Nostalgie

Während draußen Kälte herrscht und ein eisiger Wind kleine Schneekristalle auf Baumkronen haucht, richten wir es uns in unseren vier Wänden besonders behaglich ein. Wir zelebrieren die Gemütlichkeit und so mancher schwelgt jetzt, wo das Fest der Feste näher rückt, in Nostalgie. Diese kann ganz unterschiedlich Eingang in unsere Einrichtung finden: Vielleicht funkeln am festlich geschmückten Weihnachtsbaum Anhänger, die einst schon unsere Großmutter vorsichtig an die nadligen Zweige hängte und Jahr um Jahr wie einen Schatz hütete. Oder womöglich ziert auch das alte Schaukelpferd die Stube, auf dem wir als Kind schon wilde „Ausritte“ unternommen haben. Vielleicht machen wir es uns auch in dem Jugendstil-Sessel bequem, den wir auf dem Dachboden oder Flohmarkt entdeckt und mit einem neuen, weichen Bezug aus Samt wieder salonfähig gemacht haben. Die Wintermonate und besonders Weihnachten sind die Zeit der Rückbesinnung und Traditionen.

So gemütlich kann die Farbe Weiß sein: Mit warmen Kerzenlicht und Vintage-Möbeln und Accessoires wird die Küche im Shabby-Chic-Stil sehr behaglich.

Die Schönheit des Unvollkommenen

Ein Einrichtungsstil, der diese Werte wie kein zweiter feiert, ist der Shabby Chic. Hier werden Möbel und Accessoires gerade wegen ihrer Geschichte wertgeschätzt. Schrammen, abgeplatzte Farbe oder gar Rost sind keine Makel, sondern Spuren gelebter Vergangenheit und somit ausdrücklich erwünscht. Die britische Innenarchitektin und Autorin Rachel Ashwell, die den Stil vor mehr als 20 Jahren erfand und maßgeblich prägte, geht es in erster Linie um die Schönheit des Unvollkommenen. Diese lernte sie durch ihre Mutter schätzen, die Puppen und Teddybären restaurierte und ihrer Tochter zeigte, dass Schönheit nicht immer auf den ersten Blick sichtbar ist. So erfreuen wir uns an einem Wohnstil, dessen Reiz im Unperfekten zu finden ist und der deswegen wunderbar unkompliziert ist. Die farbliche Basis bildet ein cremiges Weiß oder helles Grau. Wände und auch meist der Fußboden sind in diesen schlichten Tönen gehalten. Sehr häufig bekommen auch Möbel, vorzugsweise Fundstücke vom Flohmarkt oder geerbte Schätze, einen neuen Anstrich in diesen Tönen. So wirkt die Einrichtung wie eine helle Leinwand, auf der man nach Lust und Laune Farbtupfer verteilen kann. Während normalerweise Pastelltöne für diesen Stil typisch sind, dürfen die Farben in der Adventszeit etwas kräftiger ausfallen. Sattes Rot und tiefes Tannengrün werden kombiniert mit golden oder silbern schimmernden Accessoires. Eine perfekte Ergänzung dazu ist die Maserung von Holz, am liebsten mit einer schönen Patina.

Die Kunst der Zweckentfremdung wird beim Shabby Chic gern zelebriert: So tronen die Kerzen dieses Adventskranzes auf alten Backformen, die zusätzlich mit Moos dekoriert wurden – eine tolle Mischung aus Nostalgie und Natürlichkeit.

Natürliche Deko-Elemente

Auch natürliche Deko-Elemente wie Kränze, Gestecke oder Girlanden aus Tannenzweigen gehören unbedingt in eine Shabby-Chic-Einrichtung. Gemütlich wird es durch kuschlige Textilien, die groß‑ zügig zum Einsatz kommen. Das Sofa wird beispielsweise mit samtigen Kissen ausstaffiert. Vor dem Fenster hängen Vorhänge, die ebenfalls aus dem schweren, weichen Stoff bestehen und vor Zugluft schützen. Vor dem Lieblingssessel oder auf der Sitzbank am Esstisch kommen flauschige Felle zum Einsatz. Und noch etwas ist typisch für diesen Wohnstil: Man darf nämlich wunderbar kreativ werden. Alte Möbel oder Gegenstände, die für ihren ursprüng‑ lichen Einsatz nicht mehr gebraucht werden, bekommen hier neue, dekorative Aufgaben: Alte Suppenschüsseln werden zu hübschen Kerzenhaltern oder ein ausrangierter Schlitten dient als Ablage für Weihnachtsgeschenke. Attraktive Anhänger aus Silberglas schmücken nicht den Baum, sondern werden – in eine große Glasvase gelegt – zum Hauptdarsteller eines Stilllebens auf einem Beistelltisch. Die Liebe und Wertschätzung für Nostalgisches verleiht dem Shabby Chic einen unnachahmlichen Charme. Die Kombination aus traditionell, gemütlich und unkompliziert klingt nach einem Einrichtungsstil, der die perfekte Umgebung für eine behagliche Winterzeit ist.

Natürlichkeit schafft Behaglichkeit: Dekorieren Sie mit natürlichen Materialien. Holzige Töne heben sich vor den hellen, Shabby-typischen Farben besonders gut ab, wie diese Girlande aus Tannenzapfen.

Die 5 besten Tipps für den winterlichen Shabby-Chic-Stil

  • kuschlige Materialien bringen Gemütlichkeit – arrangieren Sie wollige Decken, Felle oder andere, weiche Textilien in der Wohnung. Eine schlichte Holzbank wirkt mit einer Auflage aus (Kunst-)Fell gleich behaglich
  • Kerzenlicht – verteilen Sie viele kleine Lichtquellen im Raum. Windlichter aus Silberglas (auch Bauernsilber genannt) sind herrlich nostalgisch und außerdem spiegelt sich auf der Oberfläche  das Kerzenlicht
  • Die schönste Deko, ist die, mit der wir schöne Erinnerungen verbinden: Ein altes Schaukelpferd, das schon im Großelterlichen Wohnzimmer stand, alte Christbaumkugeln, die schon seit Generationen den Weihnachtsbaum schmücken. Lieblingsstücke bringen Persönlichkeit und Geschichte in die Einrichtung.
  • Einfallsreichtum ist beim Shabby Chic gefragt – denn hier darf gern zweckentfremdet und um die Ecke gedacht werden. Ein Kerzenständer aus alten Backformen, ein alter Koffer, der nun als Couchtisch dient oder eine Suppenschüssel, die mit einem weihnachtlichen Gesteck geschmückt ist
  • Ganz natürlich – saftiges Tannengrün und rustikales Holz ergeben einen wunderbaren Kontrast zu den hellen Shabby-Chic-Farben

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