Denn von nun an kehrt das Licht nach und nach wieder zu uns zurück. Dieser Anlass wurde schon zu heidnischen Zeiten gefeiert und ist eng mit den christlichen Weihnachtsbräuchen verbunden.

Je kälter und dunkler es draußen ist, desto größere Bedeutung sprechen wir dem Licht zu. Es durchdringt die Dunkelheit, beendet die Finsternis und spendet Leben. Kein Wunder, dass die Verehrung der Sonne und des wiederkehrenden Lichtes sich bereits auf Traditionen in prähistorischer Zeit gründet. Die länger werdenden Tage nach der Wintersonnenwende verkörperten nach dem Glauben der Menschen das Leben und die Auferstehung. Je stärker der Unterschied zwischen dem harten Winter und dem warmen Sommer empfunden wurde, desto intensiver feierte man diese Veränderung in den einzelnen Kulturkreisen. Im Norden Europas, wo die Wintertage besonders kurz sind, hat das Fest darum von jeher mehr Bedeutung als beispielsweise in Südeuropa.

Lichterfeste gehörten vor allem in den germanischen, nordischen, baltischen, slawischen und keltischen Alltag. Im frühen Mittelalter (5./6. Jh. n. Chr.) deutete die christliche Kirche diese Bräuche um und begann, am selben Tag die Geburt Jesu („das Licht der Welt“) zu feiern. Auf diese Weise sollte sich der neue Glauben schneller etablieren. Bis heute ist Weiß die Farbe des Lichtes, daher auch die liturgische Farbe für die Christmette. Gelegentlich wird es durch Gold oder Silber ersetzt, um den festlichen Charakter zu betonen. Weil man damals noch nach dem Julianischen Kalender lebte, lag die Wintersonnenwende auf dem 25. Dezember. Erst mit der Einführung des Gregorianischen Kalenders im Jahr 1582 verschob sie sich um einige Tage nach vorne. Für das Weihnachtsfest behielt man jedoch den alten Termin bei, so dass es nun bereits im Zeitraum des nach Norden zurückkehrenden Sonnenlichts liegt.