Welcher Obstbaum blüht am schönsten?

Dass aus vielen kleinen Dingen etwas ganz Großes werden kann, beweisen im Frühjahr die Obstgehölze: Ihre Blüte setzt sich aus Tausenden von Sternchen zusammen, die wie lockere Wattebäusche die noch kaum belaubten Äste schmücken. Dieser Augenschmaus lässt sich nicht nur in Obstbau-Regionen, sondern auch im eigenen Garten genießen – und zwar am schönsten mit Zierobst-Gehölzen. Bei diesen steht nämlich weniger die Fruchtbildung als vielmehr ein üppiger Frühjahrsflor im Mittelpunkt.
 

Malerisch breitet die alte Bergkirsche (Prunus sargentii) ihre weit ausladenden Äste aus. Einen schönen Kontrast zu den vielen kleinen rosafarbenen Blüten im April bilden die großkronigen, gelben Narzissen darunter. Im Sommer trägt der Baum dunkle Früchte, die allerdings ziemlich klein und sauer sind.

Die größte Sortenauswahl bieten Ihnen die Zieräpfel und -kirschen, die in den unterschiedlichsten Größen und Formen erhältlich sind: Vom halbhohen Strauch über das zierliche Stämmchen bis hin zum stattlichen, aber nicht zu riesigen Baum ist alles dabei, was das Gärtnerherz begehrt. In Baumform bilden sie je nach Sorte schmal aufrechte, rundliche, fächerförmige, weit ausladende oder auch malerisch überhängende Kronen aus. Um ihre Blütenpracht voll entfalten zu können, benötigen diese Gehölze generell einen sonnigen Standort. An den Untergrund stellen sie keine großen Ansprüche, gedeihen aber am besten in einem humosen, lockeren Boden mit guter Nährstoffversorgung und ausreichend Feuchtigkeit.

Im Steingut-Krug kommt der Strauß aus blühenden Zierkirschen wunderbar zur Geltung. Einfach ein paar Zweige etwa in Ellenlänge abschneiden und im mit Wasser gefüllten Gefäß arrangieren.
 

Der Kranz aus weiß und rosa blühenden Zieräpfeln heißt am Gartenzaun Besucher willkommen. Hierzu verschiedenfarbige, kurze Zweige abwechselnd auf einen Drahtring binden.

Große Zierbäume für den Garten

Wer großwüchsige Zierobst-Gehölze auswählt, prägt mit deren überbordendem Frühlingsflor für einige Wochen das Bild des ganzen Gartens. Will man das Spektakel verlängern, dann bietet es sich an, mehrere Bäume mit fließenden Übergängen in den Blütezeiten zu pflanzen – beispielsweise als Dreiergruppe: Eine Berg-Kirsche (Prunus sargentii, auch Scharlach-Kirsche) startet den Reigen Anfang April, eine Japanische Blüten-Kirsche (Prunus serrulata) kommt gegen Ende des Monats hinzu und übergibt schließlich die Hauptrolle ab Mai an den Vielblütigen Apfel (Malus floribunda), der diese bis weit in den Juni hinein ausfüllt.

Etwa zeitgleich mit den ersten Zierkirschen zeigt sich auch der Flor der Blut-Pflaume (Prunus cerasifera ‘Nigra’): Der bis zu sieben Meter hohe Baum schmückt seine rundliche Krone im April mit unzähligen, leuchtend rosafarbenen Blüten, die sich apart von den frischen, purpurfarbenen Blättern abheben. Ihre dunkelroten Pfläumchen sind übrigens im Gegensatz zu den wenigen, überhaupt fruchtbildenden Zierkirschen wohlschmeckend!

Sorten der Zierkirsche

Zierkirschen blühen gut vier Wochen vor den Äpfeln, also in der Regel ab Anfang April. Früchte tragen sie kaum oder gar nicht.

  • Bei der Sorte ‘Kursar’ beginnt der rosafarbene Reigen sogar schon im März, sie entwickelt sich zu einem bis zu 5 m hohen, trichterförmig aufrechten Strauch. (Bild 1)
  • ‘Amanogawa’ ist mit gut 4 m Höhe und nur 120 cm Breite eine der schlanksten japanischen Züchtungen, sie wird daher auch als „Säulen-Kirsche“ angeboten. Ihr leicht gefüllter Flor bezaubert mit einem zarten Duft. (Bild 2)
  • ‘Kanzan’ gehört mit ihren malerischen, dicht gefüllten Blüten, deretwegen sie zurecht auch den Namen „Nelken-Kirsche“ trägt, zu den beliebtesten Sorten. Mit bis zu 10 m Höhe und 8 m Breite zieht sie im Frühlingsgarten nach einigen Jahren alle Blicke auf sich.
Unser Tipp

Kombination im Garten

Ein harmonisches Gesamtbild entsteht, wenn Sie Zierobst mit Frühblühern unterpflanzen, welche die Blütenfarben der Gehölze aufgreifen. Vor allem mit Tulpen ergeben sich herrliche Ton-in-Ton-Kombinationen

Kleine Zierbäume für Garten und Terrasse

Deutlich kleiner, aber nicht minder blütenreich präsentiert sich die Zierquitte. Je nach Sorte wächst sie zu einem ein bis zwei Meter hohen, dichten Strauch heran, der sich als Solitär im Beet oder in Reihe gepflanzt als niedrige Hecke verwenden lässt. Das Farbspektrum ihrer Blüten reicht von Weiß über Rosa bis Feuerrot, ihre gelben, apfelförmigen Früchte lassen sich gut zu Gelees oder Kompott verarbeiten.

Bei der Blut-Johannisbeere wiederum dreht sich alles um den Frühlingflor. Er erscheint noch kurz vor den Blättern in locker herabhängenden, roten Trauben. Mit ihrem aufrechten, buschigen Wuchs bis zwei Meter Höhe eignet sie sich gut als farbenfrohe Ergänzung in Strauchgruppen oder als Hintergrund im Staudenbeet. Im Gartenhandel erhält man auch etliche Zierobst-Zwergformen, die sich problemlos über Jahre in großen Gefäßen halten lassen. Schöne Beispiele sind die Zwerg-Blut-Pflaume, Kurilen-Kirschen oder kompakte Zierapfel-Sorten wie ‘Tina’ und ‘Pomzai’. Mit ihnen können Sie sich den Zauber der tausendfachen Frühlingsblüte auch auf die Terrasse oder den Balkon holen.

Das weiß-rote Duo aus den Zierapfel-Sorten ‘Evereste’ (links im Bild) und ‘Liset’ schmückt in großen Pflanzkörben die Terrasse. Weitere Frühblüher wie Tulpen, Goldlack und Bellis ergänzen die farbenfrohe Szenerie.
 

Mandelbäumchen (Prunus triloba) sind als Sträucher oder kleine Bäume auf niedrigen Stämmen erhältlich. Mit 1,5 bis 2,5 m Höhe und Breite sind sie bestens für Pflanzgefäße oder kleine Beete geeignet. 
 

Im Buchs-Rondell und ähnlichen kleinen Gartensituationen macht die maximal 1,5 m hohe Kurilen-Kirsche ‘Ruby’ (Prunus kurilensis) eine gute Figur. Ranunkeln und Vergissmeinnicht blühen ihr zu Füßen.
 

Zierapfel-Sorten

Zieräpfel entfalten ihre Blütenpracht hauptsächlich im Mai.

  • Zu den ersten Kandidaten zu Beginn des Wonnemonats gehört der Vielblütige Apfel (Malus floribunda). Dabei handelt es sich um eine aus Japan stammende Wildart mit duftender Blüte, ihre Früchte werden nur erbsengros. Wuchshöhe 4 – 6 m. 
  • 'Royalty’ zeichnet sich durch einen rubinroten Flor aus. Auch die Blätter und Äpfelchen sind von Rottönen geprägt. 4 – 6 m Höhe.
  • ‘Tina’ ist eine der niedrigsten Sorten, bei gerade mal 1,5 m Wuchshöhe streckt sie sich aber immerhin bis 2,5 m in die Breite. Mit einfacher, weißer Blüte und winzigen, roten Früchten. ‘
  • Profusion’, ein mit bis zu 8 m Höhe und 5 m Breite recht mächtiger Zierapfel, erblüht in dunklem Rosa, seine 1– 2 cm großen Früchte sind leuchtend rot.

Blut-Johannisbeeren (Ribes sanguineum) machen als anspruchslose, robuste Ziersträucher in ländlichen Gärten eine gute Figur. Ihre roten Blütentrauben erscheinen von April bis Anfang Mai, die sich daraus entwickelnden dunklen Früchte haben wenig kulinarischen Wert (nicht giftig, aber kaum Aroma).
 

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Strauchrosen

Ziersträucher für jede Jahreszeit

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