Weihnachtspflanzen: Brauch und Geschichte

Die Tage kurz, das Essen karg, die Natur vor Kälte erstarrt – für unsere Vorfahren war der Winter vor allem eine Zeit der Entbehrungen. Umso mehr fiel das Augenmerk nun auf diejenigen Pflanzen, die allen Widrigkeiten trotzen und auch bei Eis und Schnee in vollem Blattkleid dastehen - immergrüne Weihnachtspflanzen. Das Grün der Nadelbäume, aber auch von Stechpalme, Mistel, Buchs oder Rosmarin gab den Menschen Hoffnung, dass die Natur bald wiedererwachen würde. Den Pflanzen wurden zudem göttliche Kräfte zugesprochen, die sowohl böse Geister fernhalten konnten als auch Fruchtbarkeit und Gesundheit versprachen. Denn die Zeit zwischen dem 21. Dezember, dem Tag der Wintersonnenwende, und Neujahr galt in vielen Kulturen als magische Zeit, in der böse Geister ihr Unwesen trieben. Um diese zu besänftigen, hängte man Weihnachtspflanzen in Häuser und Ställe. Im Mittelalter vermischten sich heidnische und christliche Bräuche, zumal das Fest zur Geburt Jesu ebenfalls in diese Wochen fiel. 

Geschichte des Weihnachtsbaumes

Die wohl bekannteste Weihnachtspflanze, die wir kennen, ist der Weihnachtsbaum. Die frühesten Beschreibungen eines Weihnachtsbaums stammen aus dem 15. Jahrhundert. Bis die mit Äpfeln, Backwerk und Papierschmuck gestalteten Bäume jedoch in die Stuben breiter Bevölkerungsschichten gelangten, vergingen nochmals 400 Jahre. Erst um die Wende zum 20. Jahrhundert verbreitete sich der aus Tannengrün gebundene und mit vier Kerzen bestückte Adventskranz.

Stechpalme & Mistelzweig: Woher kommt der Brauch?

Der Brauch, während der Weihnachtstage mit Stechpalm-Zweigen zu dekorieren, verbreitete sich von Großbritannien aus. Auch Bündel aus Mistelzweigen hingen zuerst im angelsächsischen Raum von Türrahmen und Zimmerdecken herab. Der Legende nach sollen Pärchen, die sich darunter küssen, für immer zusammenbleiben. Mittlerweile haben sich die unterschiedlichen Sitten rund um die Weihnachtszeit vermischt und so kombinieren wir nach Herzenslust Tannenzweige mit Misteln, Stechpalme und anderen Immergrünen.

Unsere Empfehlung

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Weihnachtspflanzen: Die schönsten Sorten

Wir haben für Sie die schönsten Weihnachtspflanzen herausgesucht und zeigen Ihnen ihre Bedeutung.

Efeu

Von glitzerndem Raureif überzogen kommen die wohlgeformten Blätter des Efeus sehr schön zur Geltung. Abgeschnittene Ranken halten selbst ohne Wasser recht lange, insbesondere im Freien.

Nordmann-Tanne

Die Nordmann-Tanne ist hierzulande mittlerweile der meistgekaufte Weihnachtsbaum. Diese große Beliebtheit hat sie ihrem regelmäßigen Wuchs und dem haltbaren, tiefgrün gefärbten Nadelkleid zu verdanken. Für Terrasse und Balkon werden kleine Exemplare auch im Topf angeboten.

Stechpalme

Die Stechpalme schmückt sich mit glänzenden, ledrigen Blättern, die vor allem bei jüngeren Sträuchern mit Stacheln bewehrt sind. Bereits Kelten und Germanen verehrten den Strauch, den sie als Wohnsitz der Götter ansahen. Im Christentum symbolisieren die stacheligen Blätter die Dornenkrone des gekreuzigten Jesu, die roten Beeren dessen Blutstropfen.

Mistel

Diese Weihnachtspflanze mit ihrer Tradition kann man sich in der Weihnachtszeit nicht mehr wegdenken! Der Mistel wurden spätestens seit der Antike magische Kräfte zugesprochen. Die Pflanze besiedelt häufig Pappeln, Weiden und Obstbäume, es gibt aber auch Unterarten, die auf Nadelbäumen wachsen. Nur die weiblichen Mistelsträucher bilden im Spätherbst weißliche Beeren, die zahlreichen Vogelarten als wertvolle Winternahrung dienen. 

Wacholder

Wacholderzweige werden bei Räucher-Ritualen eingesetzt, die bis heute in einigen Regionen Deutschlands und im Alpenraum in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr zelebriert werden. Die als Gewürz verwendeten Beeren, streng genommen handelt es sich um Zapfen, reifen im Spätsommer heran.

Unser Tipp

Winterharte Pflanzen für Balkon & Terrasse

Sie können sich die besinnliche Zeit ohne Weihnachtspflanzen auch nicht vorstellen? In diesem Artikel zeigen wir Ihnen zauberhafte Deko-Ideen mit winterharten Pflanzen für Balkon & Terrasse.

Buchsbaum

Zweige des Buchsbaums wurden aufgehängt, lange bevor sich der Christbaum in den Stuben durchgesetzt hat. Wie andere immergrüne Gehölze steht er symbolisch für ewiges Leben und treue Liebe bis über den Tod hinaus.

Rot-Fichte

Die Rot-Fichte war bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts der gefragteste Weihnachtsbaum. Sie ist günstiger als die Tanne, dafür sind die Nadeln sehr spitz und geschlagene Bäume weniger haltbar.

Scheinbeere

Die Scheinbeere trägt den Winter über kleine, leuchtend rote Früchte. Der Zwergstrauch wird nur 15 cm hoch und eignet sich somit ideal zum Dekorieren von Terrasse oder Fensterbank. In strengen Wintern packt man das Pflanzgefäß in isolierendes Material oder stellt mehrere Töpfchen in eine schöne Kiste und füllt die Zwischenräume mit Reisig auf.

Scheinzypresse

Die Scheinzypresse setzt mit blau schimmernden Schuppenblättern und kugeligen Zapfen Akzente in Gestecken und Kränzen.

Kiefern

Kiefern werden nur selten als Christbaum verwendet, da sich ihre Zweige unter der Last des Baumschmucks biegen. Umso beliebter sind die mit langen Nadeln besetzten haltbaren Triebe für weihnachtliche Arrangements. Kleine Sorten wie die Kugel-Schwarz-Kiefer ‘Spielberg’ eignen sich auch zur dauerhaften Bepflanzung von Kübeln.

Eibe

Die Eibe war bis ins frühe Mittelalter fester Bestandteil unserer Wälder und somit auch Teil von Bräuchen rund um den Jahreswechsel. Heute findet man das Gehölz vorwiegend in Gärten und Parks. Zum Dekorieren ist die Eibe nur bedingt geeignet, denn sowohl das Holz als auch die Nadeln und die im Herbst reifenden Samen sind hochgiftig!

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