Ziersträucher: Pflanz-Tipps

So manches Gartengewächs pflanzen wir ganz speziell für einen Zweck: etwa als Sichtschutz, als blühenden Blickfang oder als Nahrungsspender für unsere Tierwelt. Blütensträucher erfüllen meist gleich mehrere dieser Aspekte und sollten daher in keinem Garten fehlen. Die Auswahl an diesen Gehölzen ist in gut sortierten Baumschulen besonders umfangreich. Vor dem Einkauf und der Pflanzung lohnt es sich, einen genauen Blick auf die Wuchsgrößen der verschiedenen Arten und Sorten zu werfen, damit diese auch noch in 20 Jahren ohne drastische Rückschnitte an den vorgesehenen Standort passen. Zudem ist es schon bei einem Strauch mittlerer Größe mit erheblichem Aufwand verbunden, ihn nach dem Einwachsen nochmals samt Wurzelballen auszugraben und umzusetzen.

Sträucher für kleine Gärten

Wer in seinem Garten nicht allzu viel Platz zur Verfügung hat, dem bieten sich etliche kleine Sträucher mit weniger als zwei Meter Wuchshöhe und -breite an. Schöne Beispiele in Reihenfolge ihres Aufblühens sind:

  • Zierquitte ab März
  • Braut-Spiere ab Ende April
  • Zwerg-Flieder ‘Palibin’ ab Mai
  • Bauern-Hortensie ab Juli sowie Bartblume (Caryopteris) ab August.

Sie lassen sich allesamt gut als Beetpflanzen verwenden und mit kleineren Blütenoder Blattschmuck-Gewächsen kombinieren. Stattliche Großsträucher wie Flieder, Schneeball, Rispen-Hortensie oder Schwarzer Holunder benötigen im Vergleich dazu schon deutlich mehr Platz.

Zierstrauch: Standort und Pflege in kleinen Gärten

Pflanzt man sie kleine Ziersträucher als frei wachsende Sichtschutzhecke entlang der Gartengrenze, benötigt man dafür einen Streifen von rund drei bis fünf Metern Tiefe. Für das regelmäßige Stutzen zu kompakteren Schnitthecken sind die meisten Blütensträucher nicht geeignet, da sie dabei einen Großteil ihres Flors und auch ihre schöne Wuchsform einbüßen würden. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel: Forsythien und Spieren bilden auch im akkurat in Form geschnittenen Zustand durchaus sehenswerte Blütenhecken.

Als Solisten in Einzelstellung lassen sich große Sträucher selbst in kleinen Gärten gut in Szene setzen. Dabei kommt es vor allem auf einen markanten Standort an: So lässt sich mit dem Gehölz beispielsweise ein Sitzplatz einfassen, ein attraktiver Hintergrund für den Teich oder ein Blickfang am Ende einer Sichtachse schaffen. Zu den Kandidaten, in deren natürlichen Wuchs möglichst wenig durch Schnittmaßnahmen eingegriffen werden sollte, gehören Zaubernuss, Korkenzieher-Hasel und Wildrosen. Anders sieht es bei Sommerflieder (Buddleja) und Straucheibisch aus – sie blühen am üppigsten, wenn stets alle kräftigen Vorjahrstriebe bis auf wenige Knospen zurückgeschnitten werden.

Sträucher als Lebensraum für Insekten und Kleintiere

Will man mit Gartensträuchern unsere Tierwelt unterstützen, greift man am besten zu heimischen Wildarten, da diese besonders vielen Insekten, Vögeln und Kleintieren Nahrung sowie gute Unterschlupf- bzw. Nistmöglichkeiten bieten.

Schwarzer Holunder, Kornelkirsche, Pfaffenhütchen und Wildrosen sind beispielsweise als Bienenweide und auch als Fruchtlieferanten wertvoll. In jeder Hinsicht positiv wirkt sich eine große Vielfalt aus: Pflanzt man diverse Straucharten mit unterschiedlichen Blütezeiten in seinen Garten, dann werden damit schließlich nicht nur die Bienen über einen langen Zeitraum mit Pollen und Nektar versorgt, sondern auch wir Gärtner mit abwechselnden Höhepunkten belohnt. Die optische Wirkung lässt sich noch verstärken, indem man den Sträuchern zeitgleich blühende Stauden, Zwiebel- oder Sommerblumen in farblich passenden Kombinationen an die Seite stellt. Doch es geht auch ganz schlicht: Die Könige unter den Blütengehölzen, allen voran Flieder, Hortensien und Strauchrosen, entfalten nämlich so viel Pracht, dass sie auch ohne nennenswerte Begleitung zwischen Rasen und Gartenzaun zur Geltung kommen.

Unser Tipp
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Es gibt eine Vielzahl an Vogelhecken, die unseren heimischen Vögeln wertvolle Nahrung liefern. In diesem Artikel erfahren Sie alles über die Sträucher, die bei Rotkehlchen und Co. so beliebt sind.

Ziersträucher im Frühling

  • Forsythien sorgen in vielen Gärten im Frühjahr für die erste spektakuläre Blütenpracht.
  • Die Korkenzieher-Hasel (Corylus avellana ‘Contorta’) verzaubert ab März, manchmal sogar schon ab Ende Januar mit hängenden Kätzchen. Die gewundenen Zweige sind rund ums Jahr sehenswert.
  • Die Sal-Weide (Salix caprea) ist ab März über und über mit flauschigen, zart duftenden Blüten bedeckt. Schnellwüchsig erreicht sie bis zu 8 m Höhe, lässt sich aber auch direkt nach der Blüte stark stutzen, ohne dass man im folgenden Jahr auf den Flor verzichten muss.
  • Die Kornelkirsche (Cornus mas) breitet sich im Beet malerisch über Lenzrosen und Schneeglöckchen aus. Ihr früher Flor ist für Bienen wertvoll, an ihren Früchten bedienen sich im Herbst zahlreiche Vögel und Kleintiere
  • Ein Augenschmaus ist im Mai der Gewöhnliche Flieder (Syringa vulgaris) – vor allem, wenn gleich mehrere Exemplare als frei wachsende Blütenhecke nebeneinander wachsen. Die Strauchreihe benötigt etwa 4 m Tiefe, um sich gut entfalten zu können. Optimal gedeiht sie an einem sonnigen Standort mit durchlässigem Boden. Wer die Bildung möglichst vieler neuer Blütentriebe fürs folgende Jahr unterstützen möchte, schneidet die Rispen direkt nach dem Verblühen oberhalb von zwei Knospen zurück. Dies gilt auch für die Sorte
  • ‘Sensation’, die mit zweifarbigem Flor in Purpur-Violett mit silbrig-weißem Rand auftrumpft. 8 Der elegant überhängende Wuchs der Braut-Spiere (Spiraea x arguta) kommt an exponierter Stelle am Rand des Mulchwegs bestens zur Geltung. Die vielen kleinen, weißen Blütentrauben öffnen sich Ende April / Anfang Mai auf der ganzen Länge der Zweige und bilden eine traumhafte Kulisse fürs Tulpen- und Narzissenbeet. Wegen des strengen Dufts sollte man die Braut-Spiere mit ein wenig Abstand zu Sitzplätzen pflanzen

Forsythien: Hier untermalen außerdem Narzissen, Tulpen, Hyazinthen und Lenzrosen die fröhliche Beet-Szenerie.

Die Zierquitte blüht schon ab März.

Ziersträucher im Sommer

  • Der Schwarze Holunder entfaltet seine natürliche Schönheit auch an halbschattigen Gartenecken wie hier am Holzhäuschen. Auf die schönen Blütenrispen im Juni und August folgen glänzend schwarze Steinfrüchte. Die Ziersorte
  • ‘Black Beauty’ bleibt mit bis zu 3 m Höhe und 2 m Breite deutlich kleiner als die Wildart (etwa 5 m), fällt aber mit ihrer markanten, braunroten Belaubung dennoch umso mehr ins Auge – und zwar durchgehend von Frühjahr bis Herbst. Ihre rosafarbenen Blüten duften zitronig, ihre Früchte sind essbar.
  • Pfeifensträucher (Philadelphus), auch als Garten- oder Bauernjasmin bezeichnet, erreichen je nach Art und Sorte Wuchshöhen zwischen 1 und 5 m – vom Klein- bis zum Großstrauch ist also alles dabei. Allen gemein ist ein strahlend weißer Flor im Juni und Juli, teilweise gefüllt und in den meisten Fällen mit intensivem Duft.
  • Rosa x hibernica ist eine Kreuzung aus den beiden Wildarten Bibernell- und Hunds-Rose und bleibt mit knapp 1,5 m Höhe und Breite recht kompakt. Die ungefüllten, zart duftenden Blüten zeigen sich im Mai und Juni, die kugelrunden Hagebutten bleiben bis in den Winter am Strauch.
  • Strauchrosen, hier in Kombination mit Straucheibisch und Federborstengras, gehören zu den edelsten Gehölzen überhaupt. Eine empfehlenswerte Auswahl in der Größe bis 1,5 m bieten die sogenannten Englischen Rosen.
  • Hortensien entfalten ihre von Frühsommer bis Herbst andauernde Pracht selbst in schattigen Gartenecken zuverlässig. Rispen-Hortensien gehören mit etwa 2,5 m Höhe und Breite zu den größeren Exemplaren, Hortensien mit ball- oder tellerförmigen Blütenständen bleiben demgegenüber mit etwa 1,5 m deutlich kompakter.

Strauchrosen: Mit ihren schalen- oder rosettenförmigen Blüten ähneln sie nostalgischen Alten Rosen, ihr kompakter Wuchs und ihre lange Blütezeit kommt hingegen modernen Sorten gleich.

Hortensien mit ball- oder tellerförmigen Blütenständen: Sie finden auch als bunter Mix aus mehreren Sträuchern in überschaubaren Beeten Platz.

Unser Tipp

Vermehren von Hortensien

Hortensien lassen sich im Frühsommer einfach durch Stecklinge vermehren. Hierfür etwa 15 cm lange Abschnitte von weichen, einjährigen Trieben ohne Blütenknospen in Anzuchterde stecken.

Ziersträucher im Herbst

  • Buntes Laub und mitunter ein reicher Fruchtbehang sind die Merkmale, mit denen Sträucher am meisten Farbe in den Herbstgarten bringen. Hier leuchten die orange-roten Blätter der Gewöhnlichen Berberitze mit den etwas helleren Beeren des Feuerdorns um die Wette. Das i-Tüpfelchen setzen die riesigen violetten Herbst-Chrysan-themen.
  • Fulminant ist die Herbst färbung des Großen Feder-buschstrauchs (Fothergilla major, bis 2,5 m hoch und 1,5 m breit), sie hält alle Farbschattierungen zwischen Gelb und Feuerrot bereit. Die weißen Blütenbüschel im Mai erscheinen im Vergleich dazu fast unauffällig.
  • Beim Roten Hartriegel (Cornus sanguinea) variiert das Laub ebenfalls zwi-schen Gelb und Weinrot, kommt aber nicht an die Leuchtkraft des Federbuschstrauchs heran. Dafür erfreut der stattliche Wildstrauch (4 bis 6 m Höhe und Breite) auch im Winter mit intensiv roter Rinde an den jungen Trieben

Roter Hartriegel

Ziersträucher im Winter

  • Die Stechpalme (Ilex aquifolium) macht als immergrüner Strauch rund ums Jahr eine gute Figur. Im Herbst und über den gesamten Winter hinweg kommen die leuchtend roten Früchte hinzu. 
  • ‘Winter Sun’ ist eine außergewöhnliche Mahonien-Sorte, da sie ihre gelben Blüten bereits von Januar bis April zeigt, manchmal sogar schon zu Weihnachten.
  • Beim Feuerdorn (Pyracantha) sind es neben dem immergrünen Blatt wiederum die Früchte, die Farbe in den Winter bringen – je nach Sorte von Gelb über Orange bis Rot. Die Endgrößen variieren zwischen 1 und 4 m, wobei der Strauch dank starkem Ausschlagvermögen auch kräftig zurückgeschnitten werden kann

Stechpalme: ‘Madame Briot’ mit gelb umrandeten Blättern und kegelförmigem Wuchs bis gut 2 m Höhe.

Feuerdorn