Ziergräser pflanzen

Gräser sind das Haar der Mutter Erde – in diesem Zitat von Karl Foerster steckt all die Wertschätzung des bedeutenden deutschen Staudenzüchters für diese Pflanzengruppe. Der Vergleich mit Haaren passt ganz gut, da Ziergräser für die feinen Strukturen im Garten sorgen – selbst wenn es sich um übermannshohe Sorten des Chinaschilfs handelt. Ähnlich wie Frisuren nehmen auch Gräser ganz unterschiedliche Wuchsformen an: von den bubikopfartigen Seggen über die bogig überhängenden Federborsten- und v-förmig aufstrebenden Pfeifengräser bis hin zu den senkrecht nach oben ragenden Reitgräsern.

Die Verwendungsmöglichkeiten im Garten sind ähnlich vielfältig wie bei Zierstauden, es gibt unter den Ziergräsern jedoch nur relativ wenige ausgesprochene Schattenspezialisten wie Japan-Segge und Wald-Marbel. Eine deutliche Mehrheit gehört zu den Sonnenliebhabern, sie bieten sich für abwechslungsreiche Kombinationen in lichten Beeten, Stein- oder Topfgärten an. In jedem Fall lohnt es sich, bei der Auswahl auch auf die Bodenbeschaffenheit am vorgesehenen Standort zu achten: Trockene, sandige Böden sind beispielsweise beste Voraussetzungen für Federgräser oder verschiedene Schwingel-Arten (Festuca), auf feuchtem Untergrund gedeihen hingegen Pfeifengras und Wald-Schmiele. Schilfrohr, Binsen und Rohrkolben mögen es sogar richtig sumpfig bis leicht überschwemmt, flache Randbereiche von Teichen oder Bachläufen sind ihr Terrain. Einmal am richtigen Platz gepflanzt, benötigen sie alle wenig Pflege – mal abgesehen von einem jährlichen Rückschnitt vor dem Neuaustrieb im Frühling.

Arrangement im Blumenkasten

In Kästen lassen sich kompakte Ziergräser bestens mit anderen Pflanzen kombinieren. Hier sind es Flausch-Federgras (Stipa pennata), Japan-Gold-Segge ‘Evergold’ (Carex hachijoensis) und Japanisches Blutgras ‘Red Baron’ (Imperata cylindrica) mit Besenheide, Preiselbeere und einer niedrigen Herbst-Anemone.

Kranz aus Naturmaterialien

Für den Kranz wurde ein ganzer Strang langer Blätter des Goldleistengrases (Spartina) ineinandergewunden und verknotet. Ebenfalls aus Gras ist die Manschette des Teelichts, sie verdeckt die Drahtschlinge, an der das Glas aufgehängt ist.

Kombination aus Gräsern und Blüten

Herbstliches Duo im Beet: Die Rispen des Zarten Federgrases (Stipa tenuissima) scheinen sich vor der Blütenfülle der Waagerechten Herbst-Aster ‘Prince’ (Aster horizontalis) zu verneigen.

Gartenteich mit Ziergräsern

In Teichnähe ragen die Halme des Pfeifengrases ‘Skyracer’ (Molinia arundinacea) gut zwei Meter in die Höhe, im Gewässer gedeihen Kalmus und Steife Segge (Carex elata).

Zinkwanne bepflanzen

Die Zinkwanne bietet dem Arrangement aus Zwerg-Chinaschilf ‘Adagio’ (Miscanthus sinensis), Blutgras ‘Red Baron’ und zwei verschiedenfarbigen Purpurglöckchen (Heuchera ‘Plum Pudding’ und ‘Mint Frost’) eine Bühne.

Ziergräser im Pflanzenkorb

Das feurige Herbstlaub von Chinaschilf ‘Ghana’ wechselt von Gelb über Orange nach Purpurrot. Begleitet wird es im Pflanzkorb von Dahlien, Bartblumen (Caryopteris), Roter Sommerspiere (Spiraea bumalda) und Efeu.

Flechtkorb bepflanzen

Fein aufeinander abgestimmt präsentieren sich hier die Farben der Blüten und Blätter im hohen Flechtkorb: Den Hintergrund bildet die Ruten-Hirse ‘Hänse Herms’ (Panicum virgatum), deren Blattspitzen im Herbst ein intensives Rotbraun annehmen. Dazu gesellen sich rotlaubiges Purpurglöckchen (z. B. ‘Rachel’), rosafarbene Herbst-Anemone (z. B. ‘Praecox’) und pinke Kissen-Aster (z. B. ‘Heinz Richard’).

Ziergräser als Topfpflanzen

  • Diamantgras (Cala- magrostis brachytricha): Die silbrigen, leicht rosa überhauchten Blütenähren des 70–120 cm hohen Ziergrases erscheinen von September bis November und sind auch geschnitten in Sträußen noch lange haltbar. Zudem gefallen die Blätter im Herbst teilweise mit einem warmen Bronzeton. Empfehlenswert sind große Pflanzgefäße und eine regelmäßige Wasserzufuhr (siehe Bild 1).
     
  • Fasanenschwanzgras oder Neuseeland-Windgras (Anemanthele lessoniana) ist eine filigrane Schönheit aus Down Under, sie wiegt sich bereits im leichtesten Wind und trumpft mit farbenfrohem Herbstlaub auf. Höhe: 60–80 cm. Auch für kleine Töpfe geeignet; diese sollten im Winter gut eingehüllt an einen geschützten Platz kommen, bei strengen Frösten hilft eine Abdeckung mit Laub und Reisig (siehe Bild 2).

Pflanzen für die Terasse

Auf der Terrasse lassen sich Einzelpflanzen in Töpfen immer wieder neu arrangieren. In diesem Fall sind es unterschiedlich hohe Federborstengräser, das hell gestreifte Chinaschilf ‘Zebrinus’ und Spätblüher wie Dahlien und Purpur-Sonnenhut.

Blumenbeete farbenfroh gestalten

Entlang des Rasenwegs setzen die bis zu 1 m hohen Federborstengräser ‘Compressum’ und ‘Japonicum’ deutliche Akzente zwischen den leuchtenden Herbstfarben von Astern, Lampionblumen, Dahlien, Sonnenhut und Flügel-Spindelstrauch (Euonymus alatus).

Unser Tipp

Ziergräser platzieren

Ziergräser dürfen im Beet durchaus auch mal vor etwas niedrigeren Blütenpflanzen platziert werden. Durch ihren lockeren Wuchs lassen sie deren Farben dennoch hindurchschimmern.

Gartengestaltung mit Gräsern

Bei der Anordnung von Ziergräsern im Beet kommt es auf die beabsichtigte Wirkung an: Sollen diese eine ruhige, grüne Kulisse bilden, pflanzt man einige stattliche Exemplare in den Hintergrund. Sollen sie hingegen mit ihren markanten Wuchsformen Akzente im Beet setzen, werden sie einzeln oder in kleinen Gruppen inmitten der Blütenpracht platziert – und zwar je nach Geschmack in symmetrischer Anordung (formale Pflanzungen) oder unregelmäßigen Abständen (in naturhaften Beeten). Auch für den vorderen Beetrand sind Ziergräser gut geeignet: Hier verwendet man am besten kompakte Arten mit einem dichten Blattschopf, der keinen Blick auf kahlen Boden zulässt: zum Beispiel Seggen und Zartes Federgras im sonnigen Beet oder Japan-Berggras im Halbschatten.

Ziergräser kombinieren

Das Gräser-Trio aus Pfeifen- und Federborstengras sowie Chinaschilf lockert die violette Blütenpracht der Astern und Hohen Fetthennen im Staudenbeet auf.

Ziergräser im Garten anlegen

Die höchsten Ziergräser, insbesondere Chinaschilf sowie Pampas- und Pfeifengras, lassen sich gut als lichten Sichtschutz verwenden – sei es in einem Streifen entlang der Gartengrenze, sei es in einem Beet direkt am Sitzplatz. Doch auch als Solisten im Rasen oder in einem locker bepflanzten Kiesbeet wirken sie imposant. Mit ihnen lassen sich zudem Übergänge zwischen zwei Gartenbereichen eindrucksvoll betonen, indem man sie beidseits des Wegs als Markierungen pflanzt.

Am attraktivsten wirken viele Ziergräser übrigens im Spätsommer und Herbst, wenn ihre Blätter und Halme in Gelb- und Rottönen leuchten und sich ihre weit geöffneten Rispen oder Ähren im Wind wiegen. Selbst den winterlichen Garten schmücken etliche von ihnen noch lange Zeit, bevor der Wechsel aus Frost, Schnee und Nässe das „Haar der Mutter Erde“ kurzfristig auslichtet. Doch im Frühjahr treibt alles wieder kräftig aus und der Gräserreigen beginnt von Neuem.

Ziergräser für sonnige Standorte

  • Zartes Federgras: feine Blütenwolken in Strohgelb über schmalen Blättern, meist überhängend; nässeempfindlich; 30–50 cm (siehe Bild 1).
     
  • Goldbartgras ‘Sioux Blue’ (Sorghastrum nutans): robustes blaugrünes Gras mit eindrucksvollen braunen Rispen; 100–140 cm (siehe Bild 2).

Ziergräser für Schattenplätze

  • Japan-Berggras ‘Aureola’: dichte, gelb-grün gestreifte Blattschöpfe, die im Herbst allmählich einen rötlichen Ton annehmen; 20–40 cm hoch (siehe Bild 1).
     
  • Japan-Segge ‘Icedance’ (Carex morrowii): robustes, wintergrünes Ziergras mit creme- gelben Blatträndern und Ausbreitungsdrang; 30–40 cm hoch (siehe Bild 2).
     
  • Wald-Marbel ‘Solar Flair’ (Luzula sylvatica): guter Bodendecker für Schattenecken; leuchtend gelbgrüne Blätter, die sich in der kalten Jahreszeit zunehmend goldgelb verfärben; 20–40 cm hoch (siehe Bild 3).

Ziergräser für feuchten Untergrund

  • Pfeifengras ‘Karl Foerster’: an mäßig feuchten Standorten bis zu 2 m hoch; gesamte Pflanze im Spätherbst goldgelb (siehe Bild 1).
     
  • Zwerg-Rohrkolben (Typha minima): für die Sumpfzone von Teichen ge- eignet, die kugeligen Kolben bleiben bis zum Winter erhalten; 50–70 cm hoch (siehe Bild 2).
     
  • Graubartgras (Spodiopogon sibiricus): auch Zotten- Raugras genannt; an aufrechten Halmen waagerecht abstehende Blätter mit schöner Herbstfärbung (siehe Bild 3).
     
  • Wald-Schmiele ‘Gold- schleier’ (Deschampsia cespitosa): hell- bis goldgelbe Blütenwolken auf 60–100 cm hohen Halmen, für mäßig feuchte Standorte (siehe Bild 4).

Unsere Empfehlung

Schlichte Gartengestaltung

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