Zaubernuss (Hamamelis)

Wahrlich zauberhaft ist der Zaubernuss-Zierstrauch, der seine Blüten zu einer Zeit präsentiert, in der die meisten anderen Laubgehölze im Winterschlaf liegen. Vor rund 150 Jahren fand die Zaubernuss (Hamamelis) ihren Weg in unsere Gärten. Seither sind aus den beiden asiatischen Wildarten Hamamelis mollis und Hamamelis japonica attraktive Züchtungen hervorgegangen, die je nach Sorte zwischen Dezember und März ihre Blüten öffnen. 

Diese sind ebenso dekorativ wie faszinierend: Aus einem fast quadratischen Kelch entfalten sich vier fadenartige, gelb, orange oder rot gefärbte Blütenblätter. Mehrere solcher Einzelblüten sitzen büschelweise zusammen und bilden dichte Quirle. Einige Sorten verströmen zudem einen angenehmen Duft.

Drei Sorten der Zaubernuss: Pallida (schwefelgelbe Blüten), Aphrodite (orange Blüten), Arnold Promise (goldgelbe Blüten)

Die Zaubernuss im Winter

Damit der Flor die kalten Wintermonate unbeschadet überstehen kann, hat die Zaubernuss eine raffinierte Strategie entwickelt: Sinken die Temperaturen unter den Gefrierpunkt, rollen sich die Blütenfäden ein, bei milderer Witterung entfalten sie sich wieder. Diese Prozedur kann sich mehrmals wiederholen. Erst nach der Blüte erscheinen die großen, runden Blätter. Dann kann man die Zaubernuss leicht mit der heimischen Hasel verwechseln – das Laub beider Gehölze ähnelt sich stark. Spätestens im Oktober hat das Verwirrspiel jedoch ein Ende, denn vor dem Laubfall wartet die Zaubernuss mit einer spektakulären Herbstfärbung auf. In leuchtenden Gelb-, Orange- und Rottönen finden sich dann die Farben der Blüten wieder, nicht selten vereint auf einem einzigen Blatt. Bis dahin sind auch die Früchte ausgereift – holzige Kapseln, die nun unter lautem Knacken zwei große, schwarze Samen meterweit herausschleudern. Die leeren Hülsen bleiben oft noch haften, bis sich im Winter neue Blüten öffnen.

Der Zaubernuss-Strauch

Charakteristisch für die Zaubernuss ist ihre trichterförmige, breit ausladende Krone, die sich ganz ohne Schnittmaßnahmen frei entwickelt. Am schönsten kommt der im Alter drei bis fünf Meter hohe und mindestens ebenso breite Strauch in Einzelstellung zur Geltung. Die Leuchtkraft gelber Sorten lässt sich durch einen dunklen Hintergrund, etwa immergrüne Gehölze, verstärken.

Zaubernuss: Sorte Jelena

Die Sorte ‘Jelena’ trägt in warmen Wintern bereits ab Dezember große, kupferrote Blüten mit einem eindrucksvollen Farbverlauf von Granatrot zu Orange.

Zaubernuss: Sorte Westerstede

‘Westerstede’ entfaltet ihre angenehm duftenden, strahlend gelben Blüten erst Mitte Februar und blüht dann bis in den April hinein. Bereits bei jungen Pflanzen kann man mit reichem Flor rechnen.

Zaubernuss: Sorte Pallida

‘Pallida’ zeigt ihre großen, schwefelgelben Blüten oft schon zu Weihnachten. Bei sonnigem Wetter verströmt sie einen intensiven, an Zitrusfrüchte erinnernden Duft.

Tipps & Tricks: Zaubernuss pflanzen

Der optimale Pflanztermin ist im Herbst oder im Frühjahr. Wählen Sie eine sonnige, möglichst windgeschützte Stelle. Der Boden sollte schwach sauer bis neutral, nährstoffreich und gut durchlässig sein. Pflanzen Sie den Strauch nicht tiefer, als er im Topf gestanden hat, und tragen Sie rundherum eine Schicht Rindenhumus auf. Nach dem Einpflanzen dauert es zwei bis drei Jahre, bis die Zaubernuss richtig eingewurzelt ist und nennenswert an Höhe und Breite zulegt. Dann kann man mit einem Jahreszuwachs von 20 bis 30 Zentimetern rechnen.