Mit der Wahl des „Tier des Jahres“ setzt die Deutsche Wildtier Stiftung ein Zeichen und weist auf ein Tier hin, auf das in der Öffentlichkeit aufmerksam gemacht werden soll. 

Das Reh ist für viele das Wildtier schlechthin, da man es zur Dämmerung häufig auf Wiesen und Feldern stehen sieht. Der scheue Einzelgänger ist die kleinste und häufigste Art aus der Familie der Hirsche in Europa und ist näher mit dem Elch als mit unserem Rothirsch verwandt.

Anders als der langbeinige, ausdauernde Rothirsch sucht das Reh bei Beunruhigung mit wenigen schnellen Sprüngen Deckung im dichten Unterholz oder Gebüsch. Daher wird es dem sogenannten „Schlüpfertypus“ zugerechnet. Durch die leicht nach vorn abfallende Wirbelsäule liegt die Kruppe, also der hintere Teil des Rumpfes, höher als die Schulter - der Widerrist. Die Beine sind im Verhältnis zum Körper eher lang und die Hinterläufe sind im Sprunggelenk stark eingeknickt. Alle Merkmale sind damit auf das schnelle Durchschlüpfen von dichter Vegetation angepasst.

Mit dem Reh kürt die Deutsche Wildtier Stiftung ein vermeintlich bekanntes Wildtier, das sich als Kulturfolger bestens an unsere Feldflur angepasst hat. Rehe sind in Deutschland sehr häufig und müssen zum Glück nicht vor dem Aussterben geschützt werden. Allerdings existieren Konflikte mit der Land- und Forstwirtschaft, die es zu lösen gilt. Im Offenland ist ein besonders dramatisches Problem das Verletzen und Töten von Rehkitzen während der Grünlandmahd. Dies kann durch vorheriges Absuchen der Wiesen oder einen späteren Mähtermin verhindert werden.

(Quelle: Deutsche Wildtier Stiftung)