Früher sehnten die Menschen das Ende der langen und dunklen Wintermonate herbei. Denn: Während des Winters ruhte die Vegetation, es gab zuweilen sehr wenig sowie eintönig zu essen und man musste mit den Vorräten zurechtkommen. Oft brachte die vierte Jahreszeit also auch Leid und Entbehrung mit sich. Bis heute ist nicht geklärt, worin die Traditionen und Rituale des Winteraustreibens ihren Ursprung haben. Denkbar ist eine Verbindung von heidnischen Frühlingsbräuchen mit christlichen Feiertagen. Die Feste, die von Region zu Region auf unterschiedliche Weise begangen werden, finden meist im Februar oder März statt und sind zudem mit der Fastnacht verwoben. Den Bräuchen gemein ist die Rolle des Feuers, das seit jeher eine elementare Bedeutung hat: Es spendet Licht und Wärme, auf symbolische Weise vertreibt es böse Geister und steht im Christentum auch für die Auferstehung Jesu.

Die Fasalecken kommen nach Baiersdorf, um den Winter auszutreiben. 2019 ist dies am 3.3. der Fall. Bei dieser Brauchtums-Veranstaltung treiben peitschknallende Burschen Strohbären durch die Stadt. Danach wird das Stroh verbrannt und die Burschen tanzen mit ihren Mädchen um das Feuer.

Im süddeutschen Raum werden beim sogenannten Scheibenschlagen glühende Holzscheiben ins Tal geschleudert und dazu Feuer entzündet. Auf den Inseln und Halligen entlang der Nordseeküste wird seit vielen Jahrhunderten das „Biikebrennen“ gefeiert. „Biike“ ist das friesische Wort für „Bake“, also ein Zeichen oder Feuerzeichen. Es bezieht sich auf die Strandfeuer, mit denen die holländischen Schiffe begrüßt wurden, die zum Abholen der friesischen Walfänger kamen.

Vielerorts gehören auch Umzüge und Tänze zu der Tradition. Laufgruppen in bunten Trachten und karnevalesken Masken knallen mit Peitschen, läuten mit Glocken und schütteln ihre Rasseln, um den bösen Wintergeistern mit großem Lärm den Garaus zu machen. Am Ende vieler dieser Prozessionen wird der personifizierte Winter in Form von einer Strohpuppe aus dem Dorf getragen und anschließend verbrannt. Das Licht des Feuers und folglich die Sonne haben den Winter besiegt. Die Schwelle zum Frühling ist überschritten, und so können sich alle auf die lichten Tage und das Erwachen der Natur einstimmen.