Wiesenblumen – welche darf ich pflücken?

Seit jeher sind Wiesen ein wichtiger Bestandteil unserer Kulturlandschaft. Sie prägen den Charakter vieler Regionen und bieten zahlreichen Wildtieren sowie nicht zuletzt Nutztieren Nahrung. Auch wenn Wiesen vielen als Inbegriff an Natürlichkeit gelten, so handelt es sich hier um vom Menschen geschaffene Lebensräume, die ohne Pflegemaßnahmen wie eine regelmäßige Mahd oder Beweidung keinen Bestand hätten. Welche Pflanzen sich etablieren, hängt also neben natürlichen Faktoren wie Klima, Boden und Lage auch von der Nutzung ab. Bei den typischen bunten "Blumenwiesen" mit Klee, Glockenblume und Storchschnabel handelt es sich um Fett-, genauer um Glatthafer-Wiesen: hochwüchsige Heuwiesen auf frischen, gut mit Nährstoffen versorgten Böden. Traditionell werden diese ein- bis zweimal jährlich gemäht und nur mäßig gedüngt. Generell gilt: Je extensiver eine Grünfläche bewirtschaftet wird, umso artenreicher ist die Vegetation. Und wie sieht es mit dem Pflücken aus? Hier gilt: Wo kein Betretungsverbot besteht, dürfen wild wachsende Blumen, Gräser und Kräuter in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf gepflückt werden. Ausgenommen sind besonders geschützte Arten wie beispielsweise Orchideen oder Eisenhut.

 

Sträußchen in Tontöpfen

Für das Topf-Trio in Gelb-Violett je vier bis fünf Blütenstängel (z. B. Horn- und Wiesen-Klee, Storchschnabel, Wiesen-Pippau, Beinwell) sowie Hainsimse oder andere Gräser in wassergefüllten Fläschchen oder kleinen Gläsern arrangieren und diese in hohe Tontöpfe stellen.

Buntes Ensemble aus Hahnenfuß, Glockenblume, Kamille

Der bunte Strauß aus Hahnenfuß, Glockenblume, Kamille, Kuckucks-Lichtnelke, Esparsette und Gräsern ist ein Mitbringsel vom morgendlichen Spaziergang. Das Jutetuch unterstreicht den natürlichen Charme des Arrangements. Darunter verbirgt sich eine wassergefüllte Karaffe.

Zartes Weiß – Margerite und Kamille

Hier gibt Weiß den Ton an: Zu Margerite und Kamille gesellen sich Wiesen-Labkraut, Schafgarbe und Giersch. Die Zypressen-Wolfsmilch bringt frisches Gelbgrün ins Spiel, während Gräser für Auflockerung sorgen.

Harmonische Arrangements direkt von der Wiese

Das Schöne an Wiesenblumen ist, dass man in puncto Farb- Kombinationen kaum etwas falsch machen kann, denn im Wesentlichen beschränkt sich die Palette auf Gelb, Rosa, Violett, Blau und Weiß - alles Farben, die gut miteinander harmonieren. Auch für Ton-in-Ton-Arrangements bietet sich reichlich Auswahl. Viele Möglichkeiten ergeben sich außerdem durch das Spiel mit unterschiedlichen Blütenformen, etwa wenn die großen Strahlenblüten der Margerite auf die winzigen Blütchen des Laubkrauts treffen oder struppige Gräser aus dem Strauß herausragen

Unser Tipp

Die beste Zeit

Ernten Sie Blumen möglichst am Morgen. Zum Transport eignet sich ein Korb, den man mit einem feuchten Tuch ausschlägt. Zu Hause die Blütenstängel gleich ins Wasser stellen.

Kleiner Strauß

Ein Dreierlei aus Wald-Vergissmeinnicht, Weißem Leimkraut und Vogel-Wicke schmückt den steinernen Briefbeschwerer.

Strauß in leuchtendem Gelb

Ganz in Gelb erstrahlt das Gebinde mit Hahnenfuß, Zypressen-Wolfsmilch, Hornklee, Wiesen-Pippau, Goldnessel und Sauerampfer.

Violetter Wiesenstrauß

Frische Blau- und Violetttöne wurden für den ländlich wirkenden Strauß unten gewählt. Zu den gefransten Blüten der Kornblume gesellen sich filigrane Glockenblumen, Wiesen-Salbei, Vogel-Wicke sowie Gamander-Ehrenpreis. Die an Getreide erinnernden Ähren der Trauben-Trespe lockern das Ganze auf

Strauß im Krug

Ein zauberhaftes Ensemble aus Wiesen-Klee, Rote Lichtnelke, Sternmiere, Wiesen-Labkraut und Wolliges Honiggras.

Gut zu wissen

Sträuße richtig binden

Legen Sie sich die Blumen und Gräser nach Arten sortiert zurecht (hier: Wiesen-Klee, Rote Lichtnelke, Sternmiere, Wiesen-Labkraut, Wolliges Honiggras). Die Stängel in den unteren zwei Dritteln komplett entblättern, im oberen etwas Grün belassen. Um einen voluminösen Strauß zu erhalten, bindet man spiralförmig: Dazu den ersten Stängel in die linke Hand legen und einen zweiten leicht schräg darüber. Zwei bis drei weitere Stängel in der gleichen Weise anlegen, sodass die Blüten immer in eine Richtung zeigen. Dann den Strauß in der Hand drehen und vier bis fünf weitere Stiele hinzufügen. So fortfahren, dabei die einzelnen Arten gleichmäßig verteilen. Durch Ziehen und Schieben einzelner Stiele die Form korrigieren. Nun den Strauß dort, wo er gehalten wurde, mit Bast eng umwickeln. Zum Schluss alle Blütenstiele mit dem Messer auf gleiche Länge bringen, dazu die Stängel schräg anschneiden.