwas übrig bleibt. Eine bewusste Auswahl weniger starkwüchsiger Pflanzen und die Verwendung von stabilen Gitterkörben wirkt dem entgegen.

Schwimmteich im Garten

Der Schwimmteich ist von einer bepflanzten Filterzone umgeben. Sie ist bis knapp unter die Oberfläche durch eine Trennwand von der Schwimmzone getrennt, linkerhand führen Trittplatten darüber.

Bachlauf im Garten

Bachläufe lassen sich gut mit Naturteichen kombinieren und auch noch nachträglich an diese ansetzen. Notwendig ist lediglich ein leichtes Gefälle, das für ein sanftes Dahinfließen im Stile eines Wiesenbachs sorgt. An Böschungen oder in Hanggärten mit deutlichen Höhenunterschieden lässt sich aber auch ein Gebirgsbach nachbilden, der über markante Steinblöcke in Richtung Teich rauscht. 

Bachlauf anlegen: Tipps und Tricks

Fließgewässer lassen sich ebenso wie Naturteiche am vielseitigsten mit Teichfolie gestalten. Bei kurvigem Verlauf wie im Beispiel unten verwendet man mehrere längliche Folienbahnen, legt sie überlappend in die zuvor ausgehobene sowie mit Sand ausgekleidete Rinne und verbindet sie mit einem speziellen Folienkleber. Im Vordergrund mündet der Bach in einen kleinen Teich, aus dessen Wasser er gespeist wird. Für den Kreislauf sorgt eine kräftige Bachlaufpumpe (neben dem Gitterkorb), die das kühle Nass über einen Spiralschlauch zur steinernen „Quelle“ bringt. Den Schlauch verlegt man am besten im Erdreich parallel zum Bach.

Passende Pflanzen für Bachläufe

Für die Bepflanzung eignen sich außerhalb der Folie von Bach und Teich alle gewöhnlichen Zierstauden. Dort, wo innerhalb der Folie Pflanznischen mit Teicherde angelegt wurden, finden sich geeignete Standorte für verschiedene Sumpf- und Wasserpflanzen.

In feuchter bis nasser Erde gedeihen beispielsweise Sumpf-Storchschnabel (Bild 1) und Purpurdost. Dies gilt ebenso für flachwüchsiges Pfennigkraut (Bild 2) und Sumpf-Vergissmeinnicht, die sich mit ihren Ausläufern ins offene Gewässer ausbreiten können. Im flachen Wasser mit etwa 10 cm Tiefe fühlen sich Zwerg-Rohrkolben (Bild 3), Asiatische Sumpf-Schwertlilie (Bild 4), Zwerg-Binse und Blut-Weiderich (rötliche Blütenkerzen) wohl. Sie alle eignen sich für Bach und Teich. Lediglich die Seerose, hier die mittelstark wachsende Sorte ‘Madame Wilfron Gonnère’ mit tagsüber lange geöffneter Blüte, bevorzugt stehendes Gewässer.

Miniteich im Garten

Falls in Ihrem Garten weder für einen Naturteich, noch für einen Bachlauf ausreichend Platz vorhanden ist, dann findet sich bestimmt noch irgendwo ein Fleckchen für Mini-Teiche in Form von befüllten und bepflanzten Zinkwannen oder Holzfässern. Im Vorgarten, auf der Terrasse oder direkt an einem Gartenweg platziert, erzielen auch diese ihre Wirkung. Grundsätzlich sind die Gefäße flexibel einsetzbar – nach dem Befüllen mit Wasser aber so schwer, dass sie sich nur auf Rollen gelagert ohne großen Kraftaufwand verschieben lassen. Besser ist es, ihnen von Beginn an einen festen Standort zu geben, an dem sie gut zur Geltung kommen und idealerweise durch lichten Schatten vor zu starker Erwärmung geschützt sind. Im warmen Wasser vermehren sich Algen nämlich besonders stark, sodass die Reinhaltung deutlich mehr Arbeit bereitet. Pflegeleichter sind in dieser Hinsicht bepflanzte Teichbecken, die ebenerdig in die Terrasse eingelassen werden und sich daher auch schön vom Sitzplatz aus beobachten lassen.

Unsere Empfehlung

Altes Holzfass als Miniteich

Dieses alte Holzfass wird mit passenden Sumpf- und Wasserpflanzen zu einem sehenswerten Miniteich in Ihrem Garten. Probieren Sie es aus und machen Sie Ihren Garten zu einem wahren Wohlfühlort.

Miniteich im Weinfass

Halbierte Weinfässer eignen sich hervorragend für die Anlage eines Mini-Teichs: Sie sehen schön aus und haben ein ordentliches Fassungsvermögen, sodass auch mehrere Wasserpflanzen in ihnen Platz finden. Das Beispiel zeigt ein 150-Liter-Fass mit etwa 75 cm Durchmesser und 50 cm Höhe. Gepflanzt wird in mit Vlies ausgekleidete Gitterkörbe sowie in spezielle Teicherde, eine Lage Kies deckt das Substrat ab. Um jedem Gewächs die geeignete Wassertiefe zu geben, stellt man die Körbe teilweise auf eine oder mehrere Lagen Klinker oder Mauersteine. Maßgeblich ist jeweils der Abstand zwischen der Oberkante der Teicherde und der Wasseroberfläche. Gefüllt wird das Fass bis etwa 5 cm unterhalb seines Rands.

Miniteich in einer Zinkwanne anlegen

Zinkwannen sind hübsche, nostalgische Behältnisse für einen Mini-Teich. Dieses Exemplar hat seinen Platz inmitten eines runden Inselbeets mit Zierstauden wie Sibirischer Schwertlilie, Sommer-Margerite, Funkie, Purpurglöckchen und Storchschnabel gefunden.

Miniteich im Mörtelkübel anlegen

Einfach zu verwirklichen ist diese Gestaltungsidee: Als Gefäß für Wasser und Pflanzen wie Seerose, Zebra-Binse und Wasserhyazinthe dient ein großer, runder Mörtelkübel (90 Liter). Holzpalisaden kaschieren ringsum das Kunststoffbehältnis und verhindern eine zu starke Aufwärmung.

Terrassen-Teichbecken

Als fester Bestandteil der Terrasse wurde das rechteckige Teichbecken direkt ins Holzdeck integriert. Hechtkraut, Seerose und Weißbunter Kalmus zieren die Wasserfläche.

Passende Pflanzen für den Miniteich

Die Schwanenblume (Bild 1), auch Blumenbinse (Butomus umbellatus) genannt, ist eine heimische Wildpflanze für flaches Wasser (10–30 cm Tiefe), sie blüht von Juni bis Juli in zartem Rosa. Die weiße Zwerg-Seerose (Nymphaea tetragona, 20–50 cm Tiefe, Bild 2) ist wie die beiden anderen Pflanzen frosthart und eignet sich aufgrund ihrer geringen Wuchsstärke besonders für Mini-Teiche. Blütezeit: Mai bis August. Die heimische Sumpf-Schwertlilie (Bild 3) fällt mit ihren leuchtend gelben Blüten von Mai bis Juli ins Auge und gedeiht im Flachwasser (0–30 cm Tiefe).